Seine Stimmung ist prächtig, als er durch die Tür in die Mixed-Zone der Allianz Arena tritt. Markus Feulner lächelt den wartenden Journalisten entgegen. Er hat auch allen Grund dazu, schließlich hat er mit dem 1. FSV Mainz 05 vor einer halben Stunde die Partie beim TSV 1860 München mit 2:1 gewonnen.

Die Sporttasche lässig geschultert, geht der Mittelfeldmann schnurstraks auf die Journalisten zu. Bereitwillig gibt er der schreibenden Zunft aus Mainz, dem Radio und auch bundesliga.de Auskunft.

Einige seiner Mitspieler sind hingegen gar nicht redselig. Miroslav Karhan etwa, immerhin Torschütze zum 1:0, huscht an den Medienvertretern vorbei und grummelt, dass es nichts zu sagen gebe.

Markus Feulner aber, der mit einem Freistoß den zweiten Mainzer Treffer von Nikolce Noveski eingeleitet hat, wirkt gelassen und gelöst. Immer wieder lächelt er, während er im Gespräch mit bundesliga.de über den ersten Saisonsieg, die Lehren der ersten beiden Spieltage und den Aufstiegskampf spricht.

bundesliga.de: Gratulation zum 2:1-Sieg beim TSV 1860 München. Ein verdienter Erfolg?

Markus Feulner: Ja, denn es war eine souveräne Vorstellung von uns. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, kompakt gestanden und 2:0 geführt. In der zweiten Halbzeit hätten wir einen Konter zum 3:1 abschließen müssen. Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg.

bundesliga.de: Das Gegentor fiel wieder in der 47. Minute, wie am 1. Spieltag, als damit der 1. FC Kaiserslautern zur Aufholjagd blies und schließlich den 3:0-Vorsprung von Mainz noch egalisierte. Hatten Sie nach dem Anschlusstreffer der "Löwen" die Befürchtung, die Führung erneut aus der Hand zu geben?

Feulner: Der Moment war da, an dem ich an das Kaiserslautern-Spiel gedacht habe. Wir haben ja wieder sofort nach der Pause den Gegentreffer hinnehmen müssen. Ein zweites Tor wollten wir diesmal verhindern - und das ist uns geglückt. Wir haben es geschafft, den Gegner vom Tor fernzuhalten. Ich denke, wir waren dem 3:1 näher als die "Löwen" dem 2:2.

bundesliga.de: Drei Tore am 1. Spieltag, jetzt wieder zwei. Und Verteidiger Nikolce Noveski trifft gar per Hacke. Ist das der Einfluss Ihres neuen Trainers Jörn Andersen, der früher selbst ein gefährlicher Bundesliga-Stürmer war?

Feulner: Unser Spiel nach vorne hat nun mehr Struktur. Unser Trainer legt das Hauptaugenmerk auch im Training auf das Offensivspiel. Wir haben es gut geschafft, aus einer kompakten Mannschaft schnell nach vorne zu spielen.

bundesliga.de: Der 1. FSV wirkt sehr gefestigt, die Neuzugänge sind gut integriert. Ist der Selbstfindungsprozess, den jedes Team zu Saisonbeginn durchläuft, in Ihrer Mannschaft bereits abgeschlossen?

Feulner: Man darf nicht vergessen, dass die Mannschaft schon vorher gut war. Dazu kommt, dass die neuen Spieler in Mainz immer schnell integriert werden. Durch sie ist unser Kader noch stärker geworden. Und das heißt natürlich, dass wir das Ziel Aufstieg haben. Und mit den neuen Jungs hoffen wir, dass wir es in dieser Saison packen.

bundesliga.de: Was läuft im Spiel Ihrer Mannschaft besonders gut und was muss dringend verbessert werden?

Feulner: Wir haben noch viel zu verbessern, keine Frage. Vor allem dass wir mal zu Null spielen und dass wir nicht immer gleich nach der Pause ein Gegentor kriegen. Positiv ist, dass wir unsere Tore schießen und in jedem Spiel genügend Chancen herausspielen.

bundesliga.de: Nach zwei Spieltagen steht Mainz mit vier Zählern auf einem Aufstiegsplatz, gemeinsam mit dem 1. FC Kaiserslautern sogar an der Spitze. Wie wichtig ist es, gleich oben dabei zu sein?

Feulner: Unser Auftakt ist besser als in der vergangenen Saison (damals waren es zum gleichen Zeitpunkt drei Punkte, Anmerk. d. Redaktion), wir sind zufrieden. Es ist wichtig und ein gutes Gefühl, vorneweg zu marschieren und nicht auf die anderen Teams schauen zu müssen, wie sie spielen.

bundesliga.de: Der Aufstiegsplatz dient also auch als kleine Kampfansage an die Konkurrenz?

Feulner: Die Gegner haben uns sowieso auf der Rechnung. Wir haben ja nur den Neven Subotic abgegeben und unseren Kader verbessert. Dadurch sind wir noch stärker geworden, vor allem flexibler in der Offensive. Es wird sich zeigen, wo wir stehen, wenn wir gegen die Mitkonkurrenten um den Aufstieg spielen.

bundesliga.de: 1860 liebäugelt auch mit dem Aufstieg, steht aber nach zwei Spieltagen mit leeren Händen da. Haben die "Löwen" das Zeug, oben mitzuspielen?

Feulner: Ja gut, sie haben erst in Freiburg gespielt und man weiß ja, dass die Freiburger spielstark sind und dass man dort verlieren kann. Und auch wir sind eine unangenehme Mannschaft. So ein Auftakt kann mal passieren. Marco Kurz leistet gute Arbeit und er hat eine sehr junge Mannschaft. Da muss man halt etwas Geduld haben, die finden sich schon.

bundesliga.de: Für Sie zählt 1860 München also zu den Aufstiegsaspiranten?

Feulner: Ja, natürlich. Die 60er haben eine gute Mannschaft - vor allem spielerisch - und sie werden auch oben mitmischen.

Das Gespräch führte Thorsten Schaff