Markus Feulner ist in dieser Saison der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des 1. FSV Mainz 05. In der Hinrunde der beste Vorlagengeber der 2. Bundesliga, startete er auch ins neue Jahr furios und führte die Mainzer am vergangenen Dienstag mit seinen Zuspielen im DFB-Pokalspiel beim SC Freiburg ins Viertelfinale.

Nichts zu sehen von den Rückenproblemen, die Feulner zu Beginn des Trainingslagers noch geplagt haben. Der Mittelfeldspieler ist in Topform und absolut motiviert. Im Gespräch mit bundesliga.de blickt Feulner kritisch auf die Hinrunde des Tabellenführers zurück und gibt klare Ziele aus - sowohl für das Auftaktspiel beim 1. FC Kaiserslautern als auch für den Rest der Saison.

bundesliga.de: Herr Feulner, Sie haben in gewissem Sinne den Rückrundenauftakt schon hinter sich. Mit Mainz 05 haben Sie im DFB-Pokal in Freiburg gespielt und gewonnen. Auf das erste Rückrundenspiel in der 2. Bundesliga müssen Sie aber noch bis Montag warten. Wie bewerten Sie diese Situation?

Markus Feulner: Ich sehe es als Vorteil für uns, dass wir durch das Pokalspiel in Freiburg bereits ein Pflichtspiel absolviert haben. Wir haben einige Minuten benötigt, um ins Spiel zu finden, am Ende aber aufgrund unserer starken zweiten Halbzeit verdient gewonnen. Der Erfolg gibt natürlich Sicherheit und Selbstvertrauen vor dem schweren Start in die Rückrunde beim 1. FC Kaiserslautern und gegen 1860 München.

bundesliga.de: Trainer Jörn Andersen hat bis auf die brandaktuelle Verpflichtung von Zsolt Löw keine neuen Spieler ins Boot geholt. Ist das ein Zeichen des Vertrauens an die Mannschaft? Und birgt es dennoch einen gewissen zusätzlichen Druck?

Feulner: Der Verein hat mit der Verpflichtung von Zsolt Löw auf die Verletzungsprobleme auf der linken Defensivseite reagiert. Dass der Verein ansonsten keine neuen Spieler verpflichtet hat, verstehe ich schon als Vertrauensbeweis. Wir haben ja auch eine gute Hinrunde gespielt, allerdings völlig unnötig einige Punkte liegen lassen. Da müssen wir uns an die eigene Nase packen und weiter verbessern. Zusätzlichen Druck übt das nicht aus.

bundesliga.de: Wie haben Sie die freie Zeit zwischen Hinrunden-Ende und Beginn des Trainings im neuen Jahr verbracht?

Feulner: Ich habe Weihnachten im Kreis meiner Familie gefeiert und war zwischen den Jahren mal kurz Skifahren.

bundesliga.de: Sie selbst mussten das Trainingslager aufgrund einer muskulären Blockade im Rücken frühzeitig verlassen. Was genau war geschehen und sind Sie wieder topfit für das Auftaktspiel in Kaiserslautern?

Feulner: Ich hatte aufgrund eines entzündeten Zehennagels im Training den Fuß falsch belastet. Die Rückengeschichte war aber nicht weiter dramatisch und hat mich in der Vorbereitung nicht zurückgeworfen.

bundesliga.de: Sie sind der beste Vorlagengeber der 2. Bundesliga. Sind Sie mit dem Verlauf Ihrer ganz persönlichen Saison zufrieden? Und was soll am Ende der Saison herausspringen?

Feulner: Es gibt für uns am Ende der Saison nur ein Ziel: den Aufstieg. Nicht weil wir müssen, sondern weil wir unbedingt wollen und spüren, dass wir das Potenzial dafür haben. Ich bin mit meiner Saison bisher sehr zufrieden, da ich meine Stärken nun auf meiner Lieblingsposition im zentralen defensiven Mittelfeld einbringen kann.

bundesliga.de: Zum Auftakt kommt es gleich zum Knallerspiel beim 1. FC Kaiserslautern. Das Hinspiel war ein absolutes Highlight der Saison der 2. Bundesliga - wenngleich Sie da sicher anderer Meinung sein werden. Immerhin hat Mainz eine 3:0-Halbzeitführung verschenkt.

Feulner: Das Hinspiel gehörte zu jenen Partien, in denen wir leichtfertig Punkte verschenkt haben. Das war ein sehr schmerzliches Erlebnis und ist ein klarer Auftrag für uns, es im Rückspiel besser zu machen.

bundesliga.de: Der FCK ist wieder eine Macht auf dem Betzenberg: In neun Spielen ungeschlagen, 23 Tore geschossen und erst fünf kassiert. Mainz ist die beste Auswärtsmannschaft der Hinrunde. Wie müssen die Mainzer an- und auftreten, um in der Pfalz bestehen zu können?

Feulner: Der FCK spielt mit seinen Fans im Rücken sehr aggressiv nach vorne, da müssen wir uns von Beginn an in den Zweikämpfen wehren und dann unsere Qualitäten im Spiel nach vorne einbringen. Wenn uns das gelingt, werden wir auch in Kaiserslautern zu unseren Chancen kommen.

bundesliga.de: Nur vier Punkte trennen den Tabellen-Siebten von Tabellenführer Mainz. Ein Ausrutscher kann eine Mannschaft weit zurückwerfen oder alles durcheinander wirbeln. Könnte dies die nervenaufreibendste Rückrunde werden, die Sie je gespielt haben?

Feulner: Ich bin kein Freund von Spekulationen, was alles in 17 Spielen passieren kann. Jetzt bereits auf andere Teams zu schauen, wäre ein Fehler. Wir haben eine starke Mannschaft und sollten uns Woche für Woche auf unsere Aufgaben konzentrieren, dann ergibt sich der Rest von alleine.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz