Für Augsburg ist das Erreichen des Viertelfinals im DFB-Pokal schon der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, aber natürlich will der FCA gegen den 1. FC Köln (Mi., ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) noch einen draufsetzen.

Eine ganz besondere Partie ist es für FCA-Manager Andreas Rettig. Der gebürtige Leverkusener war nämlich vor seinem Engagement bei den Schwaben fast vier Jahre als Geschäftsführer bei den "Geißböcken" tätig.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Rettig über seine Verbindungen ins Rheinland und die Chancen seines Teams gegen die auf dem Papier favorisierten Kölner. Aktuell schwimmt Augsburg im Liga-Alltag auf einer großen Erfolgswelle, aber auch der Pokal hat eine große Bedeutung für den Club.

bundesliga.de: Herr Rettig, nennen Sie doch bitte drei Gründe, warum der FC Augsburg ins Halbfinale einzieht, was ja auch einen neuen größten Vereinserfolg bedeuten würde?

Rettig: Es reicht ein Grund: Wir werden ein Tor mehr schießen als der Gegner.

bundesliga.de: Ihre Heimat ist das Rheinland, und Sie waren sogar beim kommenden Gegner fast vier Jahre lang als Geschäftsführer tätig. Ist die Partie gegen den 1. FC Köln für Sie daher eine besondere?

Andreas Rettig: Natürlich ist die Partie etwas Besonderes. Der FC Augsburg steht erstmals im Viertelfinale des DFB-Pokals und die impuls arena ist erstmals ausverkauft. Dann geht es auch noch für viele Spieler und Verantwortliche beim FCA gegen den Ex-Club. Das ist natürlich eine sehr reizvolle Kombination.

bundesliga.de: Welche Verbindungen bestehen derzeit in Ihre alte Heimat? Haben Sie schon mit einigen alten Bekannten geflachst?

Rettig: Na klar wurde im Vorfeld mal geflachst. Aber je mehr es auf das Spiel zugeht, umso größer ist die Konzentration bei beiden Teams.

bundesliga.de: Auch Jos Luhukay und die Spieler Imre Szabics, Andrew Sinkala und Roland Benschneider haben ja eine kölsche Vergangenheit. Ist das ein Thema im Vorfeld?

Rettig: Alle haben sich über das Los gefreut und direkt nach der Auslosung war dies auch ein Thema.

bundesliga.de: Mit dem FC Augsburg stehen Sie aktuell auf Platz 3 der 2. Bundesliga, Köln ist Elfter im Oberhaus. Ist der FC für Sie auf dem Papier der Favorit?

Rettig: Der Bundesligist ist nicht nur auf dem Papier der Favorit, aber wir können selbstbewusst ins Spiel gehen.

bundesliga.de: Was für ein Kräfteverhältnis erwarten Sie tatsächlich auf dem Rasen?

Rettig: Beide Mannschaften haben in den letzten Wochen Selbstvertrauen getankt. Es verspricht ein spannendes Spiel zu werden.

bundesliga.de: Die impuls arena wird also richtig voll sein. Können die Fans Ihre Mannschaft noch mehr beflügeln?

Rettig: Davon gehe ich aus. Ich bin mir sicher, dass Mannschaft und Fans für eine tolle Pokalatmosphäre sorgen werden.

bundesliga.de: Ihre Mannschaft hat nach drei Siegen zu Beginn der Rückrunde jetzt durch ein 0:0 bei Union Berlin einen kleinen Dämpfer erfahren. Kam dieses Ergebnis vielleicht genau zur richtigen Zeit vor dem Pokalkracher?

Rettig: Wieso Dämpfer? Wir haben bei einem Team aus dem oberen Tabellendrittel trotz einer schwachen Leistung einen Punkt geholt. Das ist in meinen Augen kein Dämpfer.

bundesliga.de: Der bislang überragende Michael Thurk - 19 Tore in 20 Spielen - kam in Berlin nicht so richtig in die Partie. Verlässt sich die Mannschaft ein bisschen zu sehr auf ihn alleine?

Rettig: Nein, das ist nicht der Fall. Michael arbeitet sehr gut für die Mannschaft und die Mannschaft legt ihm viele Bälle auf, die er dann eiskalt verwandelt. Wir freuen uns, dass Michael einen solchen Lauf hat und hoffen, dass er das auch im Pokal zeigen kann.

bundesliga.de: Liegt Ihre Konzentration eigentlich hauptsächlich auf dem Liga-Alltag und sehen Sie den DFB-Pokal vielleicht eher als Bonus?

Rettig: Der Pokal hat eine große Bedeutung. Es geht vor allem um Ruhm und Ehre, aber ein Weiterkommen würde unserem Club eine Rekordeinnahme bescheren und unseren Spielraum für Investitionen in der neuen Saison erweitern.

bundesliga.de: In der Liga mischt der FCA voll im Aufstiegsrennen mit, im Pokal trennen Sie nur noch zwei Siege vom Finale. Welcher Erfolg wäre Ihnen am Saisonende lieber - Aufstieg in die Bundesliga oder die Reise nach Berlin mit dem möglichen Pokalsieg und der Qualifikation fürs internationale Geschäft?

Rettig: Wir machen einen Schritt nach dem anderen. Zunächst würden wir gerne ins Halbfinale des DFB-Pokals einziehen.

Die Fragen stellte Tim Tonner