Bevor am Samstag in der 2. Bundesliga um Punkte gekämpft werden kann, müssen in Aachen und Karlsruhe erst mal wieder die fleißigen Helfer ran. Der ungewöhnlich schneereiche deutsche Winter 2009/10 stellt die Verantwortlichen vor dem Spiel der Alemannia gegen Rot-Weiß Oberhausen und des KSC gegen Energie Cottbus (beide Spiele Sa., ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!) vor eine logistische Herausforderung.

Doch mit Unterstützung der Fans sollen die Spielstätten bis zum Samstagmittag hergerichtet sein. Vor allem in Karlsruhe, wo das letzte Heimspiel gegen den TSV 1860 München abgesagt und verlegt werden musste, wartet man sehnsüchtig auf das erste Erfolgserlebnis in der Rückrunde.

Gute Erinnerungen für Schupp

Mit der Hoffnung auf ein Eingreifen in das Aufstiegsrennen war der KSC ins Jahr 2010 gestartet, nach drei Niederlagen in Folge geht es im Duell der Enttäuschten gegen den FC Energie. "Wir wollen etwas gutmachen und haben etwas gutzumachen", sagt deshalb auch KSC-Trainer Markus Schupp.

Niklas Tarvajärvi und Anton Fink kehren nach überstandener Magen-Darm-Infektion in Schupps Kader zurück. Auch Michael Mutzel wird wohl rechtzeitig fit, um zumindest auf der Bank zu sitzen. Zu früh kommt die Partie nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel wahrscheinlich noch für Alexander Iashvili.

Die Erinnerung ans Hinspiel dürfte Schupp Mut machen. Im Stadion der Freundschaft feierte er sein Debüt als KSC-Coach und nahm beim 4:2-Erfolg gleich drei Punkte mit. In der 2. Bundesliga konnte Energie zudem noch nie im Wildpark gewinnen.

Energie: Nur ein Punkt in der Rückrunde

Aus ihrer Enttäuschung über den Start in die Rückrunde machen auch die Cottbuser keinen Hehl. Nur einen Punkt fuhren die Spieler von Trainer Claus Dieter Wollitz im neuen Jahr ein - und der wurde nach dem 1:1 gegen die TuS Koblenz nicht unbedingt stürmisch gefeiert. Deshalb führte Wollitz seinem Team während der Woche weite Teile des Spiels gegen die TuS in gesamter Länge vor. "Wir wollten uns damit bewusst auseinandersetzen", erklärte der Trainer, der sich einen Lerneffekt erhofft.

Das Vertrauen, dass sowohl Mannschaft als auch Trainer bei den Lausitzern trotz Platz 12 in der Tabelle entgegengebracht wird, würde Wollitz gerne mit einem "Dreier" zurückzahlen. Allerdings plagen ihn große personelle Sorgen: Markus Brzenska hat Magenproblemen und konnte zwei Tage nicht trainieren. Auch Jiayi Shao (Sprunggelenk) und Daniel Ziebig (muskuläre Probleme) sind angeschlagen. "Wir werden dennoch eine schlagkräftige Mannschaft aufs Feld schicken", sagt Wollitz kämpferisch.

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Alemannia Aachen - Rot-Weiß Oberhausen

Auch in Aachen soll alles rechtzeitig bereitet sein, damit die Alemannia ihren fünften Heimsieg der Saison feiern kann. Der neue Tivoli ist noch nicht zur erhofften Festung geworden, mit Oberhausen kommt statistisch gesehen aber der perfekte Gegner, um eine neue Erfolgsserie zu starten. RWO gastiert zum 36. Mal in Aachen, gegen keinen anderen Gegner ist die Alemannia zuhause häufiger angetreten. Und dabei war sie bislang überaus erfolgreich: Nur zwei Mal gewannen die Oberhausener auf dem Tivoli, dagegen siegten die Gastgeber 22 Mal. Der letzte RWO-Sieg datiert aus dem Januar 1951.

Aachens Trainer Michael Krüger fordert von seinen Spielern Hingabe, damit diese Serie auch weiter anhält. "Durchbeißen, vielleicht auch mal über die Schmerzgrenzen gehen", das sei das Rezept gegen RWO, erklärt Krüger.

Fehlen werden dem Coach neben den Langzeitverletzten allerdings Kevin Kratz (gesperrt) und Jerome Polenz (Knie-OP). U-23-Kapitän Marco Höger wird in den Kader rutschen, Aimen Demai könnte in der Startelf stehen. Egal wer schlussendlich aufläuft, eine klare Forderung hat Krüger angesichts der letzten Auftritte: "Wenn ich so viele klare Torchancen habe, dann muss ich irgendwann auch mal eine nutzen."

RWO mit Erfolgserlebnis unter Bruns

Mit diesem Problem schlug sich RWO in den letzten Wochen auch oft rum. Sieben Spiele waren die "Kleeblätter" ohne Torerfolg - bis vergangenen Wochenende beim ersten Spiel unter dem neuen, alten Trainer Hans-Günter Bruns gegen Hansa Rostock (2:1) der Knoten platzte. Bruns warnt trotzdem vor verfrühter Zufriedenheit: "Wir haben jetzt zwar 24 Punkte, aber auch die reichen am Ende nicht zum Klassenerhalt."

Er fordert, die eigene Zweikampfstärke (53,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe) auch in Aachen wieder unter Beweis zu stellen. "Davon leben wir, das müssen wir auch am Tivoli abrufen", erklärte er. Fehlen werden Bruns am Samstag noch Tim Kruse (Achillessehnen-Probleme), Dominik Borutzki (Reha nach Knieverletzung), Mike Tullberg (Reha nach Muskelfaserriss) und Marcel Dietz (Patellasehnen-Probleme). Alle vier sollen allerdings nächste Woche wieder zur Mannschaft stoßen.

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Matthias Becker