Mit einem Augenzwinkern hat Michael Thurk Spekulationen um seine Teilnahme an der Fußball-WM schnell beendet. "Im Juni habe ich Urlaub gebucht", sagte der Zweitliga-Toptorjäger vom Aufstiegsaspiranten FC Augsburg.

Und sein Trainer Jos Luhukay fügte hinzu: "Michael braucht als 33-Jähriger im Sommer seine freien Tage."

Rechnung mit der Bundesliga begleichen

Es war Coach Thomas Gerstner vom Ligarivalen Arminia Bielefeld, der Thurk nach dem Augsburger 3:1-Sieg am Samstag bei Bundestrainer Joachim Löw für Südafrika empfohlen hatte. "Man muss ganz einfach sagen, dass der FC Augsburg einen Stürmer hat, der normalerweise mit zur WM fahren müsste: Michael Thurk!", sagte Gerstner.

Thurk freute sich zwar über das Kompliment, doch der in dieser Saison überragende Stürmer hat ein anderes Ziel: den Aufstieg mit Augsburg in die erste Liga.

Denn Thurk hat mit dem Oberhaus noch eine Rechnung offen. Zwar hat er dort mit dem 1. FSV Mainz 05 eineinhalb schöne Jahre mit 18 Treffern erlebt, bei seiner "Jugendliebe" Eintracht Frankfurt aber wurde er nicht glücklich. Nach zwei dürftigen Spielzeiten ("Da passte es einfach nicht") flüchtete der gebürtige Frankfurter nach Augsburg, wo er im reifen Fußballer-Alter sein Glück gefunden hat.

Luhukay spricht von "fabulöser" Form

"Ich fühle mich nicht wie 33, eher wie 25", sagte Thurk, der gegen die Arminia seine Saisontore Nummer 18 und 19 erzielte. Die Chancen auf den Aufstieg werden auch dank Thurk nach vier Siegen in Folge und dem Sprung auf Platz 3 immer besser.

In Augsburg wissen die Club-Verantwortlichen und Fans, was sie an Thurk haben. Als der FCA zum Jahresende beim Heimspiel die vorzeitige Verlängerung von Thurks Vertrag bis 2012 bekannt gab, brandete unter den Zuschauern Jubel auf. Luhukay bescheinigt seinem Torgaranten eine "fantastische Saison" und bezeichnet dessen Form als "fabulös".

Zweitligaspieler nicht chancenlos

Dass Thurk, der bereits Nationalmannschaftserfahrung hat und als Jugendlicher fünf Spiele für die deutsche U16-Auswahl bestritt, wirklich auf eine Nominierung für die WM hoffen kann, ist aber eher unwahrscheinlich.

Allerdings gehörten unter Löw mit Marko Marin, Oliver Neuville und Patrick Helmes ebenfalls drei Zweitligaspieler zum vorläufigen Aufgebot für die EM-Endrunde 2008. Vielleicht sollte sich Thurk zumindest die Option auf eine Stornierung seines Urlaubs offen lassen.