Endet auch dieses Saisonfinale in einer Katastrophe für den FC St. Pauli? Beweist die Mannschaft Charakter? Sorgt der Wechsel von Filip Trojan für ein persönliches Tief? Alexander Ludwig gibt Antworten.

Frage: Alexander Ludwig, nach der Niederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden stehen zwei Dinge fest: zu viele Punkte für den Abstieg, zu wenig für den Aufstieg. Ist die Situation frustrierend?

Alexander Ludwig: Frustrierend ist wohl das falsche Wort, enttäuschend trifft es besser. Die letzten Spiele haben wir ganz gut gespielt und entsprechend die Punkte mitgenommen. Auch auswärts in Aachen, wo es uns niemand so recht zugetraut hat. Und jetzt in Wehen beim Tabellenletzten lassen wir die Punkte liegen und spielen schlecht. Enttäuschend ja, aber nicht so sehr frustrierend, denn die erreichten 38 Punkte sind durchaus vorzeigbar. Außerdem hatten wir vor der Saison auch nicht ausgegeben, dass wir aufsteigen wollen.

Frage: Thema Charakterfrage: Können die Fans von Ihrem Team nun Moral erwarten?

Ludwig: Ja, selbstverständlich. Wir haben noch acht Spiele vor uns, es laufen einige Verträge aus, Leute wollen sich noch anbieten. Sich jetzt hängen zu lassen wäre für jeden persönlich fatal. Selbst die Spieler, die hier verlängert oder woanders unterschrieben haben, wollen die letzten Spiele vernünftig über die Bühne bringen, um den Zuschauern so einen versöhnlichen Abschied zu bereiten. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass wir nun nicht mehr 100 Prozent geben.

Frage: In der vergangenen Saison war dies ja aber der Fall. Die letzten drei Spiele waren katastrophal. Anschließend war immer wieder zu hören, dass Ihre Mannschaft aus den Fehlern gelernt hätte. Bleibt das dabei?

Ludwig: Ja, denn das war nicht unbedingt ein Highlight der letzten Saison. Das darf und wird uns nicht noch mal passieren. Weder die Fans, noch die Mannschaft hätten so einen Saisonabschluss verdient.

Frage: Filip Trojan verlässt den Verein zum Saisonende. Es ist bekannt, dass Sie recht gut befreundet sind. Wie traurig sind Sie über seinen Weggang?

Ludwig: Für ihn persönlich freut es mich, da er die neue Herausforderung gesucht hat. Auch wenn er momentan nicht weiß, ob er nächste Saison in der Bundesliga spielt, hat er in Mainz auf jeden Fall Perspektiven hinsichtlich der tschechischen Nationalmannschaft - und dort will er ja schließlich hin. Das ist schon mal die richtige Einstellung. Aber klar, wir haben in den letzten zwei Jahren ziemlich viel Zeit zusammen verbracht. Es ist schade, weil er als Typ echt cool ist. Doch ich kann es leider nicht ändern.