Fürth - Die Spielvereiningung Greuther Fürth ist sehr gut in die Rückrunde gestartet und eines von zwei Teams in der 2. Bundesliga, das im Jahr 2011 noch ungeschlagen ist. Durch die sechs Partien in Serie ohne Niederlage stehen die "Kleeblätter" auf Rang 5 - wieder einmal.

Auf diesem guten, aber dennoch irgendwie undankbaren Platz landeten die Franken in den vergangenen zehn Jahren sieben Mal. Das soll in dieser Saison anders werden.

Im Interview mit bundesliga.de erklärt der Kapitän der SpVgg, Thomas Kleine, was in den vergangenen Spielzeiten falsch gelaufen ist. Außerdem schaut er auf die kommenden Wochen, die zahlreiche schwere Spiele für die "Grün-Weißen" bereit halten und sagt, was die die Fürther in diesem Jahr besonders auszeichnet.

bundesliga.de: Herzlichen Glückwunsch zum 2:0-Sieg der SpVgg in Ingolstadt. Wie ist die Partie verlaufen?

Thomas Kleine: Wir waren von Beginn an gut drin im Spiel und haben nichts zugelassen. Sercan Sararer hat dann mit einer tollen Einzelleistung die Führung für uns erzielt. Wir haben weiter Druck gemacht, uns dann aber zu weit zurückgezogen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit lief es wieder besser. Im zweiten Durchgang haben wir das Spiel weitgehend dominiert, ohne aber die Konter effektiv zu Ende zu spielen. Sercan hat dann nach Zuspiel von Bernd Nehrig super geflankt und der eingewechselte Leo Haas konnte freistehend das 2:0 machen. Unter dem Strich ein verdienter Auswärtssieg gegen die Mannschaft von Benno Möhlmann.

bundesliga.de: Die Mannschaft hat derzeit einen Lauf und ist in der Rückrunde noch ungeschlagen. Woher rührt diese gute Form?

Kleine: Wir hatten ja auch in der Vorrunde nur eine kurze Schwäche-Phase. Diese Mannschaft ist gut eingespielt, im Winter haben wir uns gut vorbereitet. Der Kader ist in der Breite so gut aufgestellt, dass wir bisher auch dieses unglaubliche Verletzungspech kompensieren konnten. Bei uns fallen fünf Stammspieler langfristig aus, einige voraussichtlich bis zum Saison-Ende.

bundesliga.de: Ebenfalls top ist die Defensive, die gemeinsam mit der des FC Augsburg die beste der Liga ist. Was macht die Abwehr so stark?

Kleine: Die ganze Mannschaft arbeitet auch defensiv sehr gut mit. Mergim Mavraj und Asen Karaslavov sind neben mir erfahrene Innenverteidiger. Auf den Außenverteidiger-Positionen macht sich auch bezahlt, dass bei uns einige Spieler mehrere Positionen spielen können. Denn mit Stephan Schröck fällt der meiner Meinung nach beste Rechtsverteidiger der Liga aus, auf der linken Seite fehlt mit Kim Falkenberg auch ein Stammspieler.

bundesliga.de: Wie läuft die Abstimmung mit den beiden Neuzugängen, Mergim Mavraj neben Ihnen und Alexander Walke im Tor? Was zeichnet die beiden aus?

Kleine: Beide sind erfahrene Spieler, die schon viele Schlachten geschlagen haben. Sie haben sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt, weil sie auch gute Typen sind. Abstimmungsprobleme auf dem Platz gab es keine, das hat gleich sehr gut funktioniert.

bundesliga.de: Derzeit ist die SpVgg mal wieder auf Rang 5 und voll dabei im Aufstiegsrennen. Wie beurteilen Sie die Aufstiegschancen Ihres Clubs?

Kleine: Richtig, wir sind voll dabei. In den nächsten Wochen erwarten wir den VfL Bochum, Hertha BSC und den MSV Duisburg. Auswärts stehen Osnabrück, Aue und Augsburg auf dem Programm. Fünf von sechs Spielen gegen unmittelbare Konkurrenten. Gegen die gilt es, erfolgreich zu spielen. Dann stehen die Chancen gut, dass wir auch am 34. Spieltag oben dabei sind.

bundesliga.de: Ist der Aufstieg denn offiziell ein Thema? Wenn nicht, welches Saisonziel ist vorgegeben?

Kleine: Was heißt denn offiziell ein Thema? Wir alle wollen das Ziel erreichen, dafür arbeiten wir hart und geben in jedem Spiel alles. Ein paar von uns haben schon Bundesliga gespielt und das muss das Ziel für jeden Fußballer sein, sonst ist er fehl am Platz.

bundesliga.de: Sie selbst sind schon drei Mal mit Fürth auf dem 5. Platz gelandet. Woran hat es gehapert und wie kann die Mannschaft das in diesem Jahr besser machen?

Kleine: In der Rückschau muss man vielleicht feststellen, dass damals nicht alle mit der letzten Überzeugung reingegangen sind, dass wir es schaffen können. Aber das ist im Nachhinein schwierig festzumachen und ist ja auch schon lange her. Die jetzige Mannschaft hat diese hundertprozentige Überzeugung, die richtige Einstellung und den Willen. Das gilt für die ganze Mannschaft, die ihr Potenzial weiter abrufen muss und mit der nötigen Konsequenz auch noch mehr Tore machen kann.

bundesliga.de: Was würde ein Aufstieg für das "Kleeblatt" bedeuten?

Kleine: Für die Mannschaft und den Trainer wäre es die Bestätigung für die harte Arbeit. Für die Fürther und die SpVgg-Fans wäre es die Erfüllung des großen Traumes. Für den Verein würde es einen Quantensprung bedeuten und völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Wir werden alles tun, um das zu erreichen, was sich alle wünschen. Das haben sich auch die Leute im Umfeld und die Mitarbeiter der SpVgg verdient, dass wir es zusammen endlich schaffen.

bundesliga.de: Mit einem Sieg am kommenden Spieltag gegen den VfL Bochum könnte das Team dem Aufstieg einen großen Schritt näher kommen. Was denken Sie?

Kleine: Ein Sieg gegen Bochum bringt uns weiter nach vorne, aber noch nicht ans Ziel. Abgerechnet wird am Schluss und bis dahin ist es noch ein langer Weg.

bundesliga.de: Was für ein Spiel erwarten Sie gegen den VfL?

Kleine: Ich glaube, dass es ein sehr schweres Spiel wird. Die Bochumer haben einen Lauf. Das ist eine sehr gute Mannschaft für die 2. Bundesliga, die ihre Anfangsschwierigkeiten überwunden hat und den sofortigen Wiederaufstieg erreichen möchte.

bundesliga.de: Worauf wird es für Ihr Team ankommen?

Kleine: Wir müssen die gefährlichen Bochumer möglichst weit vom Tor weghalten und selbst Druck machen. Wenn uns das gelingt und wir unsere Torchancen konsequent nutzen, dann können wir erfolgreich sein. Dazu ist eine mannschaftlich geschlossene Top-Leistung nötig.

bundesliga.de: Wieso wird die SpVgg am Saisonende den Aufstieg schaffen?

Kleine:(lacht) Weil wir mehr Punkte haben als die anderen...

Die Fragen stellte Gregor Nentwig