München - Am Freitag will die SpVgg Greuther Fürth im Spiel gegen FSV Frankfurt den ersten Bundesliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte auch rechnerisch perfekt machen. Dabei reicht den "Kleeblättern" schon ein Punkt. Die Fürther könnten sich sogar eine Niederlage leisten, solange der SC Paderborn am Sonntag im Spiel gegen den Karlsruher SC nicht gewinnt.

In den weiteren Freitagspartien des 32. Spieltags der 2. Bundesliga treffen Eintracht Braunschweig und der MSV Duisburg sowie Energie Cottbus und der VfL Bochum aufeinander (alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Das ist für uns ein historischer Tag. Wir, 'die Unaufsteigbaren', die nicht können und wollen", fasst Coach Mike Büskens zusammen, "sind auf einmal oben." Durch die Niederlage Fortuna Düsseldorfs bei Dynamo Dresden sind die Fürther nur noch theoretisch von einem direkten Aufstiegsplatz zu verdrängen. Neun Punkte und 31 Tore stehen sie vor dem Relegationsrang. "Ein Jahrhunderttraum ist in Erfüllung gegangen", sagte Oberbürgermeister Thomas Jung.

Coach Büskens hält trotz der Euphorie die Spannung auf die noch ausstehenden Spiele hoch. "Das ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen, die man aber auch von uns erwarten kann. Wir müssen am Freitag wieder unseren Mann stehen und wollen den nächsten Dreier abholen", blickt der 44-jährige Fußball-Lehrer auf die Partie beim FSV Frankfurt voraus. Noch sind neun Punkte zu vergeben und Büskens erwartet einen "harten Zweikampf" mit Eintracht Frankfurt um den Meistertitel in der 2. Bundesliga.

Möhlmann zollt Respekt



FSV-Coach Benno Möhlmann, der selbst sieben Jahre in Fürth trainierte, freut sich für die "Kleeblätter": "Zunächst einmal möchte ich an dieser Stelle ganz offiziell auch meine Glückwünsche an die SpVgg Greuther Fürth übermitteln. Ich denke, die Spielvereinigung hat es nach mittlerweile 15 Jahren, in denen einige Male ans Tor der Bundesliga geklopft worden ist, endlich geschafft."

Für das Spiel gegen den Tabellenführer muss der FSV auf Chadli Amri (Wadenbeinbruch), Mario Fillinger (Knöchelbruch) und Tufan Tosunoglu (Quadrizepsmuskelriss) verzichten. Auch Gledson, Samil Cinaz und Zafer Yelen sind angeschlagen.


Schiedsrichteransetzungen

Ganze sieben Punkte steht der MSV Duisburg vor dem Relegationsrang. Gründe zum Ausruhen gibt es für Trainer Oliver Reck trotzdem nicht: "Wir sind noch nicht durch, müssen in Braunschweig den letzten Schritt ins Ziel gehen." Zwar holten die "Zebras" aus den letzten fünf Spielen starke zehn Punkte, doch der Gegner zollt Respekt ab. "Die Eintracht ist eine sehr homogene Mannschaft. Sie sind nicht umsonst bester Aufsteiger der Saison und schon gerettet", unterstrich Reck.

Goran Sukalo, Organisator im defensiven Mittelfeld, wird aufgrund einer Gelbsperre fehlen. Tanju Öztürk gilt als erste Alternative. "Wir haben mehrere Möglichkeiten Sukalo zu ersetzen. Welche Variante es am Ende wird, steht derzeit noch nicht fest", lässt sich Reck dennoch nicht in die Karte schauen. Aufgrund einer Oberschenkelverletzung fällt Vasileios Pliatsikas kurzfristig aus.

Gestärkt aus englischer Woche



Sein Gegenüber Torsten Lieberknecht zog trotz der drei sieglosen Partien ein positives Fazit der englischen Woche. Seine Mannschaft habe starke Leistungen gezeigt, auch wenn kein Sieg dabei herausgesprungen sei. "Ich muss die Jungs wirklich loben. Gerade was Wille und Einsatzbereitschaft betrifft, haben sie sich sensationell präsentiert."

Verzichten muss der Coach dabei auf Domi Kumbela und Oliver Petersch. Kumbela zog sich gegen Union Berlin eine schwere Oberschenkelprellung zu, Petersch laboriert an einer Schambenentzündung. Es gibt jedoch auch positive Nachrichten zu vermelden. Nach gelungenem 60-minütigen Comeback in Berlin ist Abwehrspieler Marcel Correia "auf jeden Fall wieder eine Option."

Schiedsrichteransetzungen

Der FC Energie Cottbus ist die schwächste Mannschaft der Rückrunde. Aus 14 Partien sammelten die Lausitzer lediglich neun Punkte und sind dadurch wieder in den Abstiegsstrudel gerutscht. Der Abstand zum Relegationsrang 16 beträgt nur noch vier Zähler. Bei allem Druck und aller Anspannung sieht FCE-Trainer Rudi Bommer vor dem Heimspiel gegen Bochum die positiven Aspekte: "Die Mannschaft hat es selbst in der Hand, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen."

Für Thorsten Kirschbaum könnte die Saison wegen seiner Muskelfaserrisses bereits beendet sein, Rene Renno wird wieder das Tor hüten. Uwe Möhrle kehrt nach seiner Gelb-Sperre in die Startelf zurück, so dass nur der letztmals gesperrte Roger fehlt.

Bergmann erwartet harten Kampf



"Für Cottbus ist es ein Schlüsselspiel, sie werden uns physisch stark attackieren", warnt VfL-Coach Andreas Bergmann seine Spieler: "Wir müssen uns wehren." Der Trainer setzt auf eine offensive Taktik, betonte aber, nicht ins offene Messer laufen zu wollen. In den Kader zurückkehren wird aller Voraussicht nach Philipp Bönig. Der dienstälteste Bochumer hat seine Sperre nach seiner Gelb-Roten Karte in Aachen abgesessen und könnte seine angestammte Position auf der linken Abwehrseite einnehmen.

Auch die zuletzt angeschlagenen Andreas Luthe und Paul Freier sind aller Voraussicht nach einsatzbereit. "Andi wird wohl wieder dabei sein", sagte Bergmann über unseren Keeper, der wegen anhaltender Schulterprobleme ab und zu aus dem Training genommen wird.

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