Duisburg/München - Selten kam ein Torwartwechsel bei einem Bundesliga-Club überraschender als für Florian Fromlowitz. Der Keeper spielte in der abgelaufenen Saison mit Hannover 96 eine hervorragende Hinrunde, stand mit den "Roten" zur Winterpause auf dem 4. Tabellenrang und musste doch den Platz zwischen den Pfosten für Ron-Robert Zieler räumen.

Fromlowitz will in dieser Saison aber wieder angreifen, und das bei einem neuen Club. Beim MSV Duisburg möchte sich der Torhüter nicht nur den Posten als Nummer 1 sichern, mit den "Zebras" will der 24-Jährige auch in der 2. Bundesliga für positive Schlagzeilen sorgen. Im Interview mit bundesliga.de spricht Fromlowitz über seinen Vereinswechsel, einen Neubeginn und die Ziele der Duisburger.

bundesliga.de: Herr Fromlowitz, der MSV hat gerade sein erstes Trainingslager absolviert. Wie schätzen Sie zu diesem frühen Zeitpunkt den Stand der Vorbereitungen ein?

Fromlowitz: So, wie er wohl zu diesem Zeitpunkt sein sollte. Die Pause für die zweite Liga ist sehr eng gewesen, das merkt man natürlich, alles geht etwas gedrängter zu. Die Arbeit war hart, aber sie war auch gut und hat sogar Spaß gemacht, das macht vieles einfacher. Bislang sind wir zum Glück ohne Verletzungen durchgekommen, und das ist und bleibt das Wichtigste.

bundesliga.de: Wie sind die ersten Eindrücke von Ihrem neuen Verein?

Fromlowitz: Sehr gut. Wir haben zwar recht viele Neuzugänge, aber alle sind gut aufgenommen worden, es stimmt untereinander. Und dass hier gleich beim ersten Training 6.000 Zuchauer waren, ist natürlich einfach sensationell! Das zeigt, dass die Begeisterung aus der letzten Saison geblieben ist - und wir wollen das natürlich als Anschub nutzen.

bundesliga.de: Sie wurden auch bei anderen Clubs gehandelt. Was hat speziell den Ausschlag für Duisburg gegeben?

Fromlowitz: Es ist zwar alles relativ schnell gegangen, aber als die Anfrage aus Duisburg kam, musste ich eigentlich auch nicht großartig überlegen. Es gibt hier klare Ziele, es gibt ein klares Konzept, die Gespräche mit Trainer Milan Sasic waren gut und effektiv. Und dazu kommen sicherlich die Auftritte des MSV in der vergangenen Saison, die ich ja auch von Hannover aus wahrgenommen habe. Ich denke, dass hier für den Verein, aber natürlich auch für mich, ein weiterer Schritt nach vorne möglich ist.

bundesliga.de: In der Winterpause mussten Sie in Hannover den Platz zwischen den Pfosten räumen. Wie schwer ist Ihnen die Rolle des Ersatztorwarts gefallen?

Fromlowitz: Was für eine Frage! Natürlich macht es keinen Spaß, auf der Bank zu sitzen, gerade, wenn wir wie in Hannover eine überragende Vorrunde gespielt haben. So eine Entscheidung ist sicher nicht leicht zu akzeptieren, auch wenn es zum Fußball dazu gehört. Aber das ist vorbei, jetzt zählt der MSV.

bundesliga.de: Sie wollen jetzt sicherlich wieder spielen. Sind Sie vom MSV als neue Nummer 1 geholt worden?

Fromlowitz: Das müssen Sie den Trainer fragen. Ich werde arbeiten, mich anbieten und hoffe natürlich, beim Start und in der Saison im Tor zu stehen.

bundesliga.de: David Yelldell hat in der vergangenen Saison alle 34 Spiele für die "Zebras" absolviert. Wie hart wird der Konkurrenzkampf?

Fromlowitz: Erst einmal finde ich es gut, hier mit David und auch den beiden anderen Torhütern auf Keeper mit einem hohen Niveau zu treffen, die immer wieder von dir selbst Bestleistungen erfordern. Das Training mit Oliver Reck ist gut, abwechslungsreich und intensiv. Ich denke, der MSV kann sich auch in dieser Saison auf seine Torhüter verlassen - wer auch immer dann im Tor stehen wird.

bundesliga.de: Der MSV hat zwar Leistungsträger verloren, aber auch zahlreiche erfahrene Profis verpflichtet. Wie stark schätzen Sie den Kader ein?

Fromlowitz: Bislang habe ich einen guten Eindruck. Vor allem zeigt sich, dass wir auf fast allen Positionen doppelt besetzt sind, der eine oder andere Spieler auch auf zwei oder drei Positionen spielen kann. Das wird uns hoffentlich in der Saison über schwierige Phasen hinweghelfen.

bundesliga.de: Im vergangenen Jahr mischte Duisburg lange in der Spitzengruppe mit, verpasste aber dann den Anschluss. Ist in dieser Saison der Aufstieg drin?

Fromlowitz: Es wird wie immer wichtig sein, gut zu starten. Wir wissen, dass wir Erfolg haben können, wenn wir als Einheit, als Mannschaft auftreten. Weil die Liga sicher noch ausgeglichener ist als im vorigen Jahr. Wo wir dann am Ende landen, lässt sich deshalb auch nur schwer sagen. Aber wir wollen ins obere Drittel.

Die Fragen stellte Tim Tonner