München - Fortuna Düsseldorfs Kapitän Andreas Lambertz hat in den letzten drei Jahren ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Zunächst stieg das Urgestein mit der Fortuna über die Relegation in die Bundesliga auf. Ein Jahr später verspielten die Rheinländer einen sicher geglaubten Vorsprung und mussten den Gang in die 2. Bundesliga antreten. 

Mit bundesliga.de spricht Andreas "Lumpi" Lambertz über die Emotionen in der Relegation und die Düsseldorfer Ziele in der kommenden Saison.

bundesliga.de: Herr Lambertz, 2011/12 setzte sich Ihre Fortuna in der Relegation gegen Herta BSC durch. An welche Szenen aus den beiden Spielen erinnern Sie sich besonders deutlich?

Lambertz: Ich denke gerne an das Hinspiel in Berlin zurück, weil wir dort den nicht für möglich gehaltenen Sieg geholt haben. Wir lagen 0:1 hinten und haben das Spiel noch gedreht. Ich habe mit den Fans geredet, das war für viele eines der geilsten Spiele überhaupt.

bundesliga.de: Das Rückspiel war hochemotional und endete mit dem Triumph der Fortuna.

Lambertz: Im Rückspiel war für mich das 1:0 der Schlüsselmoment, als der Ball schon nach 25 Sekunden im Netz einschlägt. Da war dann auf einmal ein Gefühl von Sicherheit und der Gedanke: Wir schaffen das heute.

bundesliga.de: Welcher Druck lastet bei solchen "Endspielen" auf der Mannschaft? Wie gehen die Spieler damit um?

Lambertz: Die Relegationsspiele sind für alle Fans und auch die Mannschaft die emotionalsten Spiele überhaupt. Es geht um sehr viel bei diesen Alles-oder-Nichts-Partien. Als Drittplatzierter der zweiten Liga ist man natürlich erst einmal der Außenseiter. Aber wir haben ja gezeigt, dass das nicht immer etwas heißen muss.

bundesliga.de: In diesem Jahr hat Fortuna Düsseldorf nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun. Mit einem Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern hat sie sich aber noch Platz 6 gesichert. Wie lautet Ihr Fazit für diese Spielzeit?

Lambertz: Platz 6 ist schon ganz gut, aber zufrieden können wir mit dieser Saison natürlich nicht sein. Wir waren eine Zeit lang auch in einer Gefahrenzone, womit keiner gerechnet hätte. Zum Glück haben wir dann rechtzeitig noch die Kurve gekriegt.

bundesliga.de: Welche Zielsetzung hat die Fortuna in der kommenden Saison?

Lambertz: Wir sollten aus dem letzten Jahr unsere Lehren ziehen, wenn wir wieder dahin zurück wollen, wo wir hergekommen sind. Ich hoffe, dass wir gestärkt aus dieser schlechteren Phase kommen - als eine Mannschaft, die auch vom Kopf her stabiler geworden ist.

bundesliga.de: In dieser Spielzeit waren Sie häufiger verletzt. Wie sieht Ihre Zukunft in Düsseldorf aus?

Lambertz: Es ist alles ein bisschen doof gelaufen. Ich bin nach meinem Faserriss vielleicht etwas zu früh ins Training eingestiegen. Eigentlich habe ich einen Test gemacht, dann drei Tage voll trainiert und erst ist im dritten Training hat es wieder reingezogen. Das ist die Jahre zuvor gutgegangen, diesmal nicht. Unabhängig davon sehe ich meine Zukunft auch weiterhin in Düsseldorf.

Das Gespräch führte David Meininger