Gegen Duisburg erzielte Andreas Lambertz (r.) sein zweites Saisontor
Gegen Duisburg erzielte Andreas Lambertz (r.) sein zweites Saisontor
2. Bundesliga

"Eine Welle, die durch die Stadt geht"

Gegen den MSV Duisburg stellte Fortuna Düsseldorf vor ausverkauftem Haus einmal mehr seine Heimstärke unter Beweis. Der Aufsteiger ist die beste Heimmannschaft der 2. Bundesliga und steht auch deshalb so weit vorne in der Tabelle.

Im Derby gegen die "Zebras" zählte Andreas Lambertz mit einem Tor und einem Assist zu den Leistungsträgern der Fortuna. Im Gespräch mit bundesliga.de blickt er noch einmal zurück auf das Spiel und nennt Gründe für die Dominanz auf eigenem Platz.

Lambertz spricht im Interview über die Saisonziele der Rheinländer und darüber, wie eine ganze Stadt dem Fußballfieber erlegen ist. Weiterhin sagt der Kapitän der Düsseldorfer, wie er über den kommenden Gegner Augsburg denkt (So., ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

bundesliga.de: Herr Lambertz, herzlichen Glückwunsch zum Sieg gegen den MSV. Wie schwer und wie wichtig war der Sieg gegen einen direkten Konkurrenten in der Tabelle?

Andreas Lambertz: Jeder Sieg ist wichtig, auch wenn dieses Spiel sicherlich einen besonderen Charakter hatte. Denn das letzte Derby gegen die Duisburger fand in Düsseldorf vor fast 13 Jahren statt. Wir haben eine sehr ordentliche Partie abgeliefert und damit wiederum beste Werbung für den Fußball in der Landeshauptstadt gemacht.

bundesliga.de: Sie selbst waren mit einem Tor und einem Assist maßgeblich am "Dreier" beteiligt. Wie viel Selbstvertrauen nimmt selbst ein erfahrener Spieler und Kapitän wie Sie aus solch einem starken persönlichen Auftritt?

Lambertz: Ich glaube schon, dass ich, ohne überheblich klingen zu wollen, über ein angemessenes Selbstvertrauen verfüge. Das hilft mir, gute und weniger gute Leistungen voneinander zu unterscheiden. Und natürlich habe ich mich nach dem Spiel gefreut - auch, weil es wohl eines meiner besseren Spiele war.

bundesliga.de: Düsseldorf ist daheim das Maß aller Dinge in der 2. Bundesliga. Wie erklären Sie sich diese Dominanz?

Lambertz: Es stimmt, die ESPRIT arena ist eine Festung geworden und dass dem so ist, verdanken wir nicht zuletzt auch der herausragenden Unterstützung unserer Fans. Unser Anhang steht bedingungslos hinter uns, weil wir ebenso bedingungslos um jeden Ball kämpfen.

bundesliga.de: Auswärts reichte es bislang aber nur zu acht Punkten. Den letzten Auswärtssieg feierte die Fortuna Ende Oktober. Wie erklären Sie sich dies?

Lambertz: Auswärts weisen wir noch gewisse Schwächen auf, das stimmt. Aber wir haben selbst die Spiele, in denen wir punktlos den Platz verließen, nie sonderlich schlechter als unsere Gegner gespielt. Wir haben noch gewisse Defizite und die gilt es auszumerzen. Denn am Support kann es ganz gewiss nicht liegen, denn der ist auch bei den Auswärtspartien schlichtweg überragend.

bundesliga.de: Am 22. Spieltag geht es für Düsseldorf zum FC Augsburg. Der FCA hat daheim schon 25 Mal getroffen. Wie wollen Sie dieses Offensivfeuerwerk stoppen?

Lambertz: Sicherlich eine gute Bilanz der Augsburger, die belegt, warum der FCA so weit oben steht. Aber wir haben mit unserer Abwehr schon oft genug in dieser Saison unter Beweis gestellt, dass wir auch großem Druck standhalten können.

bundesliga.de: Sie spielen seit Ihrer späten Jugend bei der Fortuna. Seit 2004 gehören Sie zur Stamm-Elf des Vereins. Würden Sie die Fortuna als eine Herzensangelegenheit bezeichnen?

Lambertz: Sicherlich, denn alleine die Umstände, unter denen seinerzeit die Verpflichtung zustande kam, waren beeindruckend. Der Fortuna ging es damals finanziell sehr schlecht und um neben mir noch einen weiteren Junioren-Spieler aus den eigenen Reihen verpflichten zu können, wurde eine Benefiz-Begegnung, das von der Düsseldorfer Sportpresse ins Leben gerufen wurde, veranstaltet, . Dieses "Mythos-Spiel" mit mehr als 5.000 Zuschauern ließ mich ahnen, welches Potential in Düsseldorf vorherrscht. Das war sicherlich eine der außergewöhnlichsten Stunden meines Lebens.

bundesliga.de: Lange Zeit mussten die Düsseldorfer darauf warten, dass ihre Fortuna wieder in der 2. Bundesliga mitspielt. Spüren Sie die neue Euphorie in der Stadt?

Lambertz: Es ist wie eine Welle, die durch die Stadt geht und es scheint, als würde es alle anstecken - egal ob alt oder jung. Und natürlich bin ich in gewisser Weise stolz darauf, meinen Anteil dazu beigetragen zu haben. Man merkt den Fans ihre Freude an, dass es mit Fortuna wieder aufwärts geht und sie mit Stolz einen rot-weißen Schal tragen oder mit einem F95-Aufkleber auf dem Auto durch die Lande fahren.

bundesliga.de: Von der Regionalliga in die 3. Liga, von der 3. Liga in die 2. Bundesliga. Wohin führt der Weg die Fortuna in dieser Saison?

Lambertz: Wir bleiben bei unserem ausgegebenen Ziel und das hieß klar und eindeutig, dass wir in der Liga ankommen und so früh wie möglich nichts mit den Abstiegsrängen zu tun haben wollen. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe - und wir werden alles daran setzen, dass es am Ende ein möglichst guter Tabellenplatz sein wird. Denn daran haben alle bei uns in der Mannschaft Spaß.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz