Unter dem Motto: "JA, wir sind wieder da" startete die große Mainzer Aufstiegsfeier nach dem 4:0-Erfolg am letzten Spieltag gegen Rot-Weiß Oberhausen.

"Der letzte Schritt ist immer der schwerste. Das hat die Mannschaft hervorragend gemacht. Eine geile Truppe", sagte Trainer Jörn Andersen nach dem Aufstieg. Im vergangenen Jahr ging bei Mainz 05 die Ära Jürgen Klopp zu Ende.

Lob für Andersen

Nach seiner elf-jährigen aktiven Laufbahn als Spieler und weiteren acht Jahren als Trainer der Mainzer, wechselte er zu Borussia Dortmund. Jörn Andersen übernahm die Mannschaft mit dem Ziel: Aufstieg!

"Jürgen Klopp hat gute Vorarbeit geleistet. Ich habe seine Arbeit einfach weitergemacht", gab sich Andersen nach dem Aufstieg bescheiden. Mainz-Manager Christian Heidel lobte den Trainer: "Es waren so viele Leute da, die uns garantiert haben: Wenn Jürgen Klopp den Verein verlässt, bricht hier alles zusammen. Jörn hat bewiesen, dass es auch mit einem anderen Trainer geht, so sehr wir den "Kloppo" auch schätzen."

Trauriger Rekord

Nach dem 4. Platz im vergangenen Jahr glaubten viele an ein sich wiederholendes Aufstiegstrauma, wie es der Club vor einigen Jahren zwei Mal erlebte. 2002 verpasste der FSV hinter Energie Cottbus den ersten Aufstieg in die Bundesliga. Vor dem letzten Spieltag hatten die Mainzer noch zwei Punkte Vorsprung auf den 4. Rang. Dennoch scheiterten sie. Mit 64 Punkten sind sie bis heute punktbester Zweitliga-Nichtaufsteiger aller Zeiten.

2003 verpassten die Mainzer den Aufstieg unter noch dramatischeren Umständen. Zwar gewannen sie ihr letztes Spiel in Braunschweig mit 4:1 und standen damit so gut wie sicher in der Bundesliga. Doch dem hessischen Nachbarn Eintracht Frankfurt gelang noch ein Fußball-Wunder. Mit zwei Toren in der Nachspielzeit - zum 6:3-Erfolg über Reutlingen - entschieden die Frankfurter das bis heute wohl spannendste Aufstiegsfinale aller Zeiten für sich.

Mainz im UEFA-Pokal

Die Enttäuschung in Mainz war riesig, doch nur ein Jahr später gelang dem selbsternannten "Karnevals-Verein" dann endlich der Premieren-Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Drei Jahre hielten sich die Mainzer in der Bundesliga und durften sogar international glänzen. Als Gewinner der deutschen Fair-Play-Wertung wurde Mainz im Sommer 2005 der dem DFB zugeloste Startplatz in der UEFA-Pokal-Qualifikation zugesprochen.

Nach Siegen über die Pokalsieger Armeniens (FK MIKA Aschtarak; 4:0, 0:0) und Islands (ÍB Keflavík; 2:0, 2:0) erreichten die Mainzer die erste Hauptrunde des UEFA-Pokals, wo sie auf den späteren Sieger Sevilla FC trafen. Nach einem beachtlichen 0:0 in Sevilla entschieden die Spanier das Rückspiel, das ebenso wie die beiden Heimspiele in den Qualifikationsrunden in der Frankfurter Commerzbank-Arena ausgetragen wurde, mit 2:0.

Neue Arena

Für die neue Spielzeit steht in Mainz eine große Veränderung an. Das neue Fußballstadion (Coface Arena) soll ein Wahrzeichen und Publikums-Magnet der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt werden. "Wir erhalten ein eindrucksvolles, unverwechselbares Stadion. Die Arena hat das Potenzial, ein modernes Wahrzeichen unserer Stadt zu werden", äußerte FSV-Präsident Harald Strutz bei der Vorstellung des Entwurfs.

Aus Mainzer Sicht ist zu hoffen, dass damit die Heimschwäche aus der abgelaufenen Saison der Vergangenheit angehört. In der Spielzeit 2008/09 langte es nur für Platz 12 in der Heimtabelle. Lediglich sieben Siege feierte der FSV im eigenen Stadion. Umso eindrucksvoller lautete dafür die Auswärtsbilanz. 36 Punkte konnte Mainz in der Fremde einfahren und war damit eindeutig Ligaspitze.

Klopp kehrt zurück

Auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freut man sich in Mainz. Borussia Dortmund absolviert in der Vorbereitung auf die Saison 2009/10 ein Testspiel im Bruchwegstadion. Für die Mainzer wäre dies das erste Wiedersehen mit ihrem früheren Cheftrainer Jürgen Klopp und seinen Co-Trainern Zeljko Buvac und Peter Krawietz. Die Partie ist Teil der Ablösevereinbarung rund um den Transfer des Innenverteidigers Neven Subotic von Mainz 05 zum BVB im Sommer 2008.

Die Verbindung zwischen Mainz und dem BVB scheint eine ganz besondere zu sein. Nicht nur Klopp und Subotic zog es zur Borussia. Auch Mohamed Zidan, der von 2005 bis 2007 unter Klopp für Mainz 05 stürmte, folgte seinem ehemaligen Coach nach Dortmund. In der kommenden Saison spielt auch FSV-Mittelfeldmann Markus Feulner für den BVB.

Trojan kommt

Neben Feulner stehen Roman Neustädter (Borussia Mönchengladbach) und Robert Fleßers (FC Ingolstadt) als Abgänge fest. Filip Trojan kommt vom FC St. Pauli.

"Dem Aufstiegskader gehört unser Vertrauen", betonte Heidel. "Diese Mannschaft ist ja schließlich aufgestiegen. Wir werden den Kader aber natürlich punktuell verstärken." Trotz der Abgänge sind alle 05er heiß auf ein weiteres Jahr Bundesliga. "Bundesliga, das ist für einen Club wie Mainz 05 noch immer ein großes Geschenk", sagte Strutz.