Am 25. Spieltag rieben sich die ins Ahlener Wersestadion mitgereisten Fans des 1. FC Kaiserslautern verwundert die Augen. Denn da passierte etwas, was die Anhänger der "Roten Teufel" schon lange nicht mehr gesehen hatten.

Der FCK gewann gegen Rot Weiss Ahlen mit 1:0 und schaffte damit endlich einmal wieder einen Sieg auf fremden Platz. Ein halbes Jahr ließen die Mannschaft von Trainer Milan Sasic ihre Anhänger warten, bis die wieder einen Auswärtserfolg bejubeln durften.

Träumen vom Aufstieg

Nach zuletzt drei Niederlagen hatte Kaiserslautern gegen RWA den zweiten Sieg in Folge eingefahren. Ein Sprung auf Platz 4 in der Tabelle und nur noch drei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz lassen die Fans nun schon wieder vom Aufstieg träumen.

Zu solchen Gedanken wollen sich die Verantwortlichen des FCK im Gegensatz zu ihren Fans aber nicht verleiten lassen. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz erklärte, dass der Aufstieg in die Bundesliga "weiterhin kein Thema" sei: "Wichtig ist nur das nächste Spiel gegen Oberhausen."

Zuhause sind die "Roten Teufel" Spitze

Trotzdem: Vielleicht war gerade der Sieg gegen Rot Weiss Ahlen genau der Erfolg, den die Truppe gebraucht hat, um wieder Mut zu schöpfen und die Tabellenspitze nochmal anzugreifen. Wenn die Lautrer von nun an beständig auswärts punkten, hätten sie ihr größtes Problem in dieser Saison endlich im Griff. Denn auf dem eigenem Platz ist der FCK sowieso schon Spitze. Im Fritz-Walter-Stadion hat Kaiserslautern bisher erst ein Spiel verloren - mit 30 Punkten und nur neun Gegentoren sind sie das heimstärkste Team der 2. Bundesliga.

Ohne die Auwärtsmisere mit nur elf Punkten aus zwölf Spielen könnte das Team also wesentlich besser in der Tabelle dastehen und Trainer Sasic gibt zu, dass die schlechten Ergebnisse auch "spürbar am Selbstvertrauen genagt" haben. Das soll aber nun vorbei sein: Um das gegen Ahlen wiedererlangte Selbstbewusstsein zu festigen, nutzt der Coach die Länderspielpause für ein kurzes Trainingslager im kleinen rheinland-pfälzischen Städtchen Lahnstein.

Einschwören gegen schwere Gegner

Mitgereist ist fast der komplette Kader. Nur auf Tobias Sippel, Dario Damjanovic, Erik Jendrisek und Aimen Demai, die mit ihren Nationalteams unterwegs sind, muss Sasic verzichten. Der Trainer will seine Truppe einschwören auf die letzten neun Partien, in denen nochmal schwere Gegner wie der SC Freiburg und die unter Peter Neururer noch ungeschlagenen Duisburger warten.

Die beiden Testspiele in diesem Trainingslager hat der FCK mit 13:0 und 3:1 gewonnen. Auch wenn die Gegner FV Engers und SG Eintracht Lahnstein hießen und in der Rheinlandliga spielen - weitere Auswärtssiege waren es trotzdem. Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind getan...

Karolina Mahrla