München - Am Ostermontag spielt Hertha BSC beim MSV Duisburg (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Ein besonderes Spiel. Nicht nur weil das Hinspiel verloren ging und eine Revanche den Berlinern gut zu Gesicht stünde.

Nein, nach den Patzern der Konkurrenz (Bochum 1:1 in Paderborn, Fürth 0:3 bei 1860) reicht den Herthanern bereits ein Punkt bei den "Zebras", um den Aufstieg in die Bundesliga endgültig klar zu machen und nach einem Jahr Abwesenheit in Deutschlands höchste Spielklasse zurückzukehren.

Richtig gefeiert wird erst nach der Meisterschaft

Doch ans feiern denkt bei Hertha noch niemand. "Der Aufstieg ist das eine große Ziel. Aber das andere ist die Meisterschaft. Deswegen werden wir uns auch im Falle des Aufstiegs relativ bald wieder um das Spiel gegen 1860 kümmern", sagte Trainer Markus Babbel.

Nicht einmal vier Tage liegen zwischen dem Spiel in Duisburg und dem gegen 1860 München (Freitag, 29. April, 18 Uhr). Nach dem Patzer FC Augsburg gegen Aachen (1:2) können die Herthaner ihren Vorsprung auf den Tabellenzweiten auf sieben Punkte ausbauen - auch die Meisterschaft wäre dann zum Greifen nahe.

"Duisburg hat enorme Qualität"

Zuerst aber kann die Mannschaft im Ruhrpott den Aufstieg sicherstellen. Doch es gibt leichtere Ausgaben, als beim MSV zu gewinnen, weiß auch Babbel: "Duisburg hat enorme Qualität, sie haben das Pokalfinale erreicht und uns im Hinspiel nicht mit Glück geschlagen, sondern weil sie die bessere Mannschaft waren." Darum verlangt der Coach von seinen Mannen volle Konzentration: "Wir müssen eine Top-Leistung abrufen, damit wir den Sack zumachen können."

Allerdings hat der MSV vier der letzten sechs Spiele verloren. Der vermeintlich ideale Zeitpunkt also, für die Herthaner nach Duisburg zu reisen. Zumal Babbel mit allen Mann an Bord in den Westen der Republik fahren kann. Auch Peter Niemeyer, der unter der Woche angeschlagen war, wird für das Spiel wohl fit sein.

Große Personalsorgen beim MSV

Für die "Zebras" geht es immer noch um einen möglichst guten Platz in der Abschlusstabelle, es geht aber natürlich auch darum, sich einzuspielen und die rechte Form zu finden für das DFB-Pokalfinale am 21. Mai in Berlin gegen Schalke 04. Doch der MSV hat derzeit mit massiven Verletzungssorgen zu kämpfen.

Neben den Langzeitverletzten Julian Koch und Ivica Grlic fehlt seit ein paar Wochen auch Sturmriese Stefan Maierhofer mit einem Mittelfußbruch. Zudem riss sich Kapitän Srdjan Baljak im letzten Spiel gegen Cottbus auch noch das Kreuzband. Auch Olcay Sahan (Infekt) ist für den Montag fraglich, will es aber versuchen. Jürgen Säumel (Beckenschiefstand, muskuläre Probleme) fühlt sich zwar besser, muss gegen die Hertha aber ebenfalls passen. Immerhin sind Goran Sukalo und Bruno Soares wieder richtig im Training.

Vorfreude bei Sukalo

"Ich hoffe auf einen tollen Abend für die Fans. Natürlich vor allem für unsere Fans", sagt Sukalo vor dem Heimspiel gegen den Spitzenreiter. Der Abwehrspieler setzt dabei auf das besondere Fluidum unter Flutlicht. "Hertha wird auf Sieg spielen, wir wollen das auch - dazu kommt die tolle Atmosphäre bei unseren Heimspielen, gerade unter Flutlicht', freut sich der slowenische Nationalspieler.

MSV-Trainer Milan Sasic hat vor der Partie noch einen "Tipp" für die Gäste parat: "Den Aufstieg im eigenen Stadion zu feiern ist doch viiiiiel schöner...", meint Sasic schmunzelnd.