Bochum - Der VfL Bochum will mit aller Macht in die Bundesliga - und ist zwei Tage vor dem entscheidenden Relegationsspiel am Mittwoch (ab 20 Uhr im Live-Ticker) fast grenzenlos optimistisch. "Die Mannschaft hat immer eine Top-Leistung gezeigt, wenn es darauf an kam", ist Trainer Friedhelm Funkel überzeugt.

Die unglückliche 0:1-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach im Hinspiel, jenes Gegentor erst in der Nachspielzeit - es scheint, als hätte dies alles den VfL nur noch mehr angestachelt. "Daraus holen wir uns noch mal eine Extramotivation", bekennt Kapitän Christoph Dabrowski, "wir werden noch einmal alles rausholen." Den großen Traum, wie Friedhelm Funkel es ausdrückt, will man sich nicht nehmen lassen. "34 Spiele haben wir in der 2. Bundesliga darauf hingearbeitet, wieder aufzusteigen."

"Das beste Spiel der Saison"

Ihren Optimismus schöpfen die Bochumer trotz der Niederlage aus der Tatsache, über 90 Minuten dem Erstligisten mit einer offensiven Gangart Paroli geboten zu haben. "Nach dieser Partie hat auch Gladbach großen Respekt vor uns", ist Funkel überzeugt. Für den Trainer war es sogar "uneingeschränkt das beste Spiel der Saison".

Und genau daran wird seine Mannschaft am Mittwoch anknüpfen, erklärt Funkel weiter: "Die Mannschaft wird fighten bis zur letzten Sekunde. Wir sind körperlich topfit. Und wenn es nötig ist, dann werden wir Gladbach auch 120 Minuten lang richtig fordern."

Mit den Fans im Rücken

Große Hoffnungen setzt der VfL bei der Operation Wiederaufstieg auf seine Fans. Dass das oftmals nicht einfache Verhältnis zwischen Anhängern und Club nach den Leistungen der letzten Wochen von einer neuen Liebe getragen wird, soll im zweiten Relegationsspiel den Unterschied ausmachen.

"Mit der Unterstützung der Zuschauer ist alles möglich", glaubt Funkel. "Verein, Stadt und Fans sind wieder zu einer Einheit geworden, weil die Mannschaft seit Monaten Charakter zeigt", ist auch Sportvorstand Thomas Ernst ebenso erleichtert wie hoffnungsfroh.

Freier soll Kopplin ersetzen

Die Fans als "zwölfter Mann" sollen auch personelle Probleme ausgleichen, mit denen der VfL Bochum kämpfen muss. Funkel hat sich bereits festgelegt, dass der eigentlich offensiver ausgerichtete Paul Freier den gesperrten Björn Kopplin auf der rechten Abwehrseite ersetzen wird: "Das ist die bestmögliche Alternative. Ich traue ihm das absolut zu!"

Fragezeichen gibt es indes noch um den offensiven Part auf der rechten Seite. Erste Wahl wäre Mimoun Azaouagh, der aber immer noch an den Folgen seiner Sprunggelenksverletzung laboriert. "Da kann ich keine seriöse Aussage treffen", sagt Funkel, "wir müssen abwarten, wer gesund ist." Unabhängig vom Personal aber kündigt der VfL-Trainer Vollgasfußball an - "bei kontrollierter Offensive".

Die nötige Mischung aus Konzentration und Lockerheit wollen die Bochumer diesmal übrigens auch ohne besondere Maßnahmen finden. Vor dem ersten Relegationsspiel ging es noch gemeinsam ins Kino und zum Tennisturnier in Düsseldorf. Dieses Mal empfiehlt Friedhelm Funkel alternativ einen TV-Abend mit dem Duell um den Zweitligaaufstieg zwischen Dresden und Osnabrück - Gegner, auf die der VfL im nächsten Jahr nicht mehr treffen möchte.

Aus Bochum berichtet Dietmar Nolte

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