Raus aus dem Derby-Wahn, ab ins Traininslager nach Bad Gögging hieß es für die SpVgg Greuther Fürth vor dem Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Nürnberg im Playmobil-Stadion.

"Wir haben in Bad Gögging optimale Bedingungen und können sehr konzentriert vor allem im spieltaktischen Bereich arbeiten", sagte Trainer Benno Möhlmann vor dem 253. Franken-Derby (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker und im Liga-Radio).

"Entscheidendes Ausrufezeichen setzen"

Es ist nicht nur die "Mutter aller Derbys", wie es die Webseite der Fürther beschreibt, es ist ein ganz wichtiges Spiel im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg. Zur Erinnerung: Nürnberg ist mit 52 Punkten auf dem Relegationsplatz. Die Fürther haben einen Zähler weniger und sind Fünfter.

"Das Derby hat jedes Mal Brisanz. Diesmal allerdings, so kurz vor Saisonende und bei der Tabellenkonstellation, geht es für beide Vereine um sehr viel", stellte Möhlmann richtig fest. Sein Nürnberger Kollege kann da nicht widersprechen. "Wir werden versuchen, das Spiel zu gewinnen, weil es ein entscheidendes Ausrufezeichen für die letzten drei Begegnungen wäre", so Michael Oenning.

Und Fürths Kapitän Daniel Felgenhauer betont im Interview mit bundesliga.de: "Es ist die Woche, in der sich vieles entscheiden wird. Besonders wichtig dabei ist, dass wir es selbst in der Hand haben, die Konkurrenten hinter uns zu lassen beziehungsweise uns dort die wichtigen Punkte abzuholen."

Oennings Vergleich mit Barcelona und Co.

Das Playmobil-Stadion ist seit Ewigkeiten ausverkauft, die Vorfreude im Frankenland ist riesig. Dass die Festung am Ronhof unüberwindbar ist, befürchten die Nürnberger allerdings nicht. Trainer Oenning zieht interessante Vergleiche: "Bei so einem Spiel greift der Heimvorteil manchmal nicht so. Überhaupt hat ja bei den letzten ganz großen Spielen der Heimvorteil nicht so gezogen - nicht bei Hamburg gegen Werder, nicht bei Chelsea gegen Barcelona und nicht bei Arsenal gegen Manchester."

Oenning würde gerne auf seine Stammkräfte Marek Mintal, Isaac Boakye, Andreas Wolf und Mike Frantz zurückgreifen, aber sie sind entweder gesperrt oder verletzt. Bei den Fürthern wird der gesperrte Jan Mauersberger fehlen. Aus familiären Gründen wird auch Thorsten Burkhardt nicht dabei sein.


TuS Koblenz - SC Freiburg

Aufstiegsfieber, Schauplatz Koblenz: Wenn alles, aber auch wirklich alles für den Sport-Club läuft, dann können die Freiburger im Stadion Oberwerth ihren Aufstieg feiern. Bei einem Freiburger Sieg müsste gleichzeitig Mainz in St. Pauli verlieren oder Nürnberg nicht in Fürth gewinnen.

Auch ein Unentscheiden könnte bereits zum vorzeitigen Aufstieg reichen, falls Fürth das Derby gegen Nürnberg gewinnt und Mainz nicht beim FC St. Pauli siegt. "Um ganz sicher zu gehen, fehlen uns noch vier Punkte", sagt Tommy Bechmann, der zweifache Torschütze gegen Frankfurt am vergangenen Sonntag. "Die wollen wir so schnell wie möglich holen."

Koblenz mit neuem Gesicht im Tor

2.000 Freiburger werden mit nach Koblenz reisen, um enventuell dort den Aufstieg zu feiern. Abschotten von der Außenwelt will sich Trainer Robin Dutt nicht - man will stets informiert sein, wie es bei der Konkurrenz steht: "Das muss sein, denn es gibt viele mögliche Konstellationen, darunter auch welche, wo es keinen Sinn macht, am Ende alles nach vorne zu werfen."

Ob Dutt auf sein Abwehrtalent Ömer Toprak zurückgreifen kann, ist noch fraglich. Da David Yelldell verletzt ausfällt, wird Marcus Rickert den Koblenzer Kasten hüten und sein Debüt in der 2. Bundesliga geben. Zur konzentrierten Vorbereitung ging es für die TuS ins Trainingslager nach Bad Betrich.


FC St. Pauli - 1. FSV Mainz 05

Aufstiegsfieber, Schauplatz St. Pauli: In den vergangenen Wochen hieß es vor einer Auswärtsfahrt der Mainzer immer wieder: Endlich wieder auswärts! Weil es zumeist vorher zuhause keinen Sieg gegeben hatte. Doch gegen Koblenz wendete sich das Blatt, Mainz besiegte die TuS mit 2:0.

Dennoch soll jetzt wieder ein Auswärtssieg her, will man doch Platz 2 behaupten: Eine Kaffeefahrt zu den zuletzt stark gebeutelten Hamburgern, die sechs Mal in Folge nicht gewonnen und drei Mal nicht getroffen haben, wird es aber nicht: "Jede Mannschaft, die wie St. Pauli dreimal hintereinander verloren hat, will so schnell wie möglich wieder auf die Siegerstraße kommen", weiß Mainz-Trainer Jörn Andersen.

"Super Ausgangslage"

33 Auswärtspunkte holten die Rheinhessen bisher - kein Team in der 2. Bundesliga hat mehr Zähler aus der Fremde mitgenommen. Diesen Ruf will Trainer Andersen verteidigen: "Wir stehen auf Platz 2, das ist eine super Ausgangslage für die letzten vier Spiele. Jetzt muss man Ruhe bewahren und sich voll auf jedes einzelne, kommende Spiel konzentrieren."

Bei St. Pauli gibt es nicht nur eine Ergebniskrise, sondern auch eine dünne Personaldecke. Trainer Holger Stanislawski muss nun auch noch auf Fabian Boll verzichten. Der Mittelfeldspieler fällt aufgrund einer Achillessehnenreizung bis zum Ende der Saison aus. Auch Carsten Rothenbach, Marc Gouiffe a Goufan, Andreas Biermann, David Hoilett und Rouwen Hennings stehen nicht zur Verfügung.


FC Ingolstadt - Rot Weiss Ahlen

Thema Aufstieg? In Ingolstadt kein Thema am Sonntag! Im TUJA-Stadion geht es viel mehr ums nackte Überleben in der 2. Bundesliga. Horst Köppel gibt sein Heimdebüt als neuer Cheftrainer der Oberbayern und hofft, dass der Knoten platzt und die Ingolstädter den ersten "Dreier" im Jahr 2009 einfahren.

"Wir haben noch drei Heimspiele, die müssen wir natürlich alle gewinnen", sagt Horst Köppel im Interview mit bundesliga.de. "Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, ist im Fußball alles machbar. Das hat man schon so oft erlebt und daran müssen wir glauben."

FCI-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Jackwerth stimmt zu: "Wenn wir nicht gewinnen, ist es vorbei. Dann haben wir es auch nicht verdient." Wenn es für die Ingolstädter gegen Ahlen ganz schlecht läuft, könnte sich das Thema Klassenerhalt schon am Sonntag erledigen. "Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir verlieren", sagt Trainer Köppel, "wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren."

Gemeinsames Essen beim Italiener

Um das Wir-Gefühl zu stärken, saß die Mannschaft am Mittwoch zusammen beim Italiener. "Das tat gut", sagt Routinier Stefan Leitl. Ganz so groß sind die Sorgen in Ahlen noch nicht, dennoch muss der Aufsteiger aufpassen, nicht doch unten reinzurutschen. Das 1:0 gegen St. Pauli in der Vorwoche hat der Mannschaft gut getan. Sie kletterte auf Rang 13, hat aber nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

"Die Jungs tragen dem Kopf im Training schon etwas höher", freut sich Trainer Stefan Emmerling, dessen Team es in den Wochen selbst in der Hand hat gegen die direkte Konkurrenz aus Ingolstadt, Koblenz und Osnabrück den Klassenerhalt perfekt zu machen. Ob Deniz Naki, der Schütze des "goldenen Tores" gegen St. Pauli, auflaufen wird, will Emmerling kurzfristig entscheiden.