Köln - Der MSV Duisburg hat seine ohnehin schon starke Vorrunde mit einem Paukenschlag beendet. Die Meidericher gewannen das Achtelfinal-Pokalspiel beim 1. FC Köln hochverdient mit 2:1 und zogen damit ins Viertelfinale ein, in dem sie auf den Sieger der Begegnung TuS Koblenz gegen den 1. FC Kaiserslautern treffen.

Am Ende haben sie sich das Leben selbst noch ein bisschen schwer gemacht. Trotz bester Chancen hatte sich der MSV nach Toren von Stefan Maierhofer und Julian Koch "nur" eine 2:0-Führung herausgeschossen, die nach dem haltbaren Kölner "Duseltor" von Simon Terodde noch einmal kurzzeitig in Gefahr geriet.

Schlusspunkt einer starken Hinrunde

Doch die Mannschaft von Trainer Milan Sasic rettete den Sieg über die Zeit. Es war der Schlusspunkt unter eine starke Vorrunde, die in dieser Form eigentlich nicht zu erwarten war. Denn der MSV hatte vor der Saison einen radikalen Schnitt und einen Umbruch in der Mannschaft vollzogen. Mit jungen, erfolgshungrigen und kostengünstigen Spielern wollte der Traditionsverein eine positive Rolle spielen.

"Wir sind eine neuformtierte Mannschaft", bremst der Trainer seit Wochen die übertriebenen Erwartungen. "Wir haben alles umgekrempelt, was umzukrempeln war. Wir wollen etwas aufbauen. Bis jetzt ist es besser gelaufen als jeder erwartet hat. Wir haben den besten Start der Vereinsgeschichte hingelegt und mischen oben mit. Die Jungs bringen Topleistungen, arbeiten gut, ich bin sehr zufrieden und stolz auf die Truppe."

Zuletzt unnötige Heimniederlagen

Auch von den Rückschlägen der letzten Wochen hat sich der MSV nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dem stärksten Vorrundenspiel, dem 2:0-Auswärtssieg bei Hertha BSC, folgten zuletzt zwei vermeidbare Heimniederlagen gegen den FSV Frankfurt und den VfL Bochum und ein torloses Remis in Paderborn.

Dadurch rutschte Duisburg von den Aufstiegsrängen auf Platz 5 ab. Doch das hielt sie nicht davon ab, gemäß dem Leitspruch der eigenen Homepage "Leidenschaft seit Generationen" in Köln noch einmal beim letzten Spiel des Jahres richtig dagegen zu halten.

"Wir hatten eine Durststrecke, obwohl wir eigentlich nicht schlecht gespielt haben", gestand MSV-Mittelfeldspieler Benjamin Kern nach dem Coup in Köln. "Aber wir haben so weitergemacht, waren diesmal aber kaltschnäuziger und einen kleinen Tick konzentrierter in diesem Pokalfight. Es war ein verdienter Sieg und eine Topleistung von uns. Wir hätten auch noch mehr Tore nachlegen können."

Gegner im Viertelfinale noch offen

Trainer Milan Sasic sah sich berufen die vielen Komplimente, die auf den MSV nach dem Spiel in Köln niederprasselten zu relativieren: "Wir spielen immer so, schon in der ganzen Hinrunde. Diesmal wurden wir belohnt. Neben der Leistung war auch das Ergebnis okay. In den letzten Meisterschaftsspielen stimmte die Leistung auch, aber die Ergebnisse nicht."

Dank des Erfolges in Köln winkt dem MSV auch eine weitere fette außerplanmäßige Zusatzeinnahme, die der Verein gut gebrauchen kann. Noch kennen sie aber weder ihren Gegner, noch ob sie daheim oder auswärts antreten. Gewinnt der Drittligist Koblenz gegen Kaiserslautern, muss sich Duisburg auf Reisen begeben, andernfalls gastiert der Bundesligist am 25. oder 26. Januar an der Wedau.

Nach einer kurzen Spontanfeier steht jetzt erst einmal der Urlaub an. Zum Rückrundenstart erwartet der MSV dann am 16. Januar den VfL Osnabrück, bevor es mit einem Gastspiel beim FC Ingolstadt weitergeht. Mit zwei Siegen gegen die beiden abstiegsbedrohten Aufsteiger könnten die "Zebras" direkt wieder die Aufstiegsränge angreifen.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski