München - Alemannia Aachen hat sich zu einer guten Adresse für talentierte Fußballer gemausert. Im vergangenen Jahr brachten die Kaiserstädter mit Marco Höger und Zoltan Stieber zwei Kicker heraus, die dank ihrer herausragenden Leistungen in der neuen Saison bei den Europa-League-Teilnehmern Schalke 04 und Mainz 05 auflaufen werden. Gute Vorbilder für Fabian Bäcker, der bereits im April einen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren bei der Alemannia unterschrieb.

Denn in Mönchengladbach war der Angreifer irgendwie in eine Sackgasse geraten. Vielleicht ist es ja die alte Geschichte mit den Talenten, die es im eigenen Verein doppelt schwer haben, weil ihnen ständig gestandene Neuzugänge vor die Nase gesetzt werden. In Bäckers Fall waren dies Raul Bobadilla, Igor de Camargo, Mo Idrissou und zuletzt auch noch Mike Hanke.

25 Tore in 23 Spielen

Seit 2004 schnürte der 1990 im hessischen Rotenburg an der Fulda geborene Fabian Bäcker für Borussia Mönchengladbach die Fußballschuhe. Erst für die Jugendteams, dann für die zweite Mannschaft und seit 2009 auch für die Profis. Und da fing es gar nicht so schlecht an, für den über 20-maligen Jugendnationalspieler, der in seinem zweiten A-Jugendjahr einst in der Junioren-Bundesliga in 23 Spielen 25 Tore erzielte.

Nach einem halben Jahr "Lehrzeit" schlug Bäckers Stunde bei den Profis zum Rückrundenstart im Januar 2010 gegen den VfL Bochum. In der 63. Minute wurde er von Trainer Michael Frontzeck für Moses Lamidi eingewechselt und kurz darauf klingelte es bereits im Bochumer Kasten. Der 1,80 Meter große Stürmer hatte getroffen. Es war zwar nur das Anschlusstor bei der 1:2-Niederlage, aber immerhin.

Bei der Borussia in der Sackgasse

Doch nur noch 14 weitere Minuten in der Bundesliga kamen bei einem Kurzeinsatz in Mainz dazu. Danach bekam Fabian Bäcker weder unter Frontzeck noch unter dessen Nachfolger Lucien Favre die Chance, sein Können zu zeigen.

"Nach der Winterpause hat sich in dieser Saison relativ schnell angedeutet, dass ich mir eine andere Herausforderung suchen muss", sagte Fabian Bäcker im Interview mit "Fohlen hautnah". "Da stand ich knapp zehn Mal im Kader und hatte keinen Einsatz. Wir lagen oft hinten, und da fragt man sich als Stürmer natürlich, wann du denn mal reinkommst. Irgendwann reift dann der Gedanke, dass man sagt: Okay, hier geht es anscheinend nicht weiter. Wieso auch immer."

Bäcker freut sich auf den Neuanfang

Bäcker zog die Konsequenzen und fand einen neuen Verein. "Über das Angebot der Alemannia, habe ich mich riesig gefreut", meinte der 21-Jährige. "Der Verein wollte mich unbedingt haben. Die ersten Gespräche mit Trainer Peter Hyballa und mit Manager Eric Meijer sind gut verlaufen, und als ich mir das ganze Umfeld inklusive Stadion angeschaut habe, war ich relativ schnell von dem Konzept überzeugt. Ich freue mich auf die Aufgabe."

Auch die Aachener klopfen sich auf die Schulter, dass der Transfer des als äußerst laufstark geltenden Torjägers geklappt hat. "Wir haben Fabian Bäcker in den Gesprächen als cleveren jungen Mann kennen gelernt, der sich jetzt ganz bewusst für eine neue Herausforderung entschieden hat", sagte Sportdirektor Erik Meijer. "Als Mensch wie auch als Spielertyp passt er sehr gut zu uns." Gute Voraussetzungen für Fabian Bäcker, im zweiten Anlauf im Profibereich den Durchbruch zu schaffen.

Tobias Gonscherowski

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