Nach fünf Spieltagen sind der FC St. Pauli und der FCK noch ungeschlagen. Wer kann in der Partie am Millerntor am Sonntag (ab 13:15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) die weiße Weste des Gegners beschmutzen?

"Kaiserslautern hat eine sehr starke Defensiv-Abteilung", weiß St. Paulis Trainer Holger Stanislawski. "Das wird ein Prüfstein, wo wir sehen können, wie gut unser Offensivspiel funktioniert."

Stärkste Offensive gegen Top-Abwehr

Nur drei Gegentore kassierte Kaiserslautern bislang - Ligabestwert. St. Pauli hält mit 16 Treffern die stärkste Offensive dagegen.

"Da treffen zwei Mannschaften mit einer sehr guten Form aufeinander. Das wird mit Sicherheit eine äußerst interessante Partie", sagt Stanislawski, der neben den Langzeitverletzten Thomas Meggle und Marc Gouiffe á Goufan den an der Achillessehne verletzten Markus Thorandt entbehren muss.

"Uns erwartet eine wahnsinnige Kulisse"

Gäste-Trainer Marco Kurz erwartet ebenfalls eine attraktive Begegnung. "Ich schätze, dass wir ein offensives Spiel erleben werden", sagt Kurz. "Uns erwartet eine wahnsinnige Kulisse, die Fans von St. Pauli werden ihr Team über 90 Minuten nach vorne peitschen."

Verzichten muss der ehemalige "Löwen"-Coach auf Erik Jendrisek, der noch immer an einer fiebrigen Erkältung laboriert. Bis auf die Langzeitverletzten Sascha Kotysch, Manuel Hornig und Srdjan Lakic sind ansonsten alle Spieler fit.


Augsburg - Hansa Rostock

Der FC Augsburg will gegen Hansa Rostock den ersten Heimsieg einfahren. "Wir haben unsere Ausfälle im letzten Spiel sehr gut kompensiert. Das zeigt, dass wir ein gutes Kollektiv und für die nächsten Aufgaben gerüstet sind", sagt FCA-Trainer Jos Luhukay.

Der Niederländer warnt davor, den Gegner aufgrund der bisherigen Saisonleistungen zu unterschätzen. "Vor allem in der Offensive haben sie quirlige, schnelle und torgefährliche Spieler", so Luhukay.

Und von der eigenen Mannschaft fordert er: "Wir müssen noch mehr Torgefahr ausüben. Es ist positiv, dass wir uns Chancen erspielen, diese müssen wir nun im nächsten Schritt auch verwerten."

Gegen Rostock hat er wieder mehr Alternativen als zuletzt. Kapitän Uwe Möhrle kehrt gegen seinen Ex-Club nach seiner Sperre zurück, auch Torhüter Simon Jentzsch ist nach deiner Magen-Darm-Erkrankung wieder fit. "Sie werden beide in die Startelf rücken. Daraus mache ich kein Geheimnis, auch wenn die anderen Spieler, die in der letzten Woche eingesprungen sind, ihre Sache sehr gut gemacht haben."

"Augsburg ist für mich der Favorit"

Hansa Rostock will in Schwaben die ersten Auswärtspunkte der Saison einfahren. "Zwar sind die Augsburger für mich Favorit, doch in der 2. Bundesliga kann bekanntlich jeder jeden schlagen", sagt Trainer Andreas Zachhuber.
Verzichten muss der Hansa-Coach gegen den punktgleichen Tabellennachbarn auf Mittelfeldspieler Mario Fillinger, der nach seiner Gelb-Roten Karte im Heimspiel gegen Koblenz gesperrt ist.

Ob Innenverteidiger Orestes nach seinem auskurierten Muskelfaserriss gegen die Schwaben sein Comeback geben kann, ist noch unklar. Ebenfalls fraglich ist der Einsatz von Kevin Schlitte, der nach seiner Innenbandverletzung am Donnerstag erstmals wieder mit der Mannschaft trainierte. Zudem fällt neben Enrico Kern (Bauchmuskelzerrung) auch Enrico Neitzel aus, der wegen einer Erkrankung momentan nicht trainieren kann.

"Das zeigt, die Jungs halten zusammen"

Auf die Frage, ob sich die Schlagzeilen über angeblich angetrunkene Spieler auf einer Feier negativ ausgewirkt hätten, antwortete Zachhuber: "Für mich ist die Sache abgeschlossen. Wir haben das intern ausgewertet. Und ganz ehrlich: Ich freue mich, dass die gesamte Mannschaft unterwegs war. Das zeigt, die Jungs halten zusammen. Als ich Spieler war und wir gewonnen hatten, bin ich mit 21 Jahren ja auch nicht nach Hause zu Mutti gegangen und habe mir eine Brause aufgemacht und eine Salzstange gegessen."

Anschließend fügte er hinzu: "Es muss nur alles im Rahmen bleiben. Und die Jungs haben mir versichert, dass am Wochenende alles im Rahmen geblieben ist."

Alemannia Aachen - 1860 München

Aachens Interimscoach Willi Kronhardt fordert von seinen Spielen gegen die Gäste aus München eine Steigerung im Vergleich zum schwachen Auftritt bei in Oberhausen (0:1) und hält sich personelle Änderungen offen.

"Natürlich muss man sich dabei auch die Frage stellen, wie viele Veränderungen eine Mannschaft verkraften kann, doch die leblose Leistung von Oberhausen lässt mir keine andere Wahl. Die Spieler, die Sonntag auf der Ersatzbank sitzen, sind es selber schuld", so der Coach.

Klar ist: Thorsten Stuckmann wird nach überstandener Nierenbeckenentzündung wieder zwischen den Pfosten stehen. Aimen Demai könnte gegen die Sechziger sein Pflichtspieldebüt für Achen feiern. Der Neuzugang aus Kaiserlautern laborierte in den vergangenen zwei Monate an einer Knieverletzung.

Nicht zur Verfügung stehen werden dem Team weiterhin Jerome Polenz, Abdul Özgen und Andreas Lasnik. Auch Markus Daun wird aufgrund einer Kapselverletzung in der Kniekehle beim kommenden Heimspiel noch fehlen.

"Dort war es immer hochelektrisierend"

1860-Coach Ewald Lienen erwartet beim ersten Gastspiel im neuen Tivoli eine ähnliche Stimmung wie im alten Stadion. "Dort war es immer hochelektrisierend, das setzt bei jedem Spieler viel Adrenalin frei", so der Coach.

Für den 55-Jährigen ist die gegenwärtige Platzierung der Aachener in der Tabelle - fünf Punkte aus fünf Spielen, Platz 15 -kein Maßstab. "In dieser Phase der Saison ist die Tabellensituation relativ uninteressant", sagte der Trainer und fügte hinzu: "Unser Ziel besteht immer darin, das Spiel zu gewinnen."

Angesprochen auf die mögliche Aufstellung hielt sich der "Löwen"-Trainer wie immer bedeckt. Natürlich sei die Elf der zweiten Halbzeit gegen Fürth eine Option. "So haben wir die Woche über trainiert. Aber wir haben auch andere Dinge probiert. Da wir bis auf Daniel Bierofka und Florin Lovin alle Mann an Bord haben, können wir variieren."

Hamann kein Kandidat

Natürlich schmerze besonders der Ausfall des Rumänen Lovin, der sich in der Anfangsphase gegen Fürth das Kreuzband im linken Knie riss und bereits operiert wurde.

Kein Kandidat als Lovin-Ersatz ist Didi Hamann. Der Münchner, zuletzt bei Manchester City unter Vertrag, wurde von der Boulevardpresse gehandelt. "Für uns ist er kein Thema", stellte Lienen klar.