Auf dem Hamburger "Kiez" trifft Heimstärke auf Auswärtspower. Der FC St. Pauli gewann seine vergangenen fünf Heimspiele, Ahlen war zuletzt in vier der fünf Gastspielen siegreich (alle Freitagsspiele der 2. Bundesliga ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Die Mannschaft von Holger Stanislawski steht vor heimischer Kulisse in der Bringschuld. In Freiburg verspielte die Elf die Möglichkeit, nach über sieben Jahren wieder einmal unter die Top Drei der 2. Bundesliga zu rutschen.

"Wir müssen auch gegen Ahlen ordentlich Druck aufbauen, den Gegner zu Fehlern zwingen und dann schauen wir mal, was für uns drin ist. Wir wollen das Freiburg-Spiel auf jeden Fall vergessen machen", sagt Defensivmann Timo Schultz.

Hoffen auf Trojan

Helfen könnte dabei möglicherweise Filip Trojan. Vier Mal fehlte der Spielmacher verletzungsbedingt - drei Mal gab es Niederlagen. Zuletzt das 0:2 in Freiburg.

Immer wenn Trojan in dieser Runde auflief, riss er seine Mannschaftskollegen durch sein entschlossenes Auftreten förmlich mit. Zudem erzielte er drei Treffer und bereitete genauso viele Tore perfekt vor. Sein Einsatz gegen Ahlen ist wegen einer Oberschenkelzerrung aber noch fraglich: "Es ging schon wieder recht gut, ich habe nichts gespürt."

Unterstützung der Fans benötigt

Die "Kiez-Kicker" können aber auf jeden Fall auf eine alte bekannte Stärke setzten - die Fans. "Ohne sie hätten wir gegen Nürnberg nicht mit 1:0 gewonnen. Wir waren am Boden, und sie haben uns immer wieder aufgebaut", verrät Trojan. Ergebnis dieser Unterstützung sind fünf Siege und ein Remis am heimischen Millerntor.

Gegen RW Ahlen müssen Mannschaft und Fans aber alles geben. Denn der Aufsteiger hat in der Fremde schon vier Siege eingefahren. "Die spielen einen hervorragenden Konter-Fußball. Da müssen wir höllisch aufpassen", warnt Paulis Sportchef Helmut Schulte. Auch Holger Stanislawski ist von den Gästen angetan. "Die haben eine hohe Qualität, eine gute Organisation und spielen sehr diszipliniert. Es ist kein Zufall, dass sie schon 20 Punkte geholt haben und oben stehen."

Lieber in der Fremde

Bei den Ahlenern sticht besonders Lars Toborg hervor. Der Top-Torjäger des Aufsteigers ließ es in dieser Saison schon sieben Mal klingeln. Ahlen ist zwar das zweitbeste Auswärtsteam der 2. Bundesliga, aber zuhause geht nicht viel zusammen. Weniger als die acht Punte holte nur der FSV Frankfurt (sechs). "Wenn ich das mal wüsste, woran das liegt", grübelt Trainer Christian Wück.

Also konzentriert man sich lieber auf die Spiele auf fremdem Platz und ist nicht unglücklich, dass es nach dem Sieg in Duisburg gleich wieder auf Reisen geht. "In Hamburg müssen wir noch mal nachlegen", fordert Lars Toborg. Dabei setzt RW wieder auf seine Konterstärke. Hinten ließ zuletzt die Viererkette mit Marcel Busch, Marinko Miletic, Nils Döring und Ronald Maul kaum etwas anbrennen. Als Staubsauger vor der Abwehr agierte der äußerst zweikampfstarke Baldo Di Gregorio.


TSV 1860 München - FC Augsburg

Das bayrische Derby schürte schon immer Emotionen und bewegte die Massen. Und ein Spiel der Rekorde. Die 69.000 Zuschauer im Derby am 16. März 2007 gegen den FCA bedeuteten "Löwen"-Rekord für die Allianz Arena. Auch am Freitag werden über 40.000 Zuschauer erwartet. Drei der vier vergangenen Derbys haben die Augsburger mit 3:0 gewonnen, dabei sogar die vergangenen beiden Spiele in der Allianz Arena.

Das ist ein hoch interessantes Spiel, dem alle entgegen fiebern", sagt FCA-Trainer Holger Fach vor der Begegnung. "Wenn man in der Stadt unterwegs ist, dann merkt man das Fieber, dass sich jeder auf diese Partie freut."

Momentan befindet sich der TSV 1860 München nach dem "Goldenen Oktober" stark im Aufwind. Das Team hat von den vergangenen sieben Spielen nur eines verloren. Besonders auf die Defensive kann sich Trainer Marco Kurz verlassen, denn die Abwehr der "Löwen" ist bärenstark. In zwölf Spielen gab es erst zehn Gegentore - das ist Ligarekord! Die 0:1-Niederlage gegen Oberhausen soll den Aufwärtstrend nicht stoppen. "Es ist ein Warnschuss gewesen - und nur ein kleiner Knick", so Trainer Kurz.

Baier an alter Wirkungsstätte

In Augsburg kann man die momentane Situation schwer einschätzen. Zum einen hat der FC keine der vergangenen drei Partien gewonnen. Zum anderen ist man seit fünf Spielen ungeschlagen. In München will der FCA auf jeden Fall seinen Lauf fortsetzten. Die Schwierigkeiten zu Saisonbeginn sind beseitigt und jetzt stimmen auch die Resultate.

Personell steht hinter dem Einsatz von Christian Müller, der nach seiner Verletzung aus dem letzten Spiel gegen Fürth noch nicht wieder voll trainieren konnte, ein Fragezeichen. In dieser Woche ist dagegen wieder Mittelfeldspieler Patrick Mölzl ins Mannschaftstraining eingestiegen. "Nach seiner langen Pause ist Patrick natürlich noch nicht ganz fit, aber er wird im Kader stehen", kündigt Fach an.

Das Derby ist für einen Augsburger sicher ein besonderes Spiel. Daniel Baier kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Von 2000 bis 2007 war Baier ein "Löwe": "Ich habe 1860 viel zu verdanken, aber ich fühle mich in Augsburg wohl. Ich tippe auf ein 1:0, aber es wird ein hartes Stück Arbeit."


VfL Osnabrück - SV Wehen Wiesbaden

Daheim ist der VfL Osnabrück eine Macht: 11 der bislang 13 Punkte holte der das Team von Trainer Claus-Dieter "Pelé" Wollitz in der heimischen osnatel-Arena. Die drei Saisonsiege wurden alle gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf eingefahren. FSV Frankfurt, Koblenz, und Oberhausen wurden besiegt, jetzt kommt mit dem SV Wehen Wiesbaden der nächste Gegner aus der unteren Tabellenregion.

Trainer Wollitz sieht seine Elf auf dem richtigen Weg. "Die Mannschaft hat wieder in die Spur gefunden. Obwohl wir keines der vergangenen vier Spiele gewonnen haben, geht die Tendenz nach oben." Weiteres Plus für den VfL ist der Freitag-Termin. Seit 2005 hat Osnabrück kein Abend-Heimspiel mehr verloren. 24 Gegentore belegen aber trotz der Heimstärke, dass die Abwehr nicht unüberwindbar ist.

Noch ohne Auswärtssieg

Die Gäste aus Wiesbaden sind aber nicht für ihre Treffsicherheit auf fremdem Platz bekannt. Erst zwei Mal fand der Ball den Weg ins gegnerische Tor. Zudem ist man noch ohne Auswärtssieg.

"Der Sieg über Kaiserslautern war wichtig für die Stimmung. Nun kommen die Mannschaften, mit denen wir auf Augenhöhe sind. Das Spiel in Osnabrück wird sehr schwierig, Osnabrück ist bei Flutlicht-Heimspielen lange unbesiegt. Auch im Hinblick auf unser Heimspiel gegen Oberhausen ist es wichtig, dort etwas Zählbares mitzunehmen", weiß Hock, wie wichtig die Partie für seine Elf ist.

Mit einem Sieg würde der SVWW den VfL in der Tabelle überholen. Nach zuletzt fünf Punkten aus drei Spielen geht die Tendenz von Wehen Wiesbaden klar aufwärts. Zudem hat Trainer Christian Hock fast den kompletten Kader zur Verfügung. Einzig drei Akteure sind noch angeschlagen, Vlado Jeknic (nach Knieproblemen) und Thorsten Barg (nach abgeklungenem Bluterguss) sowie Abdelaziz Ahanfouf absolvierten zu Wochenbeginn lediglich Lauftraining.