Am 3. Spieltag ordnete man die Partie zwischen dem SC Freiburg und Hansa Rostock noch in die Kategorie Spitzenspiel ein. Für das Rückspiel am 20. Spieltag könnten die Voraussetzungen nun kaum unterschiedlicher sein. Der SC Freiburg (36 Punkte) kann sich mit einem Sieg bei Hansa Rostock (ab 20 Uhr im Live-Ticker) die Tabellenspitze zurückerobern. Die Hanseaten (18 Punkte) kämpfen um wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Ungeachtet dessen unterschätzt SC-Trainer Robin Dutt die Rostocker nicht: "Es ist kurios, dass Hansa Rostock auf dem 16. Tabellenplatz steht. Das Team ist jung, ehrgeizig und weist mit die besten Zweikampfwerte der 2. Bundesliga auf. Keine andere Mannschaft bringt sich so konsequent um den Lohn ihrer Arbeit."

Rostocker Serie "nur eine Frage der Zeit"

In den letzten elf Partien gingen die Rostocker nur ein Mal als Sieger vom Platz (1:0-Heimerfolg gegen Wehen Wiesbaden). Insgesamt gewann das Team von der Ostsee erst vier Spiele.

Dutt zeigt sich dennoch gewarnt: "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Hansa Rostock einen Lauf startet." Die Schwächen der Rostocker, die man bei allem Lob auch entdeckt hat, liegen aus Sicht des Freiburger Trainers in der Abwehr (33 Gegentore). Dort setzt Dutt den Hebel zum Erfolg an. Mit einer Mischung aus spielerischen Elementen und Leidenschaft auf dem Platz wollen die Breisgauer zurück an die Tabellenspitze.

Neuzugang Vitali Rodionov, der am 19. Spieltag beim 4:1-Erfolg gegen den VfL Osnabrück sein erstes Tor für den SC erzielte, fällt mit einer Sprungelenksblessur aus. Sein Sturmkollege Mohamadou Idrissou steht nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung.

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Mit Hinblick auf das Spiel gegen Freiburg analysierte Hansa-Coach Dieter Eilts das zurückliegende 3:3-Unentschieden in Aachen: "Ohne die Fehler zu vergessen, wollen wir das Positive aus dieser Partie mit in das kommende Spiel nehmen." In Aachen gelangen den Rostockern nach langer Flaute drei eigene Treffer. Allerdings gaben die Hanseaten die Partie trotz 3:1-Vorsprungs gegen dezimierte Alemannen noch aus der Hand.

"Wenn wir uns gegen die Freiburger genauso leidenschaftlich präsentieren wie in Aachen, dann können wir sie besiegen. Allerdings müssen wir die Fehler auf ein Minimum beschränken", sagte Eilts.

Probleme in der Defensivzentrale

Die größte Problemzone beim Bundesliga-Absteiger bleibt die Innenverteidigung. Eilts' Alternativen sind angesichts der Ausfälle von Orestes (Zerrung) und Benjamin Lense (Knieprobleme) im Abwehrzentrum überschaubar. Eilts denkt nun sogar darüber nach, den in der Winterpause verpflichteten Stürmer Henri Myntti zum Innenverteidiger umzufunktionieren. "Auf dieser Position hat er in Finnland häufiger gespielt", erklärt der Coach, der sich auch Sebastian Svärd in der Abwehrzentrale vorstellen kann.

Neben Abwehrchef Gledson (Nasenbein-OP) muss Eilts auch auf Abwehrspieler Kevin Schöneberg verzichten. Den 23-Jährigen plagen nach wie vor Adduktorenbeschwerden. Abgewartet werden muss zudem, ob Kevin Schindler seine Adduktorenprobleme rechtzeitig in den Griff bekommt. Gar nicht trainieren konnte Ersatz-Keeper Stefan Wächter, der zu einer Untersuchung seines operierten Knies nach Hannover gereist ist. Bei ihm geht der Hansa-Coach allerdings davon aus, dass er auf der Bank sitzen kann.