München - Nicht nur die Bundesliga spielt verrückt, auch die 2. Bundesliga hat an den ersten zwei Wochenenden mit kuriosen und unerwarteten Resultaten überrascht. Aufsteiger FC Erzgebirge Aue schlug am 1. Spieltag mit dem SC Paderborn 07 das Überraschungsteam der Vorsaison und schockte am 2. Spieltag auch Aufstiegsaspirant Bochum (1:0).

Die Düsseldorf Fortuna, in der vergangenen Spielzeit nur knapp am Durchmarsch in die Bundesliga vorbeigeschrammt und gänzlich ohne Heimspielpleite, unterlag gleich in beiden Partien zu Beginn. Und der Karlsruher SC, der sich bei der SpVgg Greuther Fürth am 1. Spieltag noch 1:4 geschlagen geben musste, siegte am 2. Spieltag 3:0 über Alemannia Aachen. Doch welche Lehren lassen sich aus den ersten beiden Spieltagen ziehen? Ein Blick in die Datenbanken verrät Folgendes:


Lehre Nr. 1: Zwei Auftaktsiege sind keine Garantie für den Aufstieg!

In der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga kam es (ohne die aktuelle Saison) insgesamt 62 Mal vor, dass Mannschaften nach zwei Spieltagen zwei Siege eingefahren hatten. Nur 18 Mal stieg ein Verein danach auf. Dem VfL Bochum, Eintracht Frankfurt, Hannover 96 und dem FC St. Pauli gelang dies sogar jeweils zwei Mal.

Der FC Energie Cottbus, MSV Duisburg, 1. FC Kaiserslautern, Karlsruher SC, 1. FC Köln, 1. FC Nürnberg, Kickers Offenbach, F.C. Hansa Rostock, Ulm und Wattenscheid stiegen nach solch einem Saisonstart ein Mal auf. Das entspricht einer Erfolgsquote von 29 Prozent. Sollte dieses Kunststück der SpVgg Greuther Fürth, dem FC Augsburg oder FC Erzgebirge Aue gelingen, würde erstmals seit 1899 Hoffenheim (2008) wieder ein Team in die Bundesliga aufsteigen, das dort noch nie gespielt hat.


Lehre Nr. 2: Zwei Auftaktpleiten sollten einem Trainer ernsthafte Sorgen hinsichtlich des Klassenerhalts machen!

In die laufenden Saison starteten gleich fünf Teams mit zwei Niederlagen. In der Geschichte der eingleisigen Liga hatte so ein Fehlstart in satten 45 Prozent der Fälle den Abstieg zur Folge. Es traf 29 von 64 Teams, darunter je ein Mal Arminia Bielefeld, (1987/88), der VfL Osnabrück (2000/01) und der SC Paderborn 07 (2007/08).


Lehre Nr. 3: Startet ein Aufsteiger mit zwei "Dreiern", hat er gute Aussichten auf den Klassenerhalt!

Aue ist der zwölfte Aufsteiger in die eingleisige 2. Bundesliga, der mit zwei Siegen startete. Von den anderen elf Teams stieg nur Babelsberg ab (2001/02) - Ulm schaffte 1998/99 hingegen den Durchmarsch in die Bundesliga.

Alle Aufsteiger mit zwei Siegen nach dem 2. Spieltag: SSV Ulm 1846 (1986/87), Kickers Offenbach (1987/88), 1. FSV Mainz 05 (1990/91), VfL Wolfsburg (1992/93), Hannover 96 (1998/99), SSV Ulm 1846 (1998/99 - Aufstieg), SV Babelsberg 03 (2001/02 - Abstieg), VfB Lübeck (2002/03), SpVgg Unterhaching (2003/04), Kickers Offenbach (2005/06), 1. FC Union Berlin (2009/10), FC Erzgebirge Aue (2010/11).


Lehre Nr. 4: Wer nach zwei Spieltagen Spitzenreiter ist, steigt nicht automatisch auf!

In der eingleisigen 2. Bundesliga ist der MSV Duisburg die 25. Mannschaft, die nach zwei Spieltagen alleiniger Tabellenführer ist. Von den anderen 24 Teams schafften allerdings nur sechs am Saisonende den Aufstieg in die Bundesliga: Zwei Mal gelang dies dem FC St. Pauli. Hannover 96, der VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und Ulm schafften es jeweils ein Mal.


Lehre Nr: 5: Auf Remis spielen, ist nicht mehr en vogue!

In den 18 Spielen der laufenden Saison gab es nur ein Unentschieden (Alemannia Aachen - 1. FC Union Berlin, 2:2 am 1. Spieltag). Damit wurde die alte Tiefstmarke unterboten. In den Spielzeiten 1998/99, 2002/03 und 2005/06 gab es jeweils zwei Punkteteilungen nach dem 2. Spieltag.