Köln/Leipzig - Paukenschlag in Leipzig, am Mittwoch gab der Verein bekannt, dass ab sofort Achim Beierlorzer den Trainerposten von Alexander Zorniger übernimmt. Unabhängig davon empfängt RBL am Sonntag den FSV Frankfurt.

Im Interview mit bundesliga.de spricht RB-Mittelfeldspieler Dominik Kaiser über die Entwicklung in Leipzig, seine Ziele und den kommenden Gegner.



bundesliga.de: Dominik Kaiser, auf bundesliga.de haben wir die Serie "Aufstiegscheck 2. Bundesliga" gestartet und auch RB Leipzig als Kandidaten bewertet. Wie sehen Sie es?

Dominik Kaiser: Wir wissen selber, dass der Abstand durch die Niederlage in Aue nicht kleiner geworden ist. Jetzt liegt es an uns in den nächsten Spielen wieder gute Leistungen zu zeigen. Dann wird man sehen, in welche Richtung es geht.

bundesliga.de: Wie war der Rückrundenauftakt mit der Niederlage in Aue zu erklären? Was ist schief gelaufen?

Kaiser: Das Spiel war eine Riesenenttäuschung. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und wollten mit einem Dreier ins neue Jahr starten. Wir haben gar nicht so schlecht angefangen, waren gut im Spiel und präsent. Dann haben wir uns durch ein, zwei Konter von Aue von unserem Spiel abbringen lassen. Das darf in Zukunft so nicht mehr passieren.

"Vorne hat uns die letzte Power gefehlt"

bundesliga.de: In den letzten neun Spielen hatte Leipzig etwas Ladehemmung. Sechs Mal blieb die Mannschaft ohne Tor, dafür steht die Abwehr nach wie vor gut. Aber warum trifft die Truppe das Tor nur noch selten?

Kaiser: Das ist ganz schwierig zu beantworten. Wir haben in der Vorbereitung versucht, uns in beide Richtungen wieder Selbstvertrauen zu holen. Unser Spiel lebt vom Spiel gegen den Ball, dass wir die Bälle erobern und alle Spieler dabei gut mitarbeiten. Das hat in den letzten Spielen der Hinrunde noch ganz gut funktioniert. Aber vorne hat uns die letzte Power gefehlt. Wir müssen jetzt dran bleiben und weiter an uns glauben. Wir haben in den ersten Saisonspielen oft gezeigt, dass wir in der Lage sind, Tore zu schießen.

bundesliga.de: Für einen Aufsteiger steht Leipzig mit nur fünf Niederlagen nach dem 20. Spieltag immer noch hervorragend da. Was sind die Trümpfe der Mannschaft, was zeichnet RB aus?

Kaiser: Zu Beginn der Saison haben wir mit unserer Geschwindigkeit in beide Richtungen die Gegner vor große Aufgaben gestellt. Nach Ballgewinn hat das Umschalten auffallend gut geklappt, wir haben gut und schnell nach vorne gespielt. Das war und ist auch immer noch unser Markenzeichen. Allerdings haben sich die Gegner auch inzwischen besser darauf eingestellt. Insgesamt leben wir von unserer Geschwindigkeit und Power auf dem Platz. Das ist entscheidend. Wenn wir das aufrecht erhalten können, haben viele Mannschaften in der 2. Bundesliga Probleme gegen uns.

bundesliga.de: Sie haben den rasanten Aufstieg von Leipzig von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga innerhalb von zwei, drei Jahren mitgemacht. Sie sind damals als Bundesliga-Spieler nach Leipzig gewechselt. Fühlen Sie sich durch die Entwicklung in Ihrer Entscheidung bestätigt?

Kaiser: Für mich hat sich das nicht nur in den letzten Wochen bestätigt, sondern spätestens nach dem Aufstieg von der 3. Liga in die 2. Bundesliga. Ich fühle mich hier sehr wohl, auch sportlich war es der richtige Schritt. Ich habe mich hier deutlich weiter entwickelt. Die Saison in der 2. Bundesliga ist noch nicht so ganz zufriedenstellend gelaufen. Gerade in den letzten Spielen vor der Winterpause habe ich mich genau wie die ganze Mannschaft schwer getan. Mein Ziel für die Rückrunde ist, wieder Akzente zu setzen und der Mannschaft zu helfen, wieder in die Spur zu kommen. Wir müssen uns das Selbstvertrauen wieder erarbeiten.

"In Frankfurt hatten wir sehr große Probleme"

bundesliga.de: Letztes Jahr haben Sie in der 3. Liga noch 13 Tore erzielt, in dieser Spielzeit sind es bislang zwei. Spielen Sie auch eine etwas andere Rolle?

Kaiser: Teilweise. Letztes Jahr habe ich vorwiegend auf der Zehn gespielt. Jetzt ist es systemabhängig, auf welcher Position ich aufgestellt werde. Es ist sicher so, dass ich letztes Jahr in der 3. Liga in der Rückrunde Spiele hatte, in der denen sehr viel gepasst hat. Ich war noch nie der geborene Torjäger, aber in der Zeit war der Knoten geplatzt. Dieses Jahr hat es noch nicht so häufig geklappt, aber ich will dran bleiben und auch offensiv gefährlich werden und zum Abschluss kommen. Das ist uns als Mannschaft insgesamt nicht so häufig gelungen. Jeder einzelne Spieler muss schauen, dass er wieder öfter in den Sechzehner kommt und Tore macht.

bundesliga.de: Am Sonntag gastiert der FSV Frankfurt in Leipzig, ein Gegner, der bereits fünf Auswärtssiege geholt hat. Wie schwer wird die Aufgabe?

Kaiser: Der FSV ist als sehr gefährlich einzuschätzen. In der Hinrunde hatten wir in Frankfurt sehr große Probleme. Sie haben extrem giftige Spieler in ihren Reihen und vorne auch Offensivpower. Es wird eine ganz schwierige Aufgabe. Wir müssen dann von der Aggressivität her eine Schippe drauflegen, um gegen Frankfurt zuhause zu bestehen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, werden wir sehen, wohin die Reise im weiteren Saisonverlauf noch geht.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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