Köln - Eintracht Braunschweig hat in der 2. Bundesliga einen perfekten Start hingelegt und aus den ersten vier Spielen die maximale Punkteausbeute geholt. Der Tabellenführer empfängt nun am Samstag den SV Sandhausen. Vor der Partie spricht Eintracht-Stürmer Domi Kumbela, der bereits viermal traf, im Interview mit bundesliga.de über den stärkeren Kader, Trainer Torsten Lieberknecht und die Ziele in dieser Saison.

bundesliga.de: Domi Kumbela, das erste Halbjahr 2016 ist für die Eintracht, die in der Rückrundentabelle Platz 12 belegte, nicht so gut verlaufen. Zum Saisonstart läuft es bei vier Siegen in vier Spielen dagegen perfekt. Wie kam es zu dieser Leistungsexplosion?

Domi Kumbela: Das ist schwierig zu erklären. Die Rückrunde kann man nicht mit dem aktuellen Start vergleichen. Wir spielen eine neue Saison, haben uns neu darauf vorbereitet und auch neue Spieler geholt. Man muss dann die neue Mannschaft so hinbekommen, dass sie zum 1. Spieltag stark genug ist, um erfolgreich in die Saison zu starten. Das ist gelungen. Wir haben gute Spieler dazu bekommen, ich denke z.B. an Julius Biada oder Gustav Valsvik. Die Chemie stimmt. Wir sind nach einer guten Vorbereitung eingespielt, der Teamgeist steht an erster Stelle. Das zeigen wir auf dem Platz.

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bundesliga.de: Sie haben die Neuzugänge angesprochen. Vier von ihnen - Biada, Valsvik, Quirin Moll und Onel Hernandez - kamen in allen Punktspielen zum Einsatz. Die Blutauffrischung scheint der Mannschaft gut getan zu haben.

Kumbela: Auf alle Fälle. Die neuen Spieler funktionieren gut. Durch sie ist die Qualität im Kader gestiegen. Wir haben für jede Position zwei, drei Spieler. Die Startelf, die momentan anfängt, macht es gut. Und auch jeder, der reinkommt, gibt alles. Das ist eine Stärke von uns.

bundesliga.de: Sie kennen Torsten Lieberknecht seit vielen Jahren. Wie gelingt es ihm über einen so langen Zeitraum, immer wieder neue Reize in der Mannschaft zu schaffen, ohne das Abnutzungserscheinungen auftreten?

Kumbela: Der Trainer nutzt sich nicht ab. Er ist immer mit viel Elan und viel Energie bei der Arbeit. Er ist akribisch und versucht immer, neue Inhalte ins Training einzubringen. Ich kenne seine Philosophie und mag sie zu 100 Prozent. Er versucht, die Spieler besser zu machen. Das gelingt ihm. In den vergangenen Jahren wechselten einige Spieler dann zu anderen höherklassigen Vereinen.

bundesliga.de: Sie persönlich haben auch eine besondere Beziehung zur Eintracht und dort Ihre besten Zeiten erlebt. Und auch aktuell läuft es mit vier Toren in den ersten vier Spielen für Sie sehr gut. Sieht man wieder den Domi Kumbela in der Bestform wie vor drei, vier Jahren?

Kumbela: Das kann ich nicht sagen. Ich versuche, mein Bestes zu geben. Vor ein paar Jahren war ich auch noch jünger (lacht). Ich fühle mich gut in Form und versuche, die Form zu halten oder den einen oder anderen Prozentpunkt mehr herauszukitzeln. Die Saison ist ja noch jung. Es sind erst vier Spieltage gespielt. Die nächsten Partien werden schwer genug. Wenn ich ab und zu knipse, hätte ich nichts dagegen. Wir wollen in dieser Saison besser abschneiden als im vergangenen Jahr.

"Individuell haben wir eine sehr hohe Qualität"

© imago

bundesliga.de: Ist es für Sie eine Option, Ihre Karriere in Braunschweig zu beenden?

Kumbela: Ich denke momentan nur ans Jetzt. Ich will erfolgreich sein und der Mannschaft helfen. Was die Zukunft bringt, ist offen. Ich bin aber nicht abgeneigt.

bundesliga.de: Peter Neururer hat bundesliga.de in einem Interview vor der Saison gesagt, dass er Braunschweig als Geheimtipp auf dem Zettel hat. Der Eintracht habe auch das eine Jahr in der Bundesliga nicht schlecht getan, die handelnden Personen stehen für Kontinuität. Wie erleben Sie die Eintracht?

Kumbela: Ich kenne die Eintracht und die handelnden Personen seit einigen Jahren. Sie stehen für Konstanz und Kontinuität. Ich war vor Jahren bei der Eintracht, bin dann weg und wiederzurückgekommen. Und die Verantwortlichen und das Trainerteam sind immer noch die gleichen. Das hilft sicher, dass der Verein stabil aufgestellt ist.

bundesliga.de: Im Aufstiegsjahr ist Braunschweig sogar mit fünf Siegen in Folge in die Saison gestartet. Aktuell sind es vier. Sehen Sie bereits Parallelen?

Kumbela: Es ist noch zu früh, um das zu beurteilen. Es sind ja auch abgesehen von drei, vier Spielern zwei verschiedene Mannschaften. Trotzdem haben wir eine sehr spielstarke Mannschaft. Wir werden weiter zusammenwachsen. Individuell haben wir eine sehr hohe Qualität. Der Teamgeist wird bei uns wie gesagt groß geschrieben. Es wird noch eine schwierige Saison mit so starken Absteigern wie Hannover und Stuttgart. Wir versuchen, das Beste aus uns herauszuholen und zu zeigen, dass wir uns auch in dieser Saison durchsetzen können.

bundesliga.de: Am Samstag gastiert der SV Sandhausen in Braunschweig. Im letzten Jahr gab es eine 1:3-Heimniederlage. Der Gegner ist also sicher nicht zu unterschätzen?

Kumbela: Sandhausen hat eine spielerisch gute Mannschaft und ist ein schwieriger Gegner. Es wird ein anderes Spiel als gegen Nürnberg. Der SVS hatte aber auch Abgänge und so einen wichtigen Spieler wie Aziz Bouhaddouz verloren, der nach St. Pauli gewechselt ist. Wir werden versuchen, unser Spiel vor eigenem Publikum durchzuziehen und die drei Punkte hierzubehalten.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski