Zusammenfassung

  • Aufstiegsheld Dirk Schuster soll Darmstadt wieder in die Spur bringen

  • Die alte Liebe hat wieder zusammengefunden

  • Gegen Fürth am Wochenende die Wende schaffen

Darmstadt - Als der Anruf kam, ist bei Dirk Schuster "das Herz wieder angesprungen". Am anderen Ende der Leitung war Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch und bot seinem einstigen Aufstiegstrainer einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 beim kriselnden SV Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga an. Und da alte Liebe nicht rostet, konnte Schuster nicht Nein sagen. Dafür sagte der 49-Jährige sogar seinen bereits gebuchten Flug am Wochenende nach "Südeuropa" ab. Auch dort hatte er ein Angebot vorliegen.

In Darmstadt hat also wieder etwas zusammengefunden, was offenbar zusammengehört. "Schuster passt zu Darmstadt 98", behauptete Fritsch am Dienstagmorgen bei der Vorstellung des alten, neuen Coaches. Das war auch lange so, fand aber 2016 ein jähes Ende. Nach vier erfolgreichen Jahren mit dem Durchmarsch der Lilien von der 3. Liga in die Bundesliga verließ Schuster sein Wohnzimmer am Böllenfalltor Richtung Augsburg.

Es war ein Abschied, der Scherben hinterließ. Diese wurden offenbar gekittet. "Wir haben das in dem Telefonat ausgeräumt", sagte Schuster am Dienstag, Fritsch ergänzte: "Wie man das unter Männern tut." Einig waren sich beide, dass die sportliche Vergangenheit nicht zum Ballast für die Zukunft werden soll.

Video: Dirk Schuster, der Trainer des Jahres

Für Dirk Schuster geht es nun darum, wieder in den Trainingsalltag zu finden. Seit seiner Entlassung in Augsburg im vergangenen Dezember war der gebürtige Chemnitzer arbeitslos, aber dennoch umtriebig. "Ich habe mir die Bundesliga, die 2. Bundesliga und 3. Liga angeschaut, war auch im Ausland. Habe auch meine Arbeit reflektiert. Das Jahr ging schnell vorbei", sagte Schuster, der 2016 noch zum "Trainer des Jahres" gewählt worden war.

Triste Saisonbilanz

Am Dienstagnachmittag stand für den alten neuen Coach das erste Training auf dem Programm. Seit elf Spielen warten die prominent besetzten Darmstädter auf einen Sieg. 18 Punkte und Relegationsplatz 16 lautet die triste Saisonbilanz. Nur ein Punkt trennt die Südhessen von einem direkten Abstiegsplatz. Obwohl in Kevin Großkreutz neben weiteren ehemaligen Bundesligaprofis sogar ein Weltmeister im Kader steht. Das 0:1 am Samstag in Aue hatte Schusters Vorgänger Torsten Frings am Samstag den Job gekostet.

>>> Dirk Schuster bei seiner Vorstellung

"Wir wollen die guten Sachen, die Torsten eingeführt hat, übernehmen und neue Ideen einbringen." Dirk Schuster

Es gibt also viel zu tun. Schuster will aber nicht alles auf den Kopf stellen. "Wir wollen die guten Sachen, die Torsten eingeführt hat, übernehmen und neue Ideen einbringen", sagte er. Jetzt stünden erstmal viele Gespräche an, man müsse "Ursachenforschung betreiben und Lösungsansätze finden". Dann geht es am Sonntag (13.30 Uhr) zum Rückrundenstart zur SpVgg Greuther Fürth.

Wende schaffen

Beim Vorletzten will 98 die Wende einleiten. Warme Worte gab es für Schuster sogar von Frings. "Alles Gute, viel Erfolg" lautete die Botschaft von Ex-Nationalspieler zu Ex-Nationalspieler.

(Quelle: SID)