Kaiserslautern - Trotz seiner erst 22 Jahre ist Alexander Ring schon ein erfahrener Spieler. Der in Bonn geborene Finne kam nach Stationen in seiner finnischen Heimat, bei Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach zur neuen Saison zum 1. FC Kaiserslautern. bundesliga.de bat den defensiven Mittelfeldspieler vor dem Topspiel der 2. Bundesliga zwischen Greuther Fürth und dem FCK zum Gespräch.

bundesliga.de: Herr Ring, der FCK ist mit drei Siegen in den ersten drei Spielen perfekt in die Saison gestartet. Wie erklären Sie sich die gute Frühform?

Alexander Ring: Perfekt war das noch nicht. Aber die ersten Spiele muss man einfach irgendwie gewinnen. Es passt noch nicht alles zu 100 Prozent. Man muss sich als Mannschaft erst im Wettbewerb einspielen. Aber mit den Ergebnissen können wir sicher zufrieden sein.

bundesliga.de: Wo sehen Sie noch Steigerungspotenzial?

Ring: Überall. Wir können besser nach vorne spielen, schneller spielen und auch besser verteidigen. Aber es ist schon in Ordnung, wie es momentan läuft.

bundesliga.de: Was hat für Sie den Ausschlag gegeben, nach Kaiserslautern zu wechseln?

Ring: Kaiserslautern hat sich schon um mich bemüht, bevor ich nach Mönchengladbach gewechselt bin. Der Kontakt war immer wieder da. Jetzt hat es gepasst. Ich bin sehr zufrieden, dass ich beim FCK spielen kann.

bundesliga.de: Was zeichnet den Verein besonders aus?

Ring: Man merkt, dass der FCK ein großer Verein ist, der auf der einen Seite familiär, zugleich aber auch sehr professionell geführt wird. Und die Fans sind einfach überragend.

bundesliga.de: Der Aufstieg wurde im vergangenen Jahr ganz knapp erst in der Relegation verpasst. Was für Lehren wurden aus der letzten Saison gezogen, in die der FCK auch gut gestartet war und die ersten 16 Spiele nicht verloren hatte, dann aber aus dem Tritt kam?

Ring: Ich denke, dass die Mannschaft durch die Neuzugänge besser geworden ist. Wenn man sieht, wen der Verein geholt hat, erkennt man, dass wir eine gute Mischung haben. Es wird uns in dieser Saison nicht passieren, dass wir nachlassen. Wir haben eine Mannschaft, in der viel Erfahrung und Qualität steckt und die menschlich harmoniert.

bundesliga.de: Sie haben die Rückennummer 6 bekommen. Ist das ein Fingerzeig für Ihre Position, die Sie beim FCK spielen werden?

Ring: Rückennummern sind so eine Sache. In Helsinki hatte ich die 4, in Gladbach die 5 und jetzt beim FC die 6. Ich steigere mich. (lacht) Sicherlich ist die Sechser-Position ohne wenn und aber meine Position. Auf der habe ich auch die ersten Spiele absolviert.

bundesliga.de: Sie sagen, dass die Mannschaft gut ist, die Fans, der Verein. Wie stimmig ist das Gesamtpaket? Ist der Aufstieg machbar?

Ring: Es passt alles. Deshalb bin ich hierhin gekommen. Ich will aufsteigen. Ich bin ein Spieler, der hohe Erwartungen gewohnt ist. Das war auch schon in Helsinki oder Mönchengladbach so.

bundesliga.de: Toll eingeschlagen hat im Angriff Simon Zoller, ein Neuzugang wie Sie, dem in den ersten beiden Punktspielen drei Tore gelungen sind. Ist die Offensive mit ihm und Stürmern wie Mo Idrissou, Olivier Occean und Albert Bunjaku das Prunkstück der Mannschaft?

Ring: Uns zeichnet aus, wie wir als Mannschaft spielen. Natürlich haben wir einen guten Sturm. Der gehört zur Elite der 2. Bundesliga. Aber wenn man hinten nicht gut steht, bekommt man auch vorne nichts gebacken.

bundesliga.de: Welche anderen Clubs können dem FCK im Aufstiegsrennen gefährlich werden?

Ring: Sicherlich die beiden Absteiger und ein Traditionsverein wie der 1. FC Köln. Ein paar Mannschaften wie St. Pauli, 1860 oder Bochum haben sich gut verstärkt. Und dann gibt es in der 2. Bundesliga immer Überraschungen. Aber wir haben jetzt erst zwei Spieltage gespielt. Wir gucken von Spiel zu Spiel. Klar ist, dass wir vorne dabei sein wollen. Aber ich gucke nicht so viel auf andere Sachen oder andere Vereine. Ich schaue auf unseren Verein.

bundesliga.de: Der nächste Gegner des FCK ist der Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth, der ebenfalls mit alle drei Pflichtspiele gewonnen hat. Sind Sie überrascht, wie schnell dort der Umbruch gelungen zu sein scheint?

Ring: Nein, Fürth hat sich auch gut verstärkt. Ein Freund von mir, der Tim Sparv, spielt für Fürth. Der Club gehört sicher auch zum Favoritenkreis um den Aufstieg. Die hatten vorher eine tolle Zweitliga-Saison gespielt. Aber wie gesagt: Ich konzentriere mich auf den FCK. Wir wollen auch in Fürth gewinnen.

bundesliga.de: Sie selbst werden in Fürth nicht mit von der Partie sein. Warum?

Ring: Ich muss zur finnischen Nationalmannschaft. Auf die 2. Bundesliga wird international leider keine Rücksicht genommen. Ich spiele mit Finnland gegen Slowenien.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski