München - Ein neuer Spieler in einer gut funktionierenden Mannschaft muss sich immer erst etablieren. Das weiß auch Gerald Asamoah, prominenter Neuzugang bei der SpVgg Greuther Fürth.

Doch der 43-malige deutsche Nationalspieler fordert dafür gar nicht so viel Einsatzzeit. "Ich muss jetzt nicht 90 Minuten spielen. Ich will einfach zeigen, dass ich für die Jungs da bin. Wenn ich die zehn Minuten bekomme, dann will ich zeigen, was wichtig ist", sagte Asamoah bei seiner Vorstellung in Fürth und machte damit deutlich, auch als Joker will er eine große Rolle spielen.

Mehr als nur ein Ersatzmann für Onuegbu

Die Fürther haben in der 2. Bundesliga eine hervorragende Ausgangslage, denn nach 19 Spieltagen stehen die Franken auf dem 2. Tabellenplatz und somit auf einem direkten Aufstiegsrang. Auch in der Offensive klappte es bislang hervorragend - mit 41 Toren haben sie nur zwei Treffer weniger erzielt als Tabellenführer Fortuna Düsseldorf.

Die Verpflichtung von Asamoah macht dennoch Sinn. Zum einen fehlte durch den Ausfall von Kingsley Onuegbu, der sich im Dezember am Knöchel operieren lassen musste, in der Offensive ein Stürmer. Zum anderen haben die Fürther nun einen äußerst erfahrenen Spieler hinzugewonnen.

"Er ist ein Spieler, der sehr über den Willen und über die Leidenschaft kommt. Er wird unserer jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung Einiges geben", sagte auch Trainer Mike Büskens, der Asamoah noch aus Schalker Tagen kennt. "Und er will es auch nochmal wissen, er brennt."

Gute Saison im St. Pauli-Trikot

Mit 33 Jahren ist der in Ghana geborene Angreifer der drittälteste Spieler nach Milorad Pekovic und Thomas Kleine im Fürther Kader, bringt dafür aber die Erfahrung aus zwölf Jahren Bundesliga und einer Zweitligasaison mit.

In der vergangenen Spielzeit kickte er für den FC St. Pauli, war an 14 Toren direkt beteiligt (sechs erzielt, acht vorbereitet) und war damit St. Paulis Topscorer (zugleich auch bester Torschütze und bester Vorbereiter). In den letzten neun Einsätzen traf der Stürmer allerdings nicht mehr und konnte somit auch den Abstieg der Hamburger nicht verhindern.

Halbe Saison ohne Verein

Seit Sommer war Asamoah ohne Club und somit ohne Spielpraxis. Er weiß, dass er dieses Manko gegenüber seinen neuen Kollegen noch ausmerzen muss. "Die Spieler sind technisch stark und es wird sehr, sehr schwer für mich, da mitzuhalten", erklärte der Stürmer, der mit der SpVgg in die Bundesliga möchte, zumal er auch bis 2013 unterschrieben hat. "Wir wollen gemeinsam unser Ziel erreichen."

"Asa" wird dafür seine Qualitäten in die Waagschale werfen, denn der ehemalige Nationalspieler ist ein komplett eigener Spielertyp, der eigentlich auf keiner Position wirklich zuhause scheint. Als Stürmer kommt er zu selten zum Torschuss, als Flügelflitzer schlägt er zu wenige Flanken und für das Mittelfeld ist er eigentlich zu spielschwach. Mit seiner bulligen, zweikampforientierten und körperbetonten Spielweise ist er allerdings für jeden Gegner unangenehm zu verteidigen, am Boden gewann er für einen Stürmer sehr gute 43,6 Prozent seiner Zweikämpfe.

Zudem machte er in der Vorsaison als "Kopfballungeheuer im Sechzehner" auf sich aufmerksam. Asamoah traf drei Mal im Anschluss nach einer Ecke, kein Bundesliga-Spieler schaffte das häufiger 2010/11. Insgesamt erzielte er acht seiner letzten 13 Treffer mit dem Kopf.

Ein neuer Publikumsliebling?

Asamoah könnte ein echter Gewinn für die Mannschaft von Trainer Büskens werden, insbesondere wenn er so gut aus der Winterpause herauskommt wie im vergangenen Jahr, denn vier seiner sechs Saisontore 10/11 erzielte er von Spieltag 18 bis 21.

Zudem könnte der langjährige Schalker auch im Frankenland schnell zum Publikumsliebling avancieren, auch weil ehemalige Nationalspieler im Trikot der Fürther eher selten sind.

Hauptsache Asamoah hat nicht das schlechte Omen aus seiner einzigen Zweitligasaison mit Hannover 96 in der Spielzeit 1998/99 mitgebracht: Damals spielten die "Roten" ebenfalls um den Aufstieg mit und verpassten ihn als Tabellenvierter nur knapp.

Jessica Pulter

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