Der neue Tabellenführer FC St. Pauli im Torrausch, das erste Gegentor für Union Berlin und eine Strafaktion bei Hansa Rostock: Während sich der FC St. Pauli mit der zweiten Auswärtsgala nacheinander an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga setzte, strich Hansa-Trainer Andreas Zachhuber nach der 0:2 (0:1)-Heimpleite gegen Rot-Weiß Oberhausen seinen Spielern die freien Tage und sprach ihnen die Zweitligaqualität ab.

Elf Tage nach dem 5:0 bei Alemannia Aachen überrollte die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski am Freitagabend im Wildpark den Erstliga-Absteiger Karlsruher SC mit 4:0 (1:0) und profitierte gleichzeitig vom 1:1 (0:0) des bisherigen Spitzenreiters Union Berlin beim FC Augsburg. Damit endete die Siegesserie der Berliner nach drei Spielen und 346 Minuten ohne Gegentor.

Lehmann mit Freistoß-"Doppelpack"

St. Pauli hatte bereits am Freitag seinen torreichen Siegeszug durch die fremden Stadien eindrucksvoll fortgesetzt. Matthias Lehmann mit zwei Freistoß-Toren und dem ersten Doppelpack seiner Profikarriere (26., 55.), Rouwen Hennings (69.) und Marius Ebbers (74.) sorgten für die eindrucksvolle Auswärtsbilanz von bisher sechs Punkten und 9:0 Toren.

Trainer Stanislawski erlaubte seinen Spielern vor der Länderspielpause zumindest eine kleine Belohnung: "Das eine oder andere Kaltgetränk ist heute Abend erlaubt. Naja, ein Kaltgetränk eben."

Erster Punktverlust für Union

Dagegen verlor der bisherige Spitzenreiter Union Berlin seine weiße Weste durch den 1:1-Ausgleich des Augsburgers Tobias Werner (76.). Dabei sah alles nach dem vierten Sieg in Folge für das Überraschungsteam der Liga aus: Kenan Sahin hatte den Aufsteiger in Führung gebracht (59.), kurz danach war der Augsburger Kapitän Uwe Möhrle mit der Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt worden. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz rutschten die Berliner mit zehn Punkten hinter St. Pauli auf Platz zwei.

"Ich bin verärgert. Wenn man 1:0 gegen zehn Mann führt, muss man das Spiel nach Hause bringen", sagte Union-Coach Uwe Neuhaus: "Wir haben schon auf dem Platz gedacht, dass wir das Spiel im Griff haben."

Kaiserslautern belibt unbesiegt

Auf Platz drei liegt weiterhin der 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer kamen allerdings beim Aufsteiger SC Paderborn nicht über ein 0:0 hinaus. Dennoch bleibt der Lauterer Trainer Marco Kurz weiter ohne Niederlage mit den Roten Teufeln.

Von der Bundesliga-Rückkehr ist der FC Hansa indes weit entfernt. "Ab sofort wird es keine trainingsfreien Tage mehr geben, denn wenn man frei vor dem Tor nicht trifft, muss man das üben. Das hatte nichts mit zweiter Liga zu tun", sagte der Rostocker Trainer Zachhuber nach der Pleite gegen RWO. Mike Terranova (18., 87.) besiegelte die dritte Rostocker Niederlage im vierten Spiel.

"Das gibt Selbstvertrauen"

Eine Krise ist beim Aufstiegs-Geheimfavoriten Alemannia Aachen nach dem ersten Saisonsieg vorerst abgewendet. Gegen das neue Schlusslicht FSV Frankfurt siegten die Gastgeber durch zwei Tore von Benjamin Auer (14., 89.) und einen Treffer von Manuel Junglas (34.) 3:0 (2:0).

"Mit dem Dreier sind wir einen Schritt weitergekommen, das gibt Selbstvertrauen. Aber wir müssen daran arbeiten, noch sicherer zu werden. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass wir Angst hatten, das 2:1 zu bekommen, statt frühzeitig auf das 3:0 aus zu sein", sagte Alemannia-Trainer Jürgen Seeberger.

Arminia dreht den Spieß um

Ebenfalls etwas Ruhe dürfte bei Arminia Bielefeld durch die starke zweite Halbzeit beim 4:2 (0:1)-Erfolg bei Greuther Fürth herrschen. Die Ostwestfalen drehten die Begegnung nach einem 0: 2-Rückstand mit vier Treffern in der zweiten Hälfte. Beide Teams liegen mit sechs Punkten im Mittelfeld der Tabelle.

Zufriedene Gesichter gab es auch bei Energie Cottbus. Beim 2: 0 (1:0) in Koblenz feierte das Team von Claus-Dieter Wollitz den ersten Auswärtssieg der Saison und setzte sich mit sieben Punkte im Vorderfeld der Tabelle fest.

Keinen Sieger gab es im Spiel zwischen Rot Weiss Ahlen und 1860 München. Die Gastgeber holten beim 0:0 aber immerhin ihren ersten Punkt der Saison und gaben die Rote Laterne an den FSV ab.