Köln - Zwei absolute Spitzenspiele stehen am 8. Spieltag der 2. Bundesliga auf dem Programm. Aber auch in den unteren Tabellenregionen bleibt es spannend. Diese fünf Dinge müssen sie auf jeden Fall wissen.

Topfavoriten treffen sich in Leipzig

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Das Superduell des Spieltags steigt in Leipzig, wo die beiden Topfavoriten auf den Aufstieg in die Bundesliga aufeinander treffen. RB Leipzig empfängt am Donnerstag (ab 20 Uhr im Liveticker) den Sport-Club Freiburg. Wenn man vor der Saison die Experten nach den wahrscheinlichen Aufsteigern befragte, wurden Leipzig und Freiburg mit am häufigsten genannt. Und die beiden haben bisher Wort gehalten. Bundesliga-Absteiger Freiburg rangiert mit 16 Punkten auf Platz zwei, Vorjahresaufsteiger RB Leipzig ist mit 12 Punkten in Schlagdistanz auf dem vierten Platz.

Dabei steht in der Arena in Leipzig eine Premiere an: beide Clubs treffen erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Und das mit ganz anderen Spielphilosophien. Freiburg stellt mit 18 Treffern die beste Offensive der Liga, Leipzig mit erst vier Gegentoren die beste Defensive. Besonders aufpassen müssen die Leipziger auf Freiburgs Goalgetter Nils Petersen (Foto). Der Stürmer hat bereits sieben Tore auf dem Konto, war an neun der 18 Treffer direkt beteiligt. Und Petersen ist eiskalt vor dem Tor, brauchte nur 17 Torschüsse für seine sieben Tore, verwandelte sechs seiner neuen Großchancen.

Bochum fast mit Startrekord

Der VfL Bochum verpasste am vergangenen Wochenende durch das 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf einen persönlichen Startrekord. Da allerdings die ersten Sechs der Tabelle allesamt Remis spielten, konnten die Bochumer ihren knappen Vorsprung auf die Verfolger halten. Und mit 17 Punkten stehen sie praktisch genauso gut da wie bei ihrem Rekord aus der Aufstiegssaison 1993/94, damals war das Torverhältnis lediglich um einen Treffer besser.

Vor dem Duell bei Arminia Bielefeld am Dienstag (ab 17.15 Uhr im Liveticker) spricht die Statistik klar für die Gäste aus dem Revier. Immerhin hat Bochum historisch fast die Hälfte aller Duelle gegen die Arminia gewonnen (18 Siege bei 39 Spielen), zudem ist der VfL seit neun Pflichtspielen ungeschlagen und hat auswärts schon sieben von neun Punkten geholt. Bielefeld hingegen hat die jüngsten sieben Heimspiele nicht gewinnen können und in dieser Saison noch kein Tor zuhause erzielt. Aber Bochum muss aufpassen, die Ostwestfalen sind die Remiskönige der Liga, haben schon fünf Mal unentschieden gespielt, zuletzt 2:2 in Freiburg.

Duell der Scharfschützen

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Etwas überraschend wird das zweite Spitzenduell des Spieltags am Mittwoch in Hamburg ausgetragen (ab 17.15 Uhr im Liveticker). Denn mit diesem frühen Höhenflug des FC St. Pauli und des 1. FC Heidenheim hatten vor der Saison sicherlich nicht viele gerechnet. Schließlich hatten sich die Paulianer vergangene Saison erst im Saisonschlussspurt retten können, Vorjahresaufsteiger Heidenheim landete nach einer soliden Saison im Tabellenmittelfeld. Nun aber stehen sie mit 14 bzw. 12 Punkten auf den Plätzen drei und fünf. St. Pauli hat damit den zweitbesten Saisonstart seiner Zweitliga-Historie hingelegt.

Mit vier bzw. fünf Gegentoren stellen die beiden Clubs mit die besten Abwehrreihen der Liga, beide haben in sieben Partien bereits vier Mal zu Null gespielt. Allerdings brennen beide auch nicht gerade ein Offensivfeuerwerk ab, haben jeweils erst acht Mal ins Tor getroffen. Vorne sind beide Mannschaften jedoch besonders aus der Distanz gefährlich, haben jeweils schon vier Tore von außerhalb des Strafraums erzielt. Pauli ist unter Coach Ewald Lienen (Foto) ein echtes Topteam geworden. Seit Lienens Amtsantritt holte nur der VfL Bochum so viele Punkte wie St. Pauli (38, also 1,58 pro Spiel).

Traditionsduell

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Zusammen haben sie 13 Deutsche Meisterschaften gewonnen und sechs Mal den DFB-Pokal hoch gehalten - auf dem Betzenberg kommt es am Dienstag zum Duell der großen Traditionsclubs 1. FC Kaiserslautern und 1. FC Nürnberg. Im Profifußball hat es dieses Match der Bundesliga-Gründungsmitglieder bereits 62 Mal gegeben, in der 2. Bundesliga treffen sie allerdings erst zum fünften Mal aufeinander. Gemein ist beiden Clubs auch der eher enttäuschende Start in die laufende Saison.

Beim FCK läuft es vor allem zuhause nicht mehr. Vergangene Saison war das Fritz-Walter-Stadion lange Zeit eine unstürmbare Festung. Von den ersten 14 Heimspielen gewannen sie elf, blieben ungeschlagen. Doch seitdem ist daheim der Wurm drin. Sechs Mal in Folge konnten die Roten Teufel zuhause nicht mehr gewinnen, erzielten dabei nur drei Tore, so eine schwache Torausbeute gab es in der Zweitliga-Historie für den FCK noch nie. Beim Club geht hingegen auswärts gar nichts. Aus den jüngsten acht Spielen in der Fremde holten die Franken nur einen Punkt. Und mit schon 15 Gegentoren stellt der FCN aktuell die schlechteste Defensive der Liga.

Schlusslicht gegen Team der Stunde

Zwei weitere Bundesliga-Gründer treffen am Mittwoch in der Duisburger Wedau aufeinander. Für Aufsteiger MSV Duisburg läuft es noch alles andere als rund. Erst zwei Punkte konnten die Meidericher bisher einfahren, hinten gab es schon 15 Gegentreffer. Saisonübergreifend hat Duisburg sogar neun Mal nicht gewonnen. Eintracht Braunschweig hingegen ist das Team der Stunde in der 2. Bundesliga. Die Löwen holten zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen bei 11:0-Toren. Kein anderer Club war in dieser Zeit so stark.