Köln – Das Debüt eines ehemaligen Weltstars und zwei Spitzenspiele sind die Highlights, wenn die 2. Bundesliga an diesem Wochenende in den 11. Spieltag startet. Diese fünf Dinge müssen sie auf jeden Fall wissen.

Alle Augen auf den "Tiger"

Der "Tiger" ist zurück! Stefan Effenberg (Foto) steigt als Chefcoach des SC Paderborn in der 2. Bundesliga ein, feiert damit sein Trainerdebüt im deutschen Profifußball. Logisch, dass da alle Augen am Freitag Abend auf den ehemaligen Weltstar, der mit dem FC Bayern München unter anderem die Champions League und den Weltpokal gewonnen hat, gerichtet sind.

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"Wir freuen uns alle tierisch auf das Spiel", sagt Neu-SCP-Coach Effenberg vor dem Match gegen Eintracht Braunschweig (Freitag ab 18.15 Uhr im Liveticker). Die Ostwestfalen brauchen nach zuletzt drei erfolglosen Spielen und überhaupt erst zwei Saisonsiegen unbedingt wieder Punkte, um den Absturz in die Abstiegszone zu vermeiden. Mit nur sieben Zählern rangiert der Bundesliga-Absteiger aktuell auf Rang 15 der Tabelle. Paderborn hofft auf den Effe-Effekt, der Ex-Kapitän des FC Bayern soll den Spielern Mut machen. Dass sein Einstieg auch beim Gegner für besondere Motivation sorgt, glaubt Effenberg indes nicht: "Natürlich kommt Braunschweig hierher, um uns zu schlagen, aber das hat nichts mit meiner Person zu tun." Sieht Löwen-Coach Torsten Lieberknecht ähnlich, dennoch will er am Pader unbedingt punkten, um weiter im Aufstiegsrennen dabei zu bleiben: "Wir haben derzeit zehn Punkte Vorsprung auf Paderborn, die wollen wir auch nach dem Spiel mindestens noch haben."

Aufschwung dank Fünfstück

Beim 1. FC Kaiserslautern hat sich der Trainerwechsel bisher absolut bezahlt gemacht. Nachdem die Roten Teufel zuvor vier Spiele nicht gewinnen konnten, gab es in den ersten beiden Begegnungen unter Coach Konrad Fünfstück gleich zwei Siege. Der FCK hat sich damit wieder bis auf drei Punkte an den Relegationsplatz angenähert.

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In Sandhausen konnten die Lauterer allerdings noch nie gewinnen. In den drei bisherigen Matches in der Ostalb gab es einen Sieg für den SV Sandhausen und zwei Remis. Sandhausen ist zudem so gut in die Saison gestartet wie nie zuvor in der 2. Bundesliga. 18 Punkte haben die Schwarz-Weißen bereits eingefahren, aufgrund des Punktabzuges wegen Lizenzverstoßes stehen sie allerdings mit "nur" 15 Zählern auf Rang acht. Beeindruckend ist auch die neue Offive des SVS. 20 Tore nach zehn Spielen sind Clubrekord, bisher standen zum gleichen Zeitpunkt maximal neun auf dem Konto. Vorsicht vor allem bei Standards: Schon neun Mal traf Sandhausen nach ruhenden Bällen - in der kompletten vergangenen Saison waren es zwölf Treffer. Der Sieger der Freitags-Begegnung (ab 18.15 Uhr im Liveticker) ist wieder voll im Aufstiegsrennen dabei.

Historisch ist Union der Favorit

Enttäuschung gegen positive Überraschung treffen am Samstag beim Duell 1. FC Union Berlin gegen den FC St. Pauli (ab 12.45 Uhr im Liveticker) in der Hauptstadt aufeinander. Für Union ist die Saison bisher alles andere als glücklich gelaufen. Als Aufstiegskandidat gehandelt, konnten die Eisernen die ersten fünf Spiele nicht gewinnen, nach dem Trainerwechsel zu Sascha Lewandowski (Foto) gab es zwei Siege und drei Niederlagen. Besonders erschreckend: Union ging in acht der zehn Saisonspiele in Führung, gewann aber nur zwei. Die Berliner gaben also schon 15 Punkte nach Führungen noch ab.

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St. Pauli hingegen hat unter Trainer Ewald Lienen zu einem unglaublichen Höhenflug angesetzt. Nach dem Klassenerhalt stürmen die Paulianer jetzt sogar Richtung Bundesliga, liegen auf Platz drei. Zuletzt konnte jedoch zwei Mal in Folge nicht gewonnen werden, gegen Sandhausen gab es gar ein 1:3. Historisch gesehen ist dennoch Union der Favorit. Denn gegen Pauli gewannen die Eisernen fünf der bisherigen sechs Heimspiele in der 2. Bundesliga. Zudem haben sich die Berliner zuletzt als Favoritenschreck erwiesen, verloren keines der jüngsten sechs Heimspiele gegen Teams, die zum Zeitpunkt des Duells Platz 1 bis 3 in der Tabelle belegten (2 Siege, 4 Remis).

Freiburg freut sich auf Lieblingsgegner

Das Duell der Verfolger steigt im Breisgau, wenn am Sonntag (ab 13.15 Uhr im Liveticker) der Sport-Club Freiburg die SpVgg. Greuther Fürth empfängt. Freiburg ist seit sieben Spielen ungeschlagen, teilt sich bei 21 Punkten die Tabellenspitze mit dem VfL Bochum. Als besonders stark hat sich bisher die Offensive des SCF erwiesen, mit 22 Toren die beste der 2. Bundesliga. Saisonübergreifend hat die Mannschaft von Coach Christian Streich in 17 Spielen in Folge mindestens einen Treffer erzielt. Den größten Anteil daran hat Nils Petersen (Foto). Der Goalgetter hat schon neun Mal in dieser Saison eingenetzt und insgesamt 22 Mal in 22 Spielen für Freiburg.

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Mit Fürth kommt nun einer der Lieblingsgegner der Breisgauer ins Schwarzwald-Stadion. In den jüngsten zehn Pflichtspielen gegen die SpVgg. blieb der SCF ungeschlagen (5 Siege, 5 Remis). Letztmals gewann Fürth vor zwölf Jahren gegen Freiburg. Allerdings haben die Kleeblätter zuletzt eine gute Serie hingelegt, konnten vier Spiele in Folge gewinnen - bis zum 0:5 gegen Bochum am 10. Spieltag. Mit einem Dreier im Schwarzwald könnten die Franken nun bis auf einen Zähler an den Bundesliga-Absteiger rankommen.

Gegen Bochum hat RBL eine weiße Weste

Beeindruckend aus der Krise hat sich der VfL Bochum zuletzt geschossen. Nach vier sieglosen Spielen in Folge gewannen die Westfalen am vergangenen Spieltag in Fürth mit 5:0 und eroberten dadurch die Tabellenspitze zurück. Mit 21 Punkten nach zehn Spieltagen weist der VfL damit die beste Bilanz seit zehn Jahren auf - 2005/06 hatten sie zu diesem Zeitpunkt 22 Zähler und stiegen schließlich auf.

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Gegen RB Leipzig, Gegner am Sonntag (ab 13.15 Uhr im Liveticker) im rewirpowerSTADION, konnte Bochum aber noch nie einen Punkt holen. Erstmals trafen die beiden Clubs in der vergangenen Saison aufeinander, Leipzig gewann beide Spiele. Die Sachsen haben von den jüngsten elf Spielen nur eins verloren, sind seit sechs Spielen ungeschlagen. Auswärts hat RBL zudem bereits neun Punkte eingefahren. Top-Mann der vergangenen Wochen war Davie Selke (Foto). Der U21-Nationalspieler erzielte an den jüngsten drei Spieltagen vier der sechs Leipziger Tore.