München - Der Sieger springt zumindest vorübergehend auf den Platz an der Sonne: Im Spitzenspiel emfpängt die SpVgg Greuther Fürth die Himmelsstürmer des SC Paderborn. St. Pauli will mit einem Heimsieg gegen Bochum den Anschluss an die Spitzengruppe nicht verlieren. Und Schlusslicht Hansa Rostock hofft gegen Duisburg auf das Ende einer neun Spiele langen Serie ohne Sieg (alle Spiele am Sonntag, ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio)

Die Zahlen vor dem Spitzenspiel in Fürth sprechen für sich: Fürth und Paderborn feierten bislang jeweils zwölf Siege. Keine Mannschaft in der 2. Bundesliga hat mehr aufzuweisen. Seit 16 Ligaspielen ist Paderborn ungeschlagen, nun bietet sich eine historische Chance: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte kann der SCP die Tabellenführung in der 2. Bundesliga erobern. Die letzte Niederlage der Ostwestfalen gab es in der Hinrunde allerdings ausgerechnet gegen das Fürther "Kleeblatt". Nach dem 1:0-Auswärtssieg und dem 4:0-Erfolg im DFB-Pokal soll für die Franken nun der dritte Sieg gegen Paderborn folgen. Trainer Mike Büskens meint: "Wir wollen Paderborn schlagen. Aber wir wissen, dass wir nichts geschenkt bekommen. Es ist wichtig, dass wir in unserem Kollektiv diszipliniert und engagiert als Mannschaft nach vorne spielen." Nicht zur Verfügung stehen Kingsley Onuegbu, Sebastian Tyrala und Christopher Nöthe. Letzterer hat sich im Spiel gegen Hoffenheim einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt bis auf Weiteres aus.

"Paderborn hat eine gute Mannschaft, die schwer zu schlagen ist", weiß Büskens: "Und sie steht nicht zufällig auf dem dritten Tabellenplatz. Die Paderborner haben sich als Team weiterentwickelt und sind ein hervorragendes Kollektiv." Ein klarer Favorit ist also nicht auszumachen - obwohl die Fürther unter der Woche im Halbfinale des DFB-Pokals den Bundesligisten 1899 Hoffenheim ausgeschaltet haben. Gäste-Trainer Roger Schmidt erwartet ein intensives Spiel. "Für uns ist das eine Riesenmotivation", sagte der Coach angesichts der Konstellation. Noch ungewiss ist der Einsatz von Florian Mohr (Bauchmuskelzerrung) und Markus Krösche (Oberschenkelprobleme).

Nach der Niederlage gegen Alemannia Aachen will der FC St. Pauli gegen Bochum Wiedergutmachung betreiben. Ein weiterer Ausrutscher im Aufstiegsrennen wäre fatal. "Wir müssen uns in der Vorbereitung auf die Partie auf die Dinge konzentrieren, die wir in Aachen nicht gut gemacht haben. Wir hatten eine themenreiche Woche", erklärte Cheftrainer Andre Schubert. Speziell das schnelle Umschalten sowohl in die Offensive als auch in die Defensive müsse bei der Partie gegen den VfL besser werden. "Das begleitet uns am häufigsten in dieser Saison. Wir kassieren mehr Gegentore und verlieren mehr Spiele als die Konkurrenz." Gegen Bochum setzt Schubert darauf, dass seine Mannschaft sich von einer bessere Seite zeigt als in Aachen. "Wir haben in Aachen zu pomadig im Spielaufbau agiert." Personell muss der Cheftrainer der "Braun-Weißen" neben Jan-Philipp Kalla und Philipp Tschauner wahrscheinlich auch auf Marius Ebbers verzichten (Oberschenkelverletzung). Fraglich ist zudem der Einsatz von Petar Sliskovic, der zuletzt wegen eines grippalen Infekts nicht trainierte. Nicht dabei ist weiterhin Lasse Sobiech.

Das Gastspiel in Hamburg ist für VfL-Coach Andreas Bergmann eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Fünf Jahre - zwischen 2001 und 2006 - war unser Cheftrainer bei den "Kiezkickern" tätig, davon zweieinhalb Jahre als Coach der Lizenzspielerabteilung. Das Gastspiel beim Fünftplatzierten ist ihn kein Spiel wie jedes andere. "Ich hatte eine schöne Zeit in Hamburg und habe noch viele Freunde dort. Für mich ist es natürlich ein besonderes Spiel." Doch vor allem aus sportlicher Sicht fiebert Bergmann auf die Partie im ausverkauften Haus hin. Immerhin geht es für sein Team darum, sich nach dem Sieg gegen Rostock in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren. "Der FC St. Pauli hat Ambitionen, mit ihm wollen wir uns messen", sagte Bergmann. Marcel Maltritz wird nach abgesessener Gelbsperre ins 18-köpfige Aufgebot zurückkehren.

Personell wird Hansa-Trainer Wolfgang Wolf für das Spiel gegen die "Zebras" einige Umstellungen vornehmen. Denn neben den Langzeitverletzten Mohammed Lartey und Pavel Kostal wird auch Kapitän Sebastian Pelzer nach seiner fünften Gelben Karte fehlen. Ausfallen wird zudem wie in Bochum auch Mittelfeldspieler Björn Ziegenbein. Wolf hofft, dass "Ziege" kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Zurückkehren in den Kader werden hingegen Michael Wiemann und Robert Müller, die ihre Sperren abgesessen haben und der Mannschaft wieder zur Verfügung stehen. Wie die Startformation gegen Duisburg aussehen wird, ließ der Trainer offen. Lediglich Marek Mintal und Edisson Jordanov bekamen vom Trainer eine Einsatzgarantie. "Ein Plänchen habe ich schon in der Tasche. Nach den letzten beiden Trainingseinheiten wird sich entscheiden. ob daraus ein Plan wird", sagte Wolf. Auf die Frage, ob Tom Weilandt und Kevin Pannewitz nach ihren guten Leistungen in Bochum in die Startformation rücken könnten, antwortete der Trainer: "Wir müssen auch Akzente von der Bank aus setzen können." Von einem richtungweisenden Spiel möchte der Coach noch nichts wissen. "Diese Frage können Sie mir jede Woche stellen. Auch die Duisburger mit ihren 20 Punkten kommen nicht ohne Druck hierher. Wichtig ist, dass wir unseren Konkurrenten schlagen und so den Anschluss wieder herstellen", sagte Wolf.

Oliver Reck ist vor dem Gastspiel beim Schlusslicht gewarnt: "Das wird keine einfache Aufgabe für uns." Dennoch wollen die Duisburger in Rostock den Ton angeben. "Wir haben die Spieler, die mutig Akzente setzen können. Das wollen wir auch in Rostock tun", sagte Reck. Deshalb hat der Coach in dieser Trainingswoche auch noch einmal viel Wert auf den Torabschluss gelegt. Ob Goran Sukalo wieder helfen kann, steht noch nicht fest. Er verbrachte die Woche mit einem Infekt im Bett. "Wir müssen abwarten", erklärte Reck. Zwei andere "Zebras" fehlen sicher: Srdjan Baljak liegt mit einer fiebrigen Grippe flach, Maurice Exslager fällt für die Begegnung an seinem 21. Geburtstag auf Grund von muskulären Problemen im Oberschenkel aus. Zudem müssen die "Zebras" verletzungsbedingt weiter auf Markus Bollmann, Flamur Kastrati und Billy Pliatsikas verzichten. Neuzugang Tomasz Zahorski steht dagegen vor seiner Premiere im Kader, Dzemal Berberovic kehrt nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder zurück.