Eigentlich will er dem FC St. Pauli nicht weh tun. Aber Claus-Dieter Wollitz bleibt am Sonntag (ab 13:15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) beim Gastspiel mit Energie Cottbus auf dem "Kiez" nichts anderes übrig.

Platz 12 ist für die ambitionierten Lausitzer nach neun gespielten Zweitliga-Partien zu wenig. Und jetzt geht es ausgerechnet nach St. Pauli, das mit einem Sieg vor heimischer Kulisse zumindest bis Montagabend die Tabellenführung in der 2. Bundesliga übernehmen kann.

Ein schwieriges Unterfangen, aber keine Sache der Unmöglichkeit, wie Cottbus-Trainer Wollitz findet: "Wir müssen den Sieg zu einhundert Prozent wollen. Dazu muss jeder Einzelne mehr als bisher investieren und vor der eigenen Haustür kehren. Eine gewisse Demut würde uns gut zu Gesicht stehen."

Wollitz mag St. Pauli

Sein gutes Gesicht zeigte bisher der FC St. Pauli, der in der 2. Bundeliga nach neun Spieltagen noch nie so viele Punkte auf dem Konto gehabt wie in dieser Saison (19). Doch nicht nur deswegen ist Wollitz voll des Lobes.

"Ich mag den Club sehr gern. Das hängt nicht nur mit dem gemeinsamen Aufstieg mit meinem letzten Klub Osnabrück 2007 zusammen, als die Hamburger uns durch ihr 1:1 in Magdeburg halfen. Der Klub hat wirklich Kultur - das höchste Gut im Fußball", so Wollitz.

"Nicht hinten reinstellen"

Das Gut am Sonntag sind drei Punkte - und die wollen die Gastgeber behalten, obwohl die Paulianer auswärts (12 Punkte) besser zurecht kommen als am Millerntor (7). "Wer aufstiegen will muss auswärts wie zuhause möglichst viele Punkte holen", so St. Paulis Kapitän Fabio Morena.

Gegen Cottbus soll die Heimbilanz verbessert werden - am Ende des Tages könnte die Spitze herausspringen: "Wir werden ganz klar auf Sieg spielen. Ich erwarte ein richtig gutes Spiel, denn so wie ich Pelé Wollitz kenne, wird Cottbus sich nicht hinten reinstellen."

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Karlsruher SC - Rot-Weiß Oberhausen

Wer's rund mag, kommt ihr auf seine Kosten! Für Markus Schupp ist es gegen Oberhausen das 90. Spiel als Zweitliga-Trainer - für Gegenüber Jürgen Luginger ist es Nummer 45 - also genau die Hälfte. Doch es ist keine Zeit des Feierns, sondern des Punkteholens.

Qual der Wahl

Allen voran der KSC hat Nachholbedarf. Trainer Schupp kennt die Probleme seiner Mannschaft: "Bis zum Strafraum sieht das Spiel gut aus, aber wir müssen vor dem Tor brutaler werden", so der 43-jährige. "Wir müssen die Tore ohne Rücksicht einfach machen." Gegen Oberhausen kann er bis auf die Langzeitverletzten aus dem Vollen schöpfen.

Die Qual der Wahl hat auch RWO-Trainer Luginger, was seine Aufstellung betrifft. In Karlsruhe steht nach monatelanger Pause auch erstmals Benjamin Reichert wieder im Kader. Enttäuschend war zuletzt das 1:3 zuhause gegen den FC St. Pauli, aber Luginger versucht alle Beteiligetn zu beruhigen: "Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen und wir werden nicht jedes verlieren.”

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Alemannia Aachen - Union Berlin

Zwei Niederlagen in Folge nach dem Traumstart in der 2. Bundesliga: Bei Union Berlin ist etwas die Luft raus. Von einer "Krise" will aber natürlich keiner bei Union sprechen. "14 andere Mannschaften würden sicher gern mit uns tauschen", sagt Trainer Uwe Neuhaus über Platz 4 in der Tabelle.

Dennoch peilen die Hauptstädter einen Erfolg in Aachen an - obwohl die Aufgabe nicht einfach wird, wie Neuhaus weiß: "Wir werden auf dem neuen Tivoli eine prickelnde Atmosphäre erleben und auf eine starke Mannschaft treffen, die uns alles abverlangen wird."

Aachen startet schwach

Aus gutem Grund: Noch schlechter sah es in den letzten zehn Jahren für die Aachener nur 2001/02 aus: Nach acht Zählern aus neun Partien ging es bis zum Schluss gegen den Abstieg, der auf Platz 14 mit zwei Punkten Abstand gerade noch vermieden werden konnte.

Abstieg? In Aachen peilte man vor Saisonbeginn eigentlich einen Aufstiegsplatz an und Trainer Michael Krüger wollte vor dem wichtigen Spiel gegen Union nicht viele Worte verlieren: "Ich habe die Nase gestrichen voll davon, immer nur Komplimente zu ernten. Es muss ein Dreier her, fertig!" Nur gut spielen reicht nicht, es sollen die Punkte her.

"Für eine Mannschaft, die gut trainiert und gut spielt, ist es einfach wichtig, dass sie irgendwann belohnt wird. Das ist auch eine Kopfsache", erklärte Krüger, für den Aufwand und Ertrag der vergangenen Wochen in keinem Verhältnis stehen. "Die Mannschaft darf sich auf den guten Kritiken nicht ausruhen. Im Fußball geht es um Ergebnisse. Und der Output stimmt einfach nicht."

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