München - Der große Reibach, er wäre wohl drin gewesen mit einer gut platzierten Wette. Hätte man im Herbst des Vorjahres darauf gewettet, dass Ingolstadt den Klassenerhalt schafft, wären die Quoten enorm gewesen.

Vier magere Punkte wies der FCI nach dem 11. Spieltag auf, belegte den vorletzten Tabellenplatz. Inzwischen würde sich die Wette kaum mehr lohnen, zu schnell sind die Quoten anschließend gefallen. Der Grund: Benno Möhlmann übernahm als Trainer bei den Schanzern.

"Die Mannschaft steht im Vordergrund"

Der Erfolg stellte sich unmittelbar ein. In drei Spielen unter Möhlmann holten die Oberbayern mehr Punkte als zuvor in den elf Spielen unter Michael Wiesinger.Möhlmann flößte den Spielern binnen kürzester Zeit neues Selbstvertrauen ein, stellte Tugenden und Teamgeist über alles.

"Ich bin in meiner aktiven Zeit ein Mannschaftsspieler gewesen", erklärte der 56-Jährige seine Maxime: "Für mich als Trainer steht auch die Mannschaft im Vordergrund. Egal ob jemand spielt oder nicht, es ist meine Aufgabe, jeden Spieler zu fördern."

Einer, der vom Trainerwechsel besonders profitierte, war Kapitän Stefan Leitl. Lediglich 262 Minuten kam er in den ersten elf Saisonspielen unter Wiesinger zum Zug. Zeitweise sortierte Wiesinger den Routinier sogar aus.

Leitl blüht unter Möhlmann auf

Möhlmann sprach dem 34-Jährigen bei seinem Amtsantritt das Vertrauen aus, setzte auf Leitl als Führungsspieler. "Wir fangen jetzt alle wieder bei Null an, jeder bekommt seine Chance", freute sich Leitl - und nutzte die seine eindrucksvoll.

Leitl erzielte alle seine zehn Tore und gab alle seine sieben Vorlagen unter der Regie von Möhlmann. Im Zeitraum vom 12. bis zum 27. Spieltag avancierte Leitl mit seinen 17 Scorerpunkten sogar zum mit Abstand besten Scorer der 2. Bundesliga. Möhlmann setzte Leitl sehr viel offensiver ein als sein Vorgänger, bot ihn häufig im Sturm auf. "Ich weiß nicht, wie der Trainer darauf kam, aber mir gefällt diese Position", sagte Leitl, der in der Anfangsphase der Saison noch im defensiven Mittelfeld spielte.

Dank Leitls Toren und Möhlmanns taktischem Geschick kletterte Ingolstadt in den vergangenen Wochen aus dem Tabellenkeller. Am 26. Spieltag standen die Ingolstädter erstmals seit dem 5. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz. Ingolstadt liegt in der Tabelle der letzten 16 Partien - der "Möhlmann-Tabelle" - sogar auf dem 7. Tabellenplatz. 13 Punkte beträgt in dieser Spezialabrechnung der Abstand zu den Abstiegsplätzen. Konservieren die Schanzer ihre Leistung, die sie seit dem Amtsantritt Möhlmanns zeigen, dürfen sie sich bald auf ganz andere Tabellenregionen freuen - jede Wette!

Platz

Team

Spiele

S

U

1

VfL Bochum

16

11

3

2

FC Augsburg

16

10

5

3

Hertha BSC

16

9

3

4

SpVgg Greuther Fürth

16

7

7

5

Fortuna Düsseldorf

16

8

3

6

Energie Cottbus

16

6

5

7

FC Ingolstadt 04

16

6

5