Kürzlich verriet Gabor Kiraly, der zur neuen Saison einen Zweijahresvertrag bei 1860 München unterschrieb, der Münchener Zeitung "tz" die Geschichte seiner grauen, zu groß geratenen Jogginghose.

Der im ungarischen Szombathely geborene Torwart musste zu Beginn seiner Karriere eines Tages auf seine nicht gewaschene, schwarze Trainingshose verzichten.

Seit er mit der grauen Ersatzhose und seinem Heimatklub Haladas Szombathely den Klassenerhalt sicherte, geht es nicht mehr ohne: "Ab da waren diese Dinger meine Glücksbringer, in Berlin, in England, überall. Ohne graue Hose fühle ich mich irgendwie nackt. Das wird sich in München nicht mehr ändern", so Kiraly über die Schlabberhose.

Über Deutschland nach England und zurück

Von Szombathely führte sein Weg in der Saison 1997/98 direkt in die Bundesliga zu Hertha BSC. Für den kurz zuvor aufgestiegenen Club absolvierte er fast 200 Spiele und erlangte nicht zuletzt aufgrund seines außergewöhnlichen Outfits Kultstatus. 2004 dann der Wechsel in die englische Premier League zu Crystal Palace. Auch bei den Londonern avancierte der 70malige ungarische Nationalspieler schnell zum Publikumsliebling.

Es folgten Engagements bei Aston Villa und dem FC Burnley. Bereits während der abgelaufenen Saison kehrte Kiraly dann in die Bundesliga zurück. Bei Bayer Leverkusen erfüllte er hinter Nationaltorhüter Rene Adler die Rolle des routinierten zweiten Mannes. Mit dem jetzigen Wechsel zu 1860 München beweist der vierfache ungarische Fußballer der Jahres (1998-2001), dass er es noch mal wissen will.

Champions League mit Hertha BSC

Den meisten Herthafans dürfte Kiraly in guter Erinnerung geblieben sein. Der Hauptstadtklub sicherte sich mit ihm in der Saison 1998/99 durch einen dritten Platz erstmalig die Teilnahme an der Champions League – dank eines glänzend aufgelegten Torwarts, der nur 32 Gegentreffer zuließ und statistisch ligaweit die meisten Chancen vereitelte.

Nun soll der Routinier, der in England über 100 Pflichtspieleinsätze absolvierte und bereits in der Champions League auflief, der Löwen-Defensive zu mehr Sicherheit verhelfen. "Gabor bringt die nötige Erfahrung und Klasse mit, um unserer Abwehr Stabilität zu verleihen und die vielen jungen Spieler in unserem Kader zu führen", erklärt Sportdirektor Miroslav Stevic.

Auch Trainer Ewald Lienen baut auf die Führungsstärke des 33-Jährigen, dem er auf der ersten gemeinsamen Pressekonferenz " weitreichende Erfahrungen im Erstligabereich" attestierte. "Er soll helfen, mehr Struktur in die Defensive zu bekommen", so der neue Löwen Coach.

Bekenntnis zur Jogginhose

Mit dem Wechsel nach München erfüllt sich der zweifache Vater, dessen Familie bereits nächste Woche aus England übersiedelt, einen kleinen Herzenswunsch: "Zum Ende meiner Karriere hin noch mal zu einem Traditionsverein zu wechseln, das ist perfekt."

Mit dabei, natürlich die Jogginghose, auf die Kiraly nicht verzichten will: "Das Teil gehört zu mir, genauso wie meine Frau und meine zwei Kinder. Ich bin seit 13 Jahren Profi und habe immer solche Hosen getragen. Ohne die Hose geht bei mir auf dem Platz gar nichts."

Daniel Dillmann