Dresden - Früher als die Konkurrenz hatte Dynamo Dresden Ende Mai den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen und eine Reihe von Freundschaftsspielen absolviert. Jetzt machen die Sachsen wieder eine knapp dreiwöchige Pause, bevor am 24. Juni die Vorbereitung auf die neue Saison startet. Zwischendurch erwischte bundesliga.de Dynamo-Wirbelwind Robert Koch (letzte Saison acht Tore, sechs Assists) zum Interview.

bundesliga.de: Herr Koch, Dynamo Dresden hat als erster Zweitligist das Training wieder aufgenommen und nun auch schon wieder beendet. Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Auftakt?

Robert Koch: Der Trainer wollte frühzeitiger anfangen, das Training aufteilen und nicht eine lange Pause machen. In diesem Jahr ist die Sommerpause ja mit 13 Wochen sehr lang. Wir haben deshalb in der letzten Woche angefangen, drei Mal am Tag trainiert, das erste Mal schon um 7:30 Uhr. Und dann haben wir eine Reihe von Freundschaftsspielen absolviert, um den Fans etwas zurückzugeben für die tolle Unterstützung in der vergangenen Saison. Jetzt machen wir wieder eine Pause bis zum 24. Juni.

bundesliga.de: Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die neue Saison?

Koch: Die Vorfreude ist groß, auch wenn ja gesagt wird, dass für einen Aufsteiger das zweite Jahr schwieriger wird als das erste. Wir hatten schon einige Abgänge und bis jetzt drei Neue geholt. Ich bin gespannt, was sich da noch tut. Wir müssen jetzt eine gute, konzentrierte Vorbereitung hinlegen. Dann sind wir gewappnet für die kommenden Aufgaben.

bundesliga.de: Einige wichtige Spieler haben den Verein verlassen, darunter auch Zlatko Dedic, der mit 13 Toren der gefährlichste Stürmer war. Es dürfte schwer werden, ihn zu ersetzen.

Koch: Das stimmt. Dedic wird sicherlich schwer zu ersetzen sein. Günstige Stürmer mit der Qualität sind ja bei allen Vereinen begehrt. Auf der Position haben wir sicher noch Bedarf. Ich bin aber sicher, dass der Trainer und der sportliche Leiter sich nicht nervös machen lassen und Spieler finden, die uns weiterhelfen. Wie wir im letzten Jahr gesehen haben, kann sich das auch noch bis zum 31. August hinziehen. Wir werden auf alle Fälle eine schlagkräftige Truppe haben.

bundesliga.de: Wie ist Ihr erster Eindruck von den bisherigen drei Neuzugängen Markus Scholz für das Tor, Abwehrspieler Cüneyt Köz und Mittelfeldspieler Anthony Losilla?

Koch: Der erste Eindruck der Neuen ist gut, sie haben sich gut eingefügt und machen einen netten Eindruck. Markus Scholz ist leider noch etwas verletzt. Und Anthony Losilla kenne ich noch nicht, der hatte in Frankreich eine lange Saison gespielt und kommt dann zum zweiten Trainingsauftakt dazu.

bundesliga.de: Wie ist Ihr Verhältnis zum Trainer Ralf Loose?

Koch: Ich habe ein gutes Verhältnis zum Trainer. Man kann immer mit ihm sprechen. Ich bin ihm dankbar für sein Vertrauen und auch dafür, dass er mich in der vergangenen Saison zum Vizekapitän gemacht hat.

bundesliga.de: Mit welcher Zielsetzung geht Dynamo in die kommende Saison?

Koch: Für das Umfeld wird es wichtig sein, dass wir wieder frühzeitig den Klassenerhalt perfekt machen. Wir wollen nicht bis zum letzten Spieltag zittern. In Dresden gibt es immer nur ganz oben oder ganz unten. Insofern war der 9. Platz im Mittelfeld eher ungewöhnlich. Die Fans müssen auf dem Teppich bleiben und der Verein sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Sicherlich ist die Bundesliga für Dynamo Dresden auch in ein paar Jahren ein Ziel.

bundesliga.de: Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Koch: Ich will meine Leistung weiter stabilisieren und mich im Team etablieren. Ich werde versuchen, meine für einen Außenspieler gute Quote an Toren und Vorlagen zu wiederholen. Ich habe mich in der Saison gut weiterentwickelt, hatte auch meinen Hänger in der Rückrunde. Aber für mein erstes Jahr in der 2. Bundesliga war ich zufrieden. Im zweiten Jahr dürfte es auch für mich persönlich etwas schwieriger werden, weil die Gegner mich jetzt kennen und sich auf mein Spiel einstellen. Umso mehr muss ich trainieren.

bundesliga.de: Ist die Bundesliga ein Ziel für Sie?

Koch: Auf alle Fälle. Ich möchte schon einmal gerne in der Bundesliga spielen, wenn die Chance besteht. Ich würde das Risiko eingehen und den Schritt wagen. Ob ich mich dann mit meinem Potenzial durchsetzen würde oder ob es nicht reicht, würde man dann sehen.

bundesliga.de: Wie werden Sie jetzt die nächsten Tage verbringen?

Koch: Ich werde Zeit mit meiner Familie verbringen, noch einen Kurzurlaub machen und mir die EM-Spiele im Fernsehen anschauen. Außerdem bin ich gut mit Trainingsplänen versorgt worden.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski