Köln – Der 12. Spieltag der 2. Bundesliga verspricht besondere Spannung im Aufstiegskampf, treffen doch vier der fünf Top-Mannschaften direkt aufeinander.

Tabellenführer FC Ingolstadt 04 trifft heute auf den Zweiten Fortuna Düsseldorf (ab 18:15 Uhr im Liveticker), und am Montag kommt es zum Verfolgerduell zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Kaiserslautern (ab 20:00 Uhr im Liveticker). bundesliga.de blickt vorab auf die Trainer der Aufstiegsaspiranten und deren Erfolgskonzept.

Stürmer Hasenhüttl macht hinten dicht

Ralph Hasenhüttl bemüht sich vor dem Spitzenspiel in Understatement: "Wir hätten als Verein ein Riesenproblem, wenn wir nur dann von einer guten Saison sprechen würden, wenn wir auf die ersten drei Plätze kämen. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir vor einem Jahr waren". Im Oktober 2013, als er bei den Schanzern anheuerte, stand der Verein noch abgeschlagen auf Platz 18 – nun gelten die Schanzer als erster Aufstiegskandidat.

Mit wenig Sinn für Experimente hat der Österreicher den FC Ingolstadt an die Tabellenspitze geführt. Neun Mal in Folge ließ der Coach zuletzt die gleiche Startformation im bewährten 4-3-3-System auflaufen. Hasenhüttl setzt vor allem auf eine bombensichere Defensive: Sechs Gegentore sind Ligabestwert. Eigentlich untypisch, war Hasenhüttl als Spieler doch zumeist im gegnerischen Strafraum zu finden. Als Stürmer des 1. FC Köln und von der SpVgg Greuther Fürth kam er in den frühen 2000er Jahren immerhin auf 16 Zweitligatore, eher er seine Spielerkarriere bei der Bayern-Reserve ausklingen ließ.

Torwart Reck sucht die Flucht nach vorne

Ex-Torwart Oliver Reck, der zu jener Zeit seine Brötchen eine Klasse höher beim FC Schalke 04 verdiente, sucht als Trainer von Fortuna Düsseldorf dagegen eher die Flucht nach vorne. 20 Tore hat seine Mannschaft schon erzielt, kein Team in der 2. Bundesliga hat öfter getroffen. Dass Reck ein besonderes Händchen für die Ausbildung von Stürmern hat, bewies er nicht zuletzt auch als Stiefvater von Pierre-Michel Lasogga, mit dessen Mutter er lange liiert war.

"Man kann klar erkennen, dass da eine Pflanze herangewachsen ist, die gut gegossen wurde, gut gedüngt und gut bearbeitet wurde", philosophierte Reck über den derzeitigen Aufschwung der Fortuna. Bei der letzten Bearbeitung des Pflänzchens kommt dann aber doch wieder der Ex-Keeper und Ex-Torwarttrainer Reck zum Vorschein, ersetzte er zuletzt doch den einigermaßen tadellosen Schlussmann Michael Rensing durch Lars Unnerstall.

Letztes Zusammentreffen in der Regionalliga

Die beiden Trainer des Verfolgerduells können im Gegensatz zu Hasenhüttl und Reck auf keine Profikarriere als Spieler zurückblicken. Sowohl RB Leipzigs Alexander Zorniger als auch Kaiserslauterns Kosta Runjaic arbeiteten sich als Übungsleiter in den Amateurligen peu à peu nach oben, standen sich 2010/11 noch in der Regionalliga als Trainer von Darmstadt (Runjaic) und Großaspach (Zorniger) gegenüber.

Während das Leipziger System von Zorniger auf pfeilschnelles Umschaltspiel in die Spitzen ausgelegt ist, lässt der geschätzte Taktikexperte Runjaic, der nebenher noch Oliver Kahn bei den Spielanalysen im ZDF berät, den Ball lieber in den eigenen Reihen zirkulieren. Keine Mannschaft hat mehr Ballbesitz als Kaiserslautern (58,2 Prozent). 

Karol Herrmann