Köln - Zwei neue Gesichter und einen alten Bekannten begrüßt die 2. Bundesliga zur kommenden Saison. Mit dem 1. FC Heidenheim und RasenBallsport Leipzig sind zwei Vereine in die Liga aufgestiegen, die dort noch nie zu finden waren. Zu ihnen gesellt sich mit dem SV Darmstadt 98 ein Traditionsverein, der nicht nur 17 Jahren in der 2. Bundesliga, sondern auch zwei Spielzeiten im Oberhaus dabei war. bundesliga.de stellt die Aufsteiger der 2. Bundesliga vor.

1. FC Heidenheim

Schlüsselspieler Marc Schnatterer

Der 1. FC Heidenheim ist in der abgelaufenen Saison Meister in der 3. Liga geworden. Obwohl die Heidenheimer die erste Saison in der 3. Liga verpasst haben (erst ab 2009 waren sie dabei), sind sie vor Rot-Weiß Erfurt Spitzenreiter der ewigen Tabelle der 3. Liga.

Den Aufstieg hatte Heidenheim vor allem der Defensive zu verdanken. Nur 25 Gegentore ließ die Mannschaft in 38 Spielen zu. In 21 Spielen stand die Null. Heidenheim lebt von der mannschaftlichen Geschlossenheit und hat im Kader für fast alle Positionen gleichwertige Alternativen. Es war also kein Zufall, dass in der abgelaufenen Saison die Heidenheimer Joker am häufigsten stachen (neun Mal). Außerdem ist das Team konditionsstark und diszipliniert. Keine andere Mannschaft sah in der Saison 2013/14 weniger Karten.

Vater des Erfolgs ist der gebürtige Heidenheimer Frank Schmidt, der einst für Aachen und Mannheim 77 Spiele in der 2. Bundesliga bestritt. Er gilt als eines der größten Trainertalente in Deutschland. Obwohl Schmidt erst 40 Jahre alt ist, trainiert er Heidenheim bereits seit knapp sieben Jahren. Er führte den Club von der Oberliga in die 2. Bundesliga. Wichtigster Spieler ist Kapitän Marc Schnatterer. Er ist der einzige Akteur in der Geschichte der 3. Liga, der an über 100 Toren beteiligt war. In 176 Spielen sammelte er 108 Scorer-Punkte (57 Tore, 51 Assists).

RasenBallsport Leipzig

Trainer Alexander Zorniger (l.) mit Daniel Frahn

Als erster Verein schaffte RasenBallsport den Durchmarsch durch die 3. Liga. Das Umfeld ist so professionell wie das eines ambitionierten Erstligisten. Trainer Alexander Zorniger gilt als Verfechter einer modernen Spielweise, die auf hoher Laufbereitschaft basiert. In der 3. Liga stellte Leipzig mit 65 Toren den besten Angriff. Legendär sind die überfallartigen Angriffe zu Spielbeginn, wenn gleich nach Anpfiff bis zu fünf Spieler im höchsten Tempo in den Strafraum des Gegners sprinten.

Besonders erfolgreich waren dementsprechend die Angreifer. Sie sammelten zusammen 48 Scorer-Punkte. Mit Yussuf Poulsen bringen die Leipziger einen dänischen Nationalspieler mit in die Liga. Daniel Frahn trug 19 Tore zum Aufstieg bei und erzielte zuvor in 210 Regionalligaspielen 112 Tore.

Dominik Kaiser ist der Dampfmacher im Mittelfeld und hatte mit 13 Toren und 15 Vorlagen ebenfalls großen Anteil am Aufstieg. Dabei war er zehn Mal am wichtigen 1:0 beteiligt (sieben Tore, drei Vorlagen). Im Tor ist Fabio Coltorti der große Rückhalt. 2006 war der Keeper mit der Schweiz WM-Teilnehmer in Deutschland. Leipzig kann nicht nur stürmen, sondern auch gut verteidigen. Mit einer Führung im Rücken ist das Team in der Lage, das Tempo geschickt zu variieren. Nach der Pause kassierten die Leipziger nur 15 Gegentore.

SV Darmstadt 98

Lilien-Trainer Dirk Schuster

Mit Darmstadt 98 kehrt ein Stück deutsche Fußball-Tradition in die 2. Bundesliga zurück. Der Verein schaffte zwei Mal den Sprung in die Bundesliga, stieg aber jeweils nach nur einer Saison wieder ab. Dafür blickt Darmstadt auf eine relativ lange Zweitliga-Zugehörigkeit zurück. In der ewigen Tabelle belegen die Lilien den 17. Platz (650 Spiele, 272 Siege, 158 Remis und 220 Niederlagen). Die Hessen, die immerhin 17 Spielzeiten in der 2. Bundesliga verbrachten, gehörten 1974 zu den Gründungsmitgliedern. Darmstadt ist nur einmal aus der 2. Bundesliga abgestiegen: 1993.

Star der aktuellen Mannschaft ist Trainer Dirk Schuster, der sechs Länderspiele für Deutschland bestritten hat (jeweils drei für die BRD und die DDR). Als er am 28. Dezember 2012 den Trainerposten übernahm, waren die Lilien Tabellenletzter der 3. Liga. Seitdem avancierte das Team vom Böllenfalltor zum zweitbesten Drittligisten - einzig Heidenheim holte in den letzten eineinhalb Jahren mehr Punkte (117) als die Darmstädter (94).

Schlüsselspieler beim Aufstieg war ohne Zweifel Mittelstürmer Dominik Stroh-Engel, der mit 27 Treffern Torschützenkönig der 3. Liga wurde. Darmstadt war aber weit von einer One-Man-Show entfernt, denn Stroh-Engel funktionierte nur so gut, weil das Kollektiv hinter ihm perfekt harmonierte.

Eine Stärke der Lilien sind die ruhenden Bälle, insbesondere die Freistöße aus dem Halbfeld von Linksverteidiger Michael Stegmayer, der in seiner Karriere 28 Tore in der 3. Liga vorbereitet hat.

Tobias Gonscherowski