Nur knapp entging der FC Augsburg in der vergangenen Saison der 2. Bundesliga dem Abstieg. Das große Zittern jener Tage ist längst vergessen. Mit neuem Selbstbewusstsein und neuen Gesichtern will der FCA Höheres erreichen.

Einer der Neuen im Team ist Sandor Torghelle. Mit drei Treffern in den ersten beiden Ligaspielen hat sich der Ungar schnell einen Namen gemacht - nicht nur in Augsburg.

Mit bundesliga.de spricht der Angreifer über seine neue Heimat Augsburg, den kommenden Gegner Duisburg und das Spiel seines Lebens - an welches man sich in Deutschland nur ungern erinnert.

bundesliga.de: Herr Torghelle, drei Treffer in den ersten beiden Saisonspielen: Herzlichen Glückwunsch dazu. Sie scheinen in einer hervorragenden Frühform zu sein?

Sandor Torghelle: Ja, für mich persönlich läuft es ganz gut. Aber das Wichtigste war, dass wir nach der Auftaktniederlage in Nürnberg gegen Ahlen den ersten Sieg eingefahren haben. Es freut mich, dass ich dazu einen Beitrag leisten konnte.

bundesliga.de: Das muss doch Balsam für Ihre Seele sein? Als Sie in England und Griechenland gespielt haben, lag ja geradezu ein Torfluch auf Ihnen. Und in der vergangenen Saison sind Sie mit Jena abgestiegen. Sie scheinen in Augsburg und unter Trainer Holger Fach richtig aufzublühen?

Torghelle: Ich bin in der Mannschaft gut aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl in Augsburg. Hinzu kommt, dass ich mit Sturmpartner Imre Szabics schon für die ungarische Nationalmannschaft zusammen gespielt habe. Wir kennen uns also schon länger.

bundesliga.de: Sie kamen im Sommer von Jena zum FCA. Warum haben Sie sich für Augsburg entschieden?

Torghelle: Ich hatte auch andere Angebote, doch beim FCA hatte ich gute Gespräche mit Manager Andreas Rettig und Trainer Holger Fach. Ich habe mich auch bei Imre Szabics erkundigt. Für mich ist wichtig, dass der Verein eine Perspektive hat. Die ist unter anderem mit der impuls arena gegeben.

bundesliga.de: Am 34. Spieltag der vergangenen Saison trafen Sie beim 1:1 Augsburgs in Jena für Carl Zeiss. Dieses Remis bedeutete Zittern für den FCA, der nur knapp dem Abstieg entgangen ist. Wurden Sie von Spielern und Trainern nach Ihrem Wechsel nach Augsburg auf diese Partie angesprochen?

Torghelle: Klar wurde ich angesprochen. Aber damals war Carl Zeiss Jena mein Arbeitgeber und ich habe das gemacht, was von einem Stürmer verlangt wird. Im Nachhinein bin ich natürlich froh, dass ich den FCA nicht in die 3. Liga geschossen habe.

bundesliga.de: Aktuell steht der FCA auf Rang 6 und somit im oberen Tabellendrittel. Ist das die Tabellengegend, in der der Club in dieser Saison zuhause sein möchte?

Torghelle: Jeder Spieler möchte so erfolgreich wie möglich sein. Im vergangenen Jahr hatte der FCA keine gute Saison. Das wollen wir in dieser Runde natürlich besser machen. Welcher Platz am Ende dabei herausspringt, werden wir sehen. Mit dem Abstieg wollen wir diesmal aber möglichst nichts zu tun haben.

bundesliga.de: Sie sind erst 26 Jahre alt und dennoch schon viel herumgekommen. Sie haben in England bei Crystal Palace und in Griechenland bei Panathinaikos Athen gespielt, ehe Sie nach Deutschland kamen. Was gefällt Ihnen am Fußball in Deutschland?

Torghelle: Ich wollte nach meiner Zeit in Griechenland unbedingt nach Deutschland wechseln. Obwohl ich Angebote aus Holland und Belgien hatte, entschied ich mich für Jena. Die deutschen Profiligen haben ein sehr gutes Niveau.

bundesliga.de: Im Sommer 2004 hat man in Deutschland erstmals Ihren Namen gehört. Damals schossen Sie beim völlig überraschenden 2:0-Sieg Ungarns gegen die deutsche Nationalmannschaft beide Tore für Ihr Heimatland. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Spiel und welche Bedeutung hat es in Ihrer Laufbahn?

Torghelle: Das war natürlich ein sehr schönes Erlebnis, an das ich mich gerne erinnere. Es hatte eine große Bedeutung für meine Karriere, weil es mir die Tür nach England geöffnet hat.

bundesliga.de: Zurück zur 2. Bundesliga. Am kommenden Spieltag ist Augsburg in Duisburg zu Gast. Ein echter Prüfstein. Was erwarten Sie sich von der Begegnung?

Torghelle: Der MSV Duisburg ist als Bundesliga-Absteiger, der direkt wieder aufsteigen möchte, natürlich der Favorit in diesem Spiel. Aber wenn wir unsere Leistungen wie zuletzt bringen, bin ich mir sicher, dass wir dort auch punkten werden.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz