München - Es ist das Wochenende der Derbys. In der Bundesliga waren es deren drei und auch die 2. Bundesliga lässt sich nicht lumpen. Im Montagsspiel des 4. Spieltages kämpfen in Deutschlands Hauptstadt Hertha BSC und Union Berlin um Punkte (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Die beiden Hauptstadtvereine stehen sich erst das dritte Mal in einem Pflichtspiel gegenüber. Das Derby weckt Erinnerungen, denn bereits in der Saison 2010/2011 fand das Hinspiel an der Alten Försterei statt. Wann? Richtig, am vierten Spieltag. Eine erwartungsgemäße Parallele ist auch, dass das Stadion in Köpenick bis auf den letzten Platz ausverkauft sein wird.

"Der Druck ist groß"



Hertha-Cheftrainer Jos Luhukay wartet gespannt auf sein erstes Derby in der Hauptstadt: "Ich freue mich riesig auf dieses Spiel! Wir wollen gewinnen und müssen das von der ersten Minute an zeigen. Mit einem Sieg können wir einen großen Schritt in die richtige Richtung machen." Er weiß aber, was für ein schweres Spiel auf seine Männer wartet. "Union braucht die drei Punkte genauso wie wir. Der Druck auf beiden Seiten ist groß."

Der muss dabei auf einige Spieler verzichten. Neben den Langzeitverletzten Christoph Janker, Shervin Radjabali-Fardi und Pierre-Michel Lasogga und dem gesperrten Levan Kobiashvilli fehlt auch Daniel Beichler (Kahnbeinbruch).

Kraft kehrt zurück



Thomas Kraft kehrt nach abgelaufener Sperre wieder in das Tor der "Blau-Weißen" zurück. Der Keeper wird das erste Mal mit seiner neuen Rückennummer 1 auflaufen. "Vom Gefühl her ist es eine halbe Ewigkeit, die ich zugucken musste", sagt der Schlussmann. "Jetzt ist es einfach ein wunderschönes Gefühl, wieder angreifen zu können."

Stürmer Sandro Wagner, der in den letzten beiden Partien einen Treffer erzielte, ist schon richtig heiß auf das Duell in Köpenick: "Ich habe in München Derbys erlebt zwischen den Bayern und den 'Löwen'. Ich war in Bremen, habe gegen den Rivalen aus Hamburg gespielt. Jetzt stehe ich bei Hertha unter Vertrag und treffe auf Union. Meine Kollegen haben mir erzählt, das ist etwas ganz Besonderes, das ist noch eine Nummer größer."

Alle an Bord



Die Vorfreude auf diesen Tag sei groß, verriet Union-Coach Uwe Neuhaus. Bereits am vergangenen Montag, sieben Tage vor dem eigentlichen Spiel, beherrschte das Thema erstmalig die Sportseiten der Berliner Presse - der Countdown wurde gestartet.

Auch die Spieler sind sich der außergewöhnlichen Aufmerksamkeit bewusst, die ihnen dieser Tage zuteil wird: "Alle in der Mannschaft freuen sich auf Montagabend. Sowas erlebt man nicht alle Tage", erklärt Mittelfeldspieler Markus Karl, der sich mit Derbys durchaus auskennt. In der Jugend hat er mit Fürth öfter gegen Nürnberg gespielt und auch das Berliner Derby vor zwei Jahren beobachtete der 26-Jährige aus der Ferne. "Ich habe beide Spiel gesehen und hoffe, dass wir wieder erfolgreich sein können."

Den "Eisernen" fehlt im Derby einzig und allein Björn Kopplin, dem noch die gesundheitliche Voraussetzung für einen Einsatz fehlt. Darüber hinaus stehen neben Fabian Schönheim und Roberto Puncec auch alle anderen Spieler in den Startlöchern für das heiße Rennen um die Punkte.