Beim SV Wehen Wiesbaden zeigt die Formkurve derzeit nach oben: Aus den vergangenen vier Spielen in der 2. Bundesliga wurden fünf Punkte geholt.

Im Nachbarschaftsduell gegen den 1. FC Kaiserslautern sollen möglichst die nächsten drei Zähler eingefahren werden. "Auf kleine Schritte folgen auch wieder große", blickt SVWW-Trainer Christian Hock nach dem 1:1 bei der SpVgg Greuther Fürth zuversichtlich auf das Spiel gegen die "Roten Teufel" (alle Freitagsspiele der 2. Bundesliga ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Das Unentschieden bei Fürth hat uns gut getan, wir müssen aber weiter punkten. Das hat jeder verinnerlicht und wenn wir mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Kampfgeist wie am letzten Freitag auftreten, werden wir in unserem Heimspiel vor unseren Fans auch gegen ein Spitzenteam wie Kaiserslautern etwas holen", ist sich Hock sicher.

Personallage deutlich verbessert

Deutlich entspannter als noch vor Wochenfrist stellt sich die Personalsituation bei den Gastgebern dar: Wieder einsatzfähig sind Patrick Bick, Kristjan Glibo, Sandro Schwarz und Björn Ziegenbein. Auch Torge Hollmann steht wieder Gewehr bei Fuß, er gab sein Comeback im Regionalliga-Spiel gegen Mannheim am vergangenen Sonntag.

Sanibal Orahovac hatte zu Wochenbeginn noch Probleme im Oberschenkel, hinter ihm steht daher noch ein Fragezeichen. Angeschlagen sind außerdem Vlado Jeknic (Knie) und Thorsten Barg (Bluterguss im Oberschenkel).

"Rote Teufel" auswärts zuletzt nicht erfolgreich

Der FCK reist als Tabellen-Zweiter nach Wiesbaden. Allerdings setzte es auf des Gegners Platz zuletzt zwei Niederlagen in Folge (1:2 in Oberhausen, 0:5 in Koblenz).

FCK-Trainer Milan Sasic schmerzt vor allem die 1:2-Pleite bei RWO am 10. Spieltag noch sehr. "In Oberhausen haben wir uns einschläfern lassen. Das wird sich sicher nicht wiederholen", so der 50-Jährige. Anel Dzaka richtet eine Kampfansage an den SVWW. "Wir wollen gewinnen", lautet die klare Devise des Mittelfeldspielers der Lauterer.

Verzichten müssen die Gäste auf die Dienste von Torwart Tobias Sippel (Armbruch), Verteidiger Mathias Abel (Knie), Mittelfeldspieler Laurentiu-Aurelian Reghecampf (Virus) und Abwehrspieler Fabian Schönheim (Trainingsrückstand).

Die Fans freuen sich bereits auf das Derby. Es ist davon auszugehen, dass die BRITA-Arena ausverkauft sein wird.


1. FC Nürnberg – FSV Frankfurt

Auch beim 1. FC Nürnberg freut man sich über den anhaltend großen Zuspruch der Fans. Gegen den FSV Frankfurt werden rund 35.000 Zuschauer im easyCredit-Stadion erwartet.

"Club"-Trainer Michael Oenning freut sich auf die Aufgabe: "Wieder ein Heimspiel vor großer Kulisse." Dabei erwartet Oenning keinesfalls einen Spaziergang gegen den Tabellenletzten und warnt davor, den Fehler zu machen, "zu glauben, dass es ein Selbstläufer wird, nur weil der FSV bisher auswärts Schwierigkeiten hatte". Erst einen Zähler hat die Mannschaft von Teamchef Tomas Oral auf fremden Plätzen geholt, beim 2:2 in Augsburg.

Charisteas wohl dabei

Der "Club" ist mit vier Punkten aus den drei Begegnungen in der englischen Woche laut Oenning "in der Bringschuld, und wir brauchen Ergebnisse". Die Partie gegen die Hessen will er mit seinem Team "sehr offensiv angehen. Sehr, sehr offensiv!"

Mit dabei dürfte dann Stürmer Angelos Charisteas sein. Der Grieche war beim 0:1 auf St. Pauli mit dem rechten Knöchel umgeknickt, musste zuletzt das Training reduzieren, dürfte aber auflaufen. Der Kader aus dem Pauli-Spiel bleibt also (fast) unverändert; nur der rot-gesperrte Marek Mintal fehlt.

Offene Rechnung

"Nürnberg ist einer der ganz großen Traditionsvereine in Deutschland und es ist etwas Besonderes, in Nürnberg spielen zu dürfen", zollt FSV-Manager Bernd Reisig dem FCN großen Respekt. Reisig schätzt den Nürnberger Kader als den stärksten der 2. Bundesliga ein und rechnet früher oder später mit einem Lauf, den die Nürnberger bekommen werden. "Aber hoffentlich nicht ab Freitag."

Zudem erwähnte der FSV-Manager augenzwinkernd, dass der FSV Frankfurt mit dem 1. FC Nürnberg noch eine Rechnung offen habe: Das Finale um die Deutsche Meisterschaft 1925 gewannen die Nürnberger im Frankfurter Waldstadion gegen den FSV mit 1:0 nach Verlängerung.

Oral lässt sich nicht entmutigen

FSV-Teamchef Tomas Oral ist trotz des letzten Tabellenplatzes vom Potenzial seiner Mannschaft überzeugt: "Wir können einen Lauf bekommen und vier bis fünf Mannschaften hinter uns lassen."

Lars Weißenfeldt wird wegen einer Zerrung, die er sich im Spiel gegen Nürnberg zugezogen hat, noch nicht auflaufen können, genauso wie Markus Husterer. Der Verteidiger hat zwar mit der Mannschaft trainiert, aber für ihn kommt das Spiel noch zu früh. Markus Kreuz wird ebenfalls nicht spielen, er hütete diese Woche virusgeplagt das Bett.


Alemannia Aachen - TuS Koblenz

Mit einem Sieg gegen die TuS Koblenz könnte die Alemannia vorübergehend auf den 3. Tabellenplatz vorstoßen. "Das ist ganz klar unser Ziel. Wir wollen die drei Punkte hierbehalten", sagt Coach Jürgen Seeberger. Dazu bedarf es einer Premiere: Bisher haben die "Schwarz-Gelben" in dieser Saison nach einem Sieg noch keinen "Dreier" nachlegen können.

Kapitän Reiner Plaßhenrich (Muskelfaserriss) wird weiterhin fehlen, genauso wie Jérôme Polenz (Bänderriss) und Faton Popova (Kreuzbandriss). "Ansonsten sind alle fit", berichtet der Trainer.

Koblenz mit "zwei Gesichtern"

Die TuS Koblenz hat auswärts in dieser Saison erst einen Zähler verbuchen können (0:0 in Frankfurt), ist aber dafür zuhause eine Macht. "Bisher zeigen sie unterschiedliche Gesichter", weiß Seeberger.

Bestes Beispiel: Nach dem 5:0-Sieg gegen Kaiserslautern geriet Koblenz in Rostock mit 0:9 unter die Räder. "Von diesem Debakel haben sich die Koblenzer gut erholt", warnt der Alemannen-Trainer, der dennoch selbstbewusst ist: "Es wird vorwiegend an uns selbst liegen."

Rapolder mit personellem Engpass

Koblenz-Trainer Uwe Rapolder reist mit einigen Personalsorgen im Gepäck nach Aachen. "Dass Branimir Bajic gesperrt ist - er sah ja gegen Duisburg die fünfte Gelbe Karte - ist für uns natürlich ein großes Handicap. Ich weiß noch nicht, wer für ihn im Mittelfeld spielen wird. Auch hinter dem Einsatz von Matej Mavric steht ein Fragezeichen, er ist angeschlagen. Von den verletzten Spielern kommt niemand zurück. So langsam ist es nicht mehr lustig", so Rapolder.

Dennoch geht der Coach zuversichtlich in die Partie auf dem Aachener Tivoli: "Die Leistung der Mannschaft stimmt. Wir haben gegen Top-Teams wie Kaiserslautern, Nürnberg oder Duisburg insgesamt fünf Punkte gesammelt - und das bei unserer dünnen Personaldecke."

"Aachen zuhause nicht unschlagbar"

Für die Alemannia findet Rapolder lobende Worte und zollt dem kommenden Gegner gleichzeitig Respekt: "Aachen hat eine gute Mannschaft, die in der Endabrechnung zwischen Platz 5 und 7 landen wird. In Szilard Nemeth und Benjamin Auer verfügt die Alemannia über starke Stürmer, im Mittelfeld müssen wir besonders auf Matthias Lehmann aufpassen."

Aber: "Dass Aachen zuhause nicht unschlagbar ist, hat Ahlen ja zuletzt bewiesen. Und wir haben auch schon da gewonnen - am 34. Spieltag der letzten Saison."