Das lange Warten hat ein Ende: Heute ist es soweit. Noch vor dem Eröffnungsspiel zwischen dem Deutschen Meister Bayern München und dem Hamburger SV startet bereits die 2. Bundesliga in die Saison 2008/09 (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker).

Auch diesmal lautet die große Frage: Welche drei der 18 Teams steigen am Ende der Saison in die Bundesliga auf? Einer der Top-Favoriten macht heute Abend den Anfang - in einem richtigen Kracher-Spiel.


1. FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern

Im pfälzischen Derby empfängt der 1. FSV Mainz 05 den 1. FC Kaiserslautern. Wenn man sich den Verlauf der vergangenen Saison vor Augen führt, müsste die Begegnung eigentlich eine klare Sache für die Gastgeber um ihren neuen Trainer Jörn Andersen sein. Mainz, damals noch unter Jürgen Klopp, spielte um den Aufstieg, die "Roten Teufel" konnten sich am letzten Spieltag mit Ach und Krach vor dem Sturz in die 3. Liga retten.

Dennoch dürfe man den FCK nicht unterschätzen, sagte Andersen: "Es wird ein intensives Spiel werden." Intensiv war nämlich schon das bisher letzte Derby am 31. Spieltag der vergangenen Saison. Da fiel die Entscheidung zu Gunsten der 05er nämlich erst in der 90. Minute, als Elkin Soto einen Freistoß aus knapp 22 Metern unhaltbar in Winkel des Lauterer Tores versenkte.

Personalsorgen auf beiden Seiten

Ähnlich eng dürfte das heutige Spiel werden. Die Gastgeber sind zwar Favorit, haben aber unter anderem mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Neben Soto muss Andersen auf den ebenfalls gesperrten Stürmer Aristide Bance und die Langzeitverletzten Bo Svensson und Petr Roman verzichten. Hinzu kommen beim 1. FSV noch einige taktische Probleme. Beim 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Babelsberg klappte das schnelle Umschalten noch nicht so wie gewünscht.

Nicht den Vorstellungen entsprechend hat auch das Team von FCK-Coach Milan Sasic agiert. Die Cup-Partie beim Carl Zeiss Jena ging mit 1:2 verloren. "Ich habe bei meiner Mannschaft das Feuer vermisst, was nötig gewesen wäre, um hier zu bestehen", kritisierte der Kroate nach der Niederlage.

Die Einstellung sollte heute Abend nicht das Problem sein, wohl aber die Personalsituation der Pfälzer. Der mit 18 Feldspielern ohnehin schon knapp besetzte Kader verkleinert sich durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Josh Simpson, Alexander Bugera, Mathias Abel und Christopher Lamprecht noch weiter.


Alemannia Aachen - SV Wehen Wiesbaden

In der zweiten Partie des Abends empfängt Aachen mit dem SV Wehen Wiesbaden eine Mannschaft, die das Potenzial zum neuen Angstgegner der Alemannia hat. In der vergangenen 2. Bundesliga-Saison kam es erstmals zum Aufeinandertreffen beider Teams - beide Duelle gewann der SVWW.

Dennoch sieht Wehen-Trainer Christian Hock die Vorteile beim Gegner: "Aachen hat sich punktuell gut verstärkt und ist heiß auf uns durch die Ergebnisse der Vorsaison. Wir wollen möglichst lange die Null halten und dann die Chancen nutzen, um schnell nach vorne zu spielen." Nicht zur Verfügung stehen dem 38-Jährigen der Ex-Aachener Erwin Koen, Torge Hollmann und Verteidiger Vlado Jeknic.

Etwas besser sieht es da für Jürgen Seeberger aus. Der Coach der "Schwarz-Gelben" muss beim Saisonauftakt lediglich auf Mirko Casper und Christian Fiel verzichten. Zurück im Team ist Reiner Plaßhenrich, der sich im DFB-Pokal eine Fleischwunde am Knie zugezogen hatte.


FC St. Pauli - VfL Osnabrück

Die Begegnung zwischen dem FC St. Pauli und dem VfL Osnabrück bildet den Abschluss des heutigen Saisonauftakts. In der vergangenen Saison waren beide Mannschaften mit 42 bzw. 40 Punkten in etwa auf gleichem Niveau. Auch die beiden Begegnungen verliefen ausgeglichen. Osnabrück gewann sein Heimspiel (3:1) ebenso wie die Hanseaten das ihre (2:1).

Trotzdem gibt sich VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz optimistisch: "St. Pauli ist nicht besser als wir. Wir wollen uns die Punkte, die wir im Frühjahr haben liegen lassen, wieder holen."

Die Hamburger hingegen hoffen, dass der Weggang von Spielmacher Charles Takyi, für den kein adäquater Ersatz gefunden wurde, kompensiert werden kann. Schwer dürfte außerdem das zeitweise Fehlen von Teamchef Holger Stanislawski wiegen. Der 39-Jährige kann nur an Wochenenden bei seinem Team sein, da er sich unter der Woche in Köln zum Trainer ausbilden lässt.

Gregor Nentwig