München - Das torlose Remis beim Schlusslicht Alemannia Aachen war schon ein kleiner Dämpfer für die SpVgg Greuther Fürth, die zuvor sechs Siege in Folge feierte. Zwar grüßen die Franken den Rest der 2. Bundesliga weiterhin als Spitzenreiter, doch die Verfolger sind näher herangerückt. Am Sonntag steht nun das bayerische Derby gegen den gut aufgelegten TSV 1860 München an.

In den weiteren Sonntagsspielen kommt es auch im Ruhrpott zu einem Derby zwischen dem VfL Bochum und dem MSV Duisburg. Der FC Hansa Rostock empfängt den Karlsruher SC (ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

SpVgg Greuther Fürth - TSV 1860 München

"Ein Duell auf Augenhöhe" erwartet SpVgg-Trainer Mike Büskens gegen die "Sechziger". "Die Münchener sind eine gute Mannschaft, mit erfahrenen Spielern, die in Summe auf rund 750 Bundesliga-Spiele kommen. Sie haben einen fantastischen Sturm mit Benjamin Lauth und Kim Volland. Sie gehören sicher zum Kreis der Teams, die um den Aufstieg mitspielen", lobt Büskens den kommenden Gegner. Der Fürther Fußball-Lehrer weiß aber auch um die Stärken seiner Mannschaft und will mit einem Sieg den Mitkonkurrenten auf Abstand halten: "Unsere Motivation ist es, den Tabellenplatz zu verteidigen und gegen so einen Gegner vor ausverkauftem Haus mehr als nur zu bestehen." Dabei kann Büskens personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Edgar Prib fehlt aufgrund der Roten Karte aus dem Aachen-Spiel, Sebastian Tyralla fällt wegen seiner Knie-Operation aus und Kingsley Onuegbu erhält Spielpraxis im U23-Derby.

Für die Münchner "Löwen" ist das Derby gegen Fürth der nächste Härtetest. Beim Zweitliga-Dino will 1860-Chefcoach Reiner Maurer "mindestens einen Punkt holen, um oben dabei zu bleiben". Dabei sieht die Auswärtsbilanz eher mau aus. Lediglich das grandiose 5:0 bei Energie Cottbus schlägt bisher positiv zu Buche. "Dort haben wir bewiesen, dass wir auch auswärts mithalten können, ebenso auf St. Pauli in den ersten 50 Minuten. Wir müssen 100 Prozent Einsatz und 100 Prozent Konzentration zeigen. Gegen Mannschaften wie eben St. Pauli, Fürth, Frankfurt oder Düsseldorf darf man sich keine Unaufmerksamkeiten leisten. Die werden sofort bestraft", weiß der 51-jährige Fußball-Lehrer, der die sehr erfolgreiche Defensive aus dem Spiel gegen den FSV Frankfurt wegen des Ausfalls von Necat Aygün (Innenbandriss im Knie) erneut ändern muss. Wer den Routinier in der Innenverteidigung ersetzt, lässt der Löwen-Trainer noch offen. In Franken baut Maurer auf die zahlreiche Unterstützung der eigenen Fans und rechnet mit einer ausverkauften Trolli-Arena. Diese Atmosphäre soll sein Team zu einer besonderen Leistung inspirieren. "Mit einem Sieg in Fürth können wir richtig für Furore sorgen und uns oben festsetzen."




VfL Bochum - MSV Duisburg

Seinen Einstand als Trainer des VfL Bochum hatte sich Andreas Bergmann ganz anders vorgestellt. Stattdessen wurden ihm am vergangenen Sonntag bei der 0:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn die Defizite seiner Elf klar aufgezeigt. "Das war sehr ernüchternd. Da war zu sehen, wie tief die Verunsicherung verwurzelt ist. Es wird eine beinharte Aufgabe, den Hebel umzulegen, ein schwieriger Prozess", meint der neue Übungsleiter. Durch die Niederlage gegen die Ostwestfalen rutschte der VfL zudem auf den letzten Tabellenplatz ab. "Im Moment darf die Tabelle für unsere Arbeit keine große Rolle spielen. In erster Linie müssen wir erreichen, dass die Mannschaft griffiger wird und selbstbewusster auftritt. Wir wollen dahin kommen, selbst aktiver zu werden, Spiele zu bestimmen. Aber im Moment geht es leider nur mit kleinen Schritten." Dabei kann er gegen den MSV Duisburg wieder auf den Japaner Takashi Inui zurückgreifen, der seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen hat. Während hinter dem Einsatz von Marcel Maltritz (Schwellung im Sprunggelenksbereich) noch ein Fragezeichen steht, fällt Lukas Sinkiewicz (Reizung im Knie) definitiv aus. Jonas Acquistapace steht als erste Alternative bereit.

Es ist ein Derby unter durchaus besonderen Umständen. Dieser Ansicht ist auch MSV-Trainer Milan Sasic. "Ein Spiel mit viel Brisanz", verdeutlicht er. "Es ist ein Derby - das sagt schon alles. Es ist ein Spiel zweier Mannschaften auf Positionen, auf denen sie keiner erwartet hat - das sagt auch schon fast alles. Dabei bin ich davon überzeugt, dass beide Mannschaften deutlich mehr Potenzial haben als sie bislang gezeigt haben." Die Marschroute für die Partie gegen den Lokalnachbarn ist klar formuliert. "Wir wollen mit breiter Brust antreten. Das primäre Ziel ist, dass wir vor Bochum bleiben", stellt der Coach klar. Dabei kann er auf seinen Angreifer Emil Jula bauen. Die Einsätze von Kevin Wolze, Jiayi Shao, Markus Bollmann Bollmann und Sergej Karimow sind dagegen noch offen. Bange ist Sasic aber nicht. "Ich kenne meine Jungs. Die wollen alle auf die Zähne beißen und Sonntag dabei sein. Es gibt keinen Grund, zu jammern."




FC Hansa Rostock - TSV 1860 München

Auch nach acht Spieltagen wartet Hansa Rostock immer noch auf den ersten Saisonsieg. Mittlerweile ist der Aufsteiger auf Rang 16 abgerutscht. Nun geht es gegen den Tabellen-Nachbarn Karlsruher SC (Platz 15). "In Anbetracht der Tabellensituation ist es ein kurzfristig richtungsweisendes Spiel", betont Hansa-Trainer Peter Vollmann, "drei Punkte gegen einen Mitkonkurrenten würden gut tun und für einen erlösenden Moment sorgen." Dabei sieht der Übungsleiter beide Teams unter starkem Druck und erwartet daher ein "spannendes Spiel", wobei die "mentale Stärke eine entscheidende Rolle spielen wird". Der Chefcoach macht auch die fehlende Kommuniaktion auf dem Platz mitverantwortlich für die Negativserie. "Die Jungs müssen miteinander sprechen, sich helfen und anfeuern, um so die positiven Aktionen in den Kopf zu kriegen", fordert Vollmann. Ein Führungstor würde ebenfalls helfen, der Mannschaft Selbstvertrauen zu geben. Gegen die Badener müssen die Gastgeber weiterhin auf Stephan Gusche (Muskelfaserriss), Marek Mintal (Reha) sowie Pavel Kostal (Aufbautraining) verzichten.

Nach zuletzt fünf Niederlagen will der Karlsruher SC wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Cheftrainer Rainer Scharinger betonte, dass er die Mannschaft nach dem Spiel gegen den FC St. Pauli für deren Laufbereitschaft und Kampf gelobt habe. "Es war wichtig, die Mannschaft aufzubauen und ihr Mut zu geben." Sportdirektor Oliver Kreuzer hat bei den Leistungen des Teams in den Spielen in Düsseldorf und gegen St. Pauli ebenfalls einen Aufwärtstrend ausgemacht. "Wir haben eine Mannschaft gesehen, bei der man nicht sagen kann, dass die Chemie nicht stimme." Nach der schweren Verletzung von Louis Ngwat-Mahop(Sprunggelenk) ruhen die Hoffnungen des KSC im Angriff nun auf Klemen Lavric, der nach einer Bänderzerrung am Donnerstag wieder in den Übungsbetrieb eingestiegen ist. Auch Anton Fink trainiert nach einer kleineren Verletzung wieder. Marco Terrazzino hingegen hat immer noch mit einer Entzündung an der Patellasehne zu kämpfen und wird die Reise an die Ostsee nicht mit antreten können. Stefan Müller steht nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung.