Gerald Ehrmann, langjähriger Schlussmann und heutiger Torwarttrainer beim 1. FC Kaiserslautern, schwillt zum 50. Geburtstag mit Blick auf seine zahlreichen prominenten Torwart-Schüler die berüchtigte Brust.

"Wenn ich mir die Namensliste so ansehe, und was aus den Jungs geworden ist, kann ich eigentlich nicht viel falsch gemacht haben", sagte der Ehrmann, der am 18. Februar das halbe Jahrhundert voll machte.

Nationalkeeper entdeckt

Die Liste seiner prominenten Zöglinge ist lang, ganz oben steht in der deutschen Torwart-Hitparade dabei der Bremer Tim Wiese, der gemeinsam mit Leverkusens Rene Adler und Hannovers Robert Enke um die Nummer eins im Tor der Nationalelf kämpft.

Auch Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund), Florian Fromlowitz (Hannover 96) oder Tobias Sippel und Luis Robles (1. FC Kaiserslautern) haben bei Gerald Ehrmann das Handwerk von der Pike auf gelernt. In "Gerrys Flugschule" wird der Grundstein für erfolgreiche Torwart-Karrieren gelegt.

Raus die Brust und rein in den Zweikampf

Ehrmann war schon zu aktiven Zeiten ein Kult-Keeper. Aufgrund seiner Statur hätte es kaum einen besseren Rufnamen als "Tarzan" für den Mann geben können, der vor gut 25 Jahren als Ersatztorwart vor der Übermacht von Nationaltorwart Toni Schumacher von einem FCK zum anderen floh: Aus Köln nach Kaiserslautern.

In der Pfalz wurde der gebürtige Tauberbischofsheimer, ein Keeper mit dem "cw-Wert einer Schrankwand", zu "Tarzan". Und das ist er auch heute noch, an der Schwelle zum 50. Geburtstag: Praktizierender Bodybuilder mit langer Mähne, muskelbepackt wie Action-Hero Arnold Schwarzenegger.

Auf sich allein gestellt

Der Torwart-Trainer der "Roten Teufel", mit denen er 1990 DFB-Pokalsieger und 1991 Deutscher Meister wurde, bringt seinen Schützlingen seit seinem Karriere-Ende 1997 aber nicht nur Strafraumbeherrschung und Reaktionsvermögen bei: "Es kommt auch auf die Einstellung, die innere Ausstrahlung an. Als Torwart ist man Einzelkämpfer. Das muss man sich immer vor Augen halten."

Der ehemalige FCK-Schlussmann Florian Fromlowitz, der seit der D-Jugend mit Ehrmann zusammen gearbeitet hatte und bei seinem neuen Club Hannover 96 den zwischenzeitlich verletzten Nationaltorwart Robert Enke vertrat, sieht "Gerry als ganz netten Kerl, eine Mischung aus Vaterfigur und Freund".

Vom Speer zum Ball

Ehrmann selbst ging als junger Torwart in Köln bei Rolf Herings in die Lehre - früher einer der besten deutschen Speerwerfer. Herings gilt als Förderer von Toni Schumacher und Bodo Illgner immer noch als erfolgreichster deutscher Torwarttrainer neben Sepp Maier.

Ehrmann hat zu den erfolgreichen Absolventen seiner "Flugschule" immer noch Kontakt. Sein Handy ist an seinem Geburtstag natürlich wieder nicht still geblieben...