Zum Aufakt des 14. Spieltags steht Peter Neururer im Mittelpunkt. Nach mehr als zwei Jahren Abstinenz sitzt er erstmals wieder auf einer Trainerbank. Zum Einstand als Coach des MSV Duisburg kommt der FSV Frankfurt vorbei (Erleben Sie die Freitagspartien ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!)

Der fußballverrückte Feuerwehrmann ist zurück und will die "Zebras" wieder in die Erfolgsspur setzen. Wie man es von ihm gewohnt ist, machte Neururer bei seiner Vorstellung mit markigen Sprüchen auf sich aufmerksam: "Der Club und ich gehören ins Oberhaus!"

"Jungs wieder Selbstbewusstsein einimpfen"

Mit Neururer kam eine Aufbruchstimmung nach Duisburg. "Endlich tut sich was", konstatierte Cedrick Makiadi bereits nach den ersten Einheiten unter dem neuen Coach. Auch Kapitän Ivica Grlic glaubt, dass Neururer für Schwung sorgen und die Chancen auf die Bundesliga-Rückkehr erhöhen kann. "Man hat gesehen, dass bei ihm Feuer drin ist. Er verfolgt eine klare Linie", erklärte Grilic.

An seinen ersten Arbeitstagen hat sich "Peter, der Große" vornehmlich auch durch Gespräche ein Bild vom Zustand seiner neuen Mannschaft gemacht und sie verbal wieder aufgebaut. "Es geht darum, den Jungs wieder Selbstbewusstsein einzuimpfen. Es ist völlig klar, dass wir nicht nur Erfolge feiern können", betonte Peter Neururer im Interview mit bundesliga.de. "Von daher werde ich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger herumlaufen. Wir haben zehn Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz und liegen nur vier Punkte vor dem letzten Nicht-Abstiegsplatz. Von daher relativiert sich alles."

Chance für Tiffert und Starke

Der "Trainerfuchs" will vor nichts Halt machen und alles und jeden kritisch hinterfragen. Das bietet den von Vorgänger Rudi Bommer aussortierten Spielern wie Tom Starke oder Christian Tiffert neue Chancen. Vor dem Match gegen die Frankfurter wollte Neururer eine Rückkehr von Starke zwischen die MSV-Pfosten anstelle des zuletzt aufgebotenen Keepers Marcel Herzog nicht ausschließen.

Ein "Dreier" zum Einstand ist machbar, auf dem Papier gelten die Duisburger - auch wenn sie die vergangenen fünf Spiele nicht gewonnen haben - gegen Frankfurt als klare Favoriten. Der FSV hat weiterhin nur einen Sieg auf der Habenseite - und das gelang gegen den Mitaufsteiger Rot-Weiß Oberhausen am 5. Spieltag.

Oral: "Uns ist nicht angst und bange"

FSV-Teamchef Tomas Oral sieht nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten seiner Elf mit dem MSV: "Beide Mannschaften hinken den Erwartungen hinterher. Uns ist nicht angst und bange, auch wenn der neue Duisburger Trainer Peter Neururer ein guter Motivator ist. Wir müssen dagegenhalten und versuchen, einen Sieg zu landen."

Aus der 1:2-Niederlage gegen Freiburg nahm der FSV-Teamchef die positiven Aspekte mit. "Zwei bis drei Umstellungen haben uns nicht aus der Bahn geworfen. Das war eine superstarke Reaktion gegen Freiburg." Personell baut Oral wieder auf Newcomer Stefan Hickl, obwohl Lars Weißenfeldt nach seiner Verletzung wieder fit ist.

Youssef Mokhtari trainiert wieder mit, sein Einsatz ist aber fraglich. David Ulm ist weiterhin angeschlagen. Dennoch kündigte Oral an: "Offensiv könnte es Änderungen geben." Fikri El Haj Ali zeige gute Ansätze, bestätigte Oral und lobte Christian Mikolajczaks Leistung im Spiel gegen Freiburg: "Er hat eine positive Reaktion gezeigt."


Rot Weiss Ahlen - FC Ingolstadt

Rot Weiss schickt sich an, gegen den FC Ingolstadt den siebten Sieg im 14. Saisonspiel einzufahren. Dieser wäre bereits am vergangenen Wochenende machbar gewesen, doch der Aufsteiger konnte eine 2:0-Führung auf St. Pauli nicht halten und musste sich noch mit einem Remis begnügen.

"Dafür sind sie noch nicht Profi genug", räumte Trainer Christian Wück ein. "Wenn wir die taktische Disziplin 90 Minuten durchgehalten hätten, dann wären wir als klarer Sieger vom Platz gegangen." Wück nahm seine Elf in dieser Woche in die Pflicht, mit einer Trotzreaktion soll der "Dreier" gegen Ingolstadt auch ohne die verletzten Marco Reus (Muskelfaserriss), Manuel Bölstler (Sehnenanriss) und Daniel Thioune (Mittelfußbruch) eingefahren werden.

Toptorjäger Lars Toborg warnt aber davor, die Ingolstädter zu unterschätzen. "Es mag sein, dass der ein oder andere den Mitaufsteiger zu leicht nimmt. Wir als Spieler werden das nicht tun und auch unser Trainer wird uns eindringlich davor warnen. Ich glaube sogar, dass es für uns ein ganz schweres Spiel werden wird. Auch, weil die Ingolstädter einen durchaus guten Fußball spielen."

Jähes Ende eines Laufs

Der Gegner aus der Audi-Stadt musste zuletzt eine bittere Schlappe gegen den 1. FC Nürnberg hinnehmen. Das 0:3 beendete den Lauf des Aufsteigers, der davor in Mainz mit 3:0 und zuhause gegen Freiburg mit 4:0 aufgetrumpft hatte.

"Ich weiß nicht, was falsch gelaufen ist. Wir haben alles so gemacht wie beim 3:0 in Mainz", erklärte Coach Thorsten Fink im "kicker". Da der Einsatz von Vratislav Lokvenc (Achillessehnenprobleme) unsicher ist und Steffen Wohlfarth (Leistenprobleme) definitiv ausfällt, überlegt Fink, sein System auf eine Spitze umzustellen. Diese dürfte Ersin Demir heißen. Gelbgesperrt fehlen wird hingegen Ralf Keidel.

Unter der Woche haben sich die "Schanzer" ihren Frust von der Seele geballert. Im Test gegen den SV Manching triumphierte Ingolstadt mit 7:0. Dabei drängte sich Routinier Heiko Gerber mit zwei Treffern für einen eventuellen Einsatz gegen Ahlen auf.


Alemannia Aachen - VfL Osnabrück

Mit guten und erfolgreichen Leistungen hat sich Alemannia Aachen ins Spitzenfeld der 2. Bundesliga vorgeschoben. Der Rangfünfte ist seit drei Partien unbesiegt und peilt gegen die Osnabrück den nächsten Streich an.

"Wenn wir unsere spielerischen Möglichkeiten ausschöpfen, den Gegner gar nicht erst ins Spiel kommen lassen, und den Kopf auch bei einer vergebenen Chance nicht hängen lassen, dann werden wir als Sieger vom Platz gehen", ist sich Alemannen-Trainer Jürgen Seeberger sicher. Mit Faton Popova (Kreuzbandriss) und Jérôme Polenz (Aufbautraining) hat der Coach nur zwei Ausfälle zu beklagen. Reiner Plaßhenrich hat nach seinem Muskelfaseriss in der Woche wieder mit der Mannschaft trainiert und steht im Kader.

Dass der VfL Osnabrück seit fünf Spielen sieglos ist und seit elf Spielen auf einen Auswärtssieg wartet, spielt den "Schwarz-Gelben" in die Karten, glaubt Seeberger: "Wir müssen ausnutzen, dass die Osnabrücker nicht in ihrer besten Phase hierher kommen. Sie spielen jetzt ihr zweites Jahr in der 2. Bundesliga. Da kann es schon mal sein, dass die Frische und auch gewisse Überraschungsmomente nicht mehr da sind",

Kein Osnabrücker Auswärtssieg seit dem 9. März

Eine Einschätzung, die VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz teilt: "Vor einem Jahr hatte uns keiner auf der Rechnung, da konntest du in keinem Spiel etwas verlieren. Es war klar, dass die Unbeümmertheit verloren geht."

Seit dem 9. März warten die Spieler und Fans des VfL Osnabrücks auf einen Auswärtssieg. Damals besiegte man den späteren Absteiger FC Erzgebirge Aue mit 1:0. Ausgerechnet in Aachen, wo die Osnabrücker seit 25 Jahren nicht mehr gewonnen haben, soll die Serie endlich beendet werden.

Die Vorzeichen stehen gut, die Personallage entspannt sich. Paul Thomik, Tom Geißler und Rene Trehkopf, die lange Zeit ausgefallen waren, sind mittlerweile wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Darlington Omodiagbe trainiert aufgrund seines Nasenbruchs, den er sich im Spiel gegen Wehen Wiesbaden zuzog, derzeit mit Maske. Und Thomas Cichon hat seine Knieprobleme überwunden.