München - Fortuna Düsseldorf, der SC Paderborn und der FC St. Pauli liefern sich am 34. und letzten Spieltag der 2. Bundesliga den nächsten Dreikampf um den Aufstiegs-Relegationsrang 3.

Die besten Karten hat derzeit der aktuelle 3. aus Düsseldorf (61 Punkte), der mit einem Heimsieg gegen den MSV Duisburg nicht mehr vom Relegationsplatz zu verdrängen wäre. Bei einem Ausrutscher der Fortunen würde der Sieger des Verfolger-Duells zwischen dem FC St. Pauli (59) und dem SC Paderborn (61) profitieren.

Mit solchen Dingen müssen sich die bereits aufgestiegenen Fürther nicht mehr beschäftigen. Die SpVgg will vielmehr in Rostock die Meisterschaft perfekt machen. Außerdem empfangen am letzten Spieltag der Saison 2011/12 die Braunschweiger "Löwen" den FC Ingolstadt und der FSV Frankfurt Dynamo Dresden (alle Spiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Vorschau zu den Spielen im Abstiegskampf

Fortuna Düsseldorf ist mit einem Heimsieg im Westderby gegen den MSV Duisburg die Teilnahme an der Relegation, aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber dem SC Paderborn, nicht mehr zu nehmen. Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier hat in den sieben Zweitligaduellen gegen den MSV noch nie unentschieden gespielt (vier Düsseldorfer Siege, drei MSV-Erfolge). Die "Zebras" haben erst zwei Mal in dieser Saison auswärts gewonnen. Ein Wiedersehen wird es für Fortuna-Coach Meier geben, der von Januar 2003 bis Dezember 2005 Trainer bei den Meiderichern war.

"Natürlich wollen wir die Fortuna schlagen. Wir wissen, dass diese Begegnung für unsere Fans ein wichtiges Derby ist und sie das unbedingt gewinnen wollen. Doch wir sind nicht allein das Zünglein an der Waage. Auch die anderen Kontrahenten von Düsseldorf spielen noch", äußert sich MSV-Trainer Oliver Reck zum Kampf um den Relegationsplatz. Die Saison hat viel Substanz gekostet, dennoch glaubt Düsseldorfs Trainer Meier an sein Team: "Mit dieser Situation müssen wir fertig werden. Von dieser Möglichkeit haben wir zu Beginn der Saison nur geträumt: am letzten Spieltag vor gut 54 000 Zuschauern ein Endspiel zu haben. Solch einen Kitzel wünscht sich doch jeder Spieler".

Bruno Soares (10. Gelbe Karte) und Benjamin Kern (Sprunggelenkverletzung) werden MSV-Trainer Reck nicht zur Verfügung stehen. Auf der Gegenseite sind Maximilian Beister, Sascha Rösler und Sascha Dum angeschlagen. Kapitän Jens Langeneke, der unter der Woche bis 2013 verlängerte, wird auflaufen können. Einzig bei Johannes van den Bergh wird es wohl nicht zu einem Einsatz reichen. Gelbvorbelastet sind Ken Ilsö und Sascha Dum (beide vier Gelbe Karten).




Schiedsrichteransetzungen

Im direkten Duell der beiden Aufstiegsaspiranten hat der SC Paderborn die bessere Ausgangsposition, auch wenn beide Mannschaften auf eine Düsseldorfer Niederlage gegen Duisburg hoffen müssen. St. Pauli hat aus den letzten vier Spielen gegen Paderborn nur einen Punkt geholt! Den sicherte Fabian Boll im Hinspiel mit seinem Tor zum 1:1 in der Nachspielzeit. Das Team von Ex-SCP-Trainer Andre Schubert hat die viertbeste Heimbilanz der 2. Bundesliga vorzuweisen. Die Gäste hingegen sind das zweitbeste Auswärtsteam der Liga.

"Die Chance besteht. Wir müssen uns zu 100 Prozent auf unser Spiel konzentrieren, auch wenn wir abhängig von dem Ergebnis in Düsseldorf sind. Wir wollen eine positive Saison gut abschließen und mit einem Sieg die Weichen für alle Möglichkeiten stellen", sagt St. Paulis Moritz Volz vor dem entscheidenden Spiel der laufenden Saison. "Wir sind von der Physis, der Mentalität und der spielerischen Qualität bestens vorbereitet", erklärt SCP-Trainer Roger Schmidt und ergänzt: "Wir können diese Saison nicht mehr verspielen".

Routinier Fabio Morena plagt sich mit Oberschenkelproblemen herum. Bei Paderborn fehlen Sören Gonther (Kreuzband-OP), Markus Palionis (Achillessehne), Jens Wissing und Sven Krause (beide Reha). Gelb vorbelastet (für die Relegationsspiele) gehen beim FC St. Pauli Markus Thorandt und Max Kruse in die Partie sowie beim SCP Markus Krösche (alle vier Gelbe Karten).




Schiedsrichteransetzungen

Ein Sieg bedeutet für Greuther Fürth den Titelgewinn in der 2. Bundesliga. Im Falle des Titelgewinns wird die Siegerehrung aus Respekt vor der sportlichen Situation in Rostock nicht im Stadion vorgenommen werden. Der F.C. Hansa, der den Vertrag mit Wolfgang Wolf unter der Woche bis 2013 verlängerte, hat die vergangenen beiden Spiele gegen die "Kleeblätter" jeweils zu Null verloren (0:1, 0:3). In neun der zehn Duelle dieser beiden Clubs siegte die Mannschaft, die das 1:0 erzielte.

"Die Fürther sind zwar schon aufgestiegen, kommen aber noch mit dem Ziel nach Rostock, als Erster über die Ziellinie zu gehen. Wir sind am Sonntag in der Pflicht, alles zu versuchen, um Paroli zu bieten", verdeutlicht der Hansa-Coach die Ausrichtung seines Teams. Fürths Trainer Mike Büskens schwört seine Aufsteiger auf die Meisterschaft ein: "Wir haben die Chance, die Schale zu bekommen. Leider haben wir es am letzten Wochenende trotz einer Vielzahl von Möglichkeiten verpasst, uns eine noch bessere Ausgangsposition zu verschaffen. Wir wollen unseren Vorsprung über die Ziellinie retten."

Ohne Pavel Kostal (Aufbautraining), Dexter Langen (Trainingsrückstand), Timo Perthel (beide Fuß-OP) und Björn Ziegenbein (Hüftverletzung) wird Wolf auskommen müssen. Fraglich sind zudem die Einsätze von Kevin Pannewitz und Eddi Jordanov. Büskens fehlen neben den Langzeitverletzten Kevin Kraus und Robert Zillner (beide Kreuzbandriss) auch Stephan Fürstner (Gelb-Rot-Sperre) Bernd Nehrig (Oberschenkelzerrung) und Kingsley Onuegbu (Aufbautraining).




Schiedsrichteransetzungen

Im Spiel zwischen Eintracht Braunschweig und dem FC Ingolstadt steht für beide Mannschaften nichts Entscheidendes mehr auf dem Spiel. Die Gastgeber könnten durch einen Sieg noch an Dynamo Dresden vorbei auf Rang 8 der Tabelle ziehen. Die Gäste würden durch einen Dreier noch die 40-Punkte-Marke knacken. Braunschweig hat noch keins der drei Pflichtspiele gegen Ingolstadt verloren (zwei Siege, ein Remis). Im Hinspiel sorgte Eintracht-Stürmer Dominick Kumbela für das entscheidende Tor.

"Ich versuche, das Spiel zu genießen. Auch wenn mir das wahrscheinlich nicht über die vollen 90 Minuten gelingen wird. Aber wir wollen dafür sorgen, dass die Fans einen schönen Sonntag erleben und gemeinsam mit uns eine stabile Saison gebührend feiern", sagt Braunschweigs Coach Thorsten Lieberknecht. Und auch sein Gegenüber Thomas Oral freut sich auf das letzte Spiel der aktuellen Saison. "Wir haben die Möglichkeit, die Saison mit einem super 10. Platz zu vergolden", sagt Oral, der wohl einigen Reservisten Spielzeit geben wird.

Bei den Gästen fällt neben den Langzeitverletzten Andreas Buchner, Fabian Gerber, Malte Metzelder und Moritz Hartmann (alle Reha) auch Ahmed Akaichi (fünfte Gelbe Karte) aus. Zudem steht hinter dem Einsatz von Marino Biliskov ein Fragezeichen. Ähnlich gestaltet sich die personelle Situation bei den "Löwen", die auf Matthias Henn, Benjamin Kessel, Steffen Bohl (alle Aufbautraining), Dennis Kruppke (Oberschenkelzerrung) sowie Mirko Boland (fünfte Gelbe Karte) und Marc Pfitzner (zehnte Gelbe Karte) verzichten müssen.




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FSV-Trainer Benno Möhlmann wird am Wochenende sein 400. Spiel als Zweitligatrainer bestreiten. Der nächste FSV-Treffer wäre der 600. für Möhlmann als Zweitligacoach. Für die Gäste aus Dresden würde ein Erfolg das Punktekonto auf 47 hochschrauben. An der Platzierung würde sich dadurch für die Mannschaft von Ralf Loose nichts ändern. FSV-Coach Benno Möhlmann gewann mit Fürth und Ingolstadt seine letzten drei Spiele gegen Dresden. Auf Dresdener Seite traf Cristian Fiel vier Mal auf den FSV (jeweils mit Alemannia Aachen) und verlor nie.

"Wenn wir uns zurückerinnern, im Dezember oder Januar dieses Jahres, haben wir alle vielleicht erwartet, dass dieses Spiel das wichtigste der Saison werden könnte", sagt Benno Möhlmann und hofft darauf den Zuschauern und sich selbst durch einen Heimsieg die Rückrunde zu vergolden."Es gibt immer Methoden, die Konzentration auf das Spiel zu fokussieren", erzählt SGD-Trainer Ralf Loose und will von einem Spiel ohne Wettbewerbscharakter nichts wissen.

Nicht am Saisonabschlussspiel teilnehmen können Chadli Amri (Wadenbeinbruch), Mario Fillinger (Knöchelbruch), Tufan Tosunoglu (Quadrizepsmuskelriss), Björn Schlicke (Reizung am Wadenbeinköpfchen), Samil Cinaz (Knochenödem) und Zafer Yelen (Sprunggelenkentzündung) für den FSV Frankfurt. Loose muss auf Dennis Eilhoff (Reha nach Finger-OP), Cheikh Gueye (5. Gelbe Karte), Lars Jungnickel (Adduktorenzerrung), Marvin Knoll (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Gerrit Müller (Sprunggelenkprobleme), Clemens Walch (Patellasehnenprobleme), Pavel Fort (Außenbandriss im Fuß) und Romain Bregerie (Reha nach Wadenverletzung).




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