Der 1. FSV Mainz 05 ging mit einem bitteren Nachgeschmack in die Länderspielpause. Hatten die Mainzer doch zuvor die erste Niederlage der Rückrunde hinnehmen müssen. Vor eigenem Publikum wurden sie mit 1:4 von Alemannia Aachen geschlagen.

Eine Niederlage zum richtigen Zeitpunkt, findet Delron Buckley. Der Südafrikaner kam im Winter von Borussia Dortmund zum FSV und hofft, bei der starken Konkurrenz im Mainzer Kader vor allem mit seiner Erfahrung im Aufstiegskampf helfen zu können.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Buckley über den spontanen und zugleich hektischen Wechsel nach Mainz, die Weltmeisterschaft in seinem Heimatland Südafrika und das Spitzenspiel in Duisburg, wo er auf einen alten Bekannten treffen wird.

bundesliga.de: Herr Buckley, fühlen Sie sich schon wie zuhause in Mainz?

Delron Buckley: Ja, ja, sogar sehr! Die Leute in Mainz sind sehr nett und die Stadt ist sehr schön.

bundesliga.de: Wie kam es zu diesem doch sehr späten Wechsel?

Buckley: Ich habe überraschend einen Anruf von meinem Berater bekommen - am Tag des Transferschlusses, vierzig Minuten vor Ende der Transferperiode. Ich sollte schnell in die Dortmunder Geschäftsstelle kommen, um noch die notwendigen Dokumente zu unterschreiben und an die DFL zu faxen. Meine Frau und ich waren gerade im Auto unterwegs und sind dann losgedüst, doch irgendwann haben wir gemerkt, dass wir es bei dem Verkehr nicht mehr rechtzeitig schaffen werden. Also sind wir von der Autobahn runter und in ein Hotel und haben das ganze von dort aus per Fax geregelt. Leider traf das Fax sieben Minuten zu spät bei der DFL ein. Am Ende konnte ich mithilfe der Amateur-Regelung doch noch wechseln. Was für ein Glück - ich bin sehr froh, dass es noch geklappt hat.

bundesliga.de: Was macht den FSV für Sie so interessant?

Buckley: Mainz 05 ist ein super Team. Ich weiß, dass ich hier starke Konkurrenz habe und in eine eingespielte Mannschaft komme. Aber ich denke, dass ich Mainz 05 helfen kann aufzusteigen.

bundesliga.de: In Dortmund kamen Sie in der Hinrunde zu insgesamt nicht einmal 45 Minuten Einsatzzeit. Wie sehr hat Sie diese Situation belastet?

Buckley: Sehr stark, es war ständig in meinem Kopf. Wenn man nicht spielt und nicht weiß, warum, dann ärgert einen das schon sehr.

bundesliga.de: Spielte aufgrund des Daseins als Bankdrücker auch der Gedanke an die Weltmeisterschaft in Ihrer Heimat Südafrika eine Rolle beim Wechsel?

Buckley: Es war auch einer der Gründe, warum ich gewechselt habe. Ich wollte spielen und zeigen, dass ich fit bin, mich als Nationalspieler präsentieren.

bundesliga.de: Sie sind ein "alter Hase" in Sachen Aufstieg. Schon drei Mal schafften Sie den Sprung von der 2. Bundesliga in die Bundesliga mit dem VfL Bochum. Welche Rolle kann diese Erfahrung in den kommenden Wochen noch spielen?

Buckley: Ich kam hier her und habe direkt versucht, der Mannschaft in den bisherigen Spielen zu helfen. Ich denke, meine Erfahrung könnte im harten Aufstiegskampf schon hilfreich sein.

bundesliga.de: Am 25. Spieltag setzte es für Mainz eine heftige Niederlage gegen Aachen. Es war die erste Pleite der Rückrunde. In wiefern hatte dieser Dämpfer auch einen Hallo-Wach-Effekt?

Buckley: Absolut! Der Hallo-Wach-Effekt war sehr groß. Ich bin froh, dass diese Pleite jetzt passiert ist und nicht im vorletzten oder letzten Spiel der Saison.

bundesliga.de: Daheim ist Mainz nicht so stark, wie man das von einen Aufstiegskandidaten erwarten würde. Es gab erst vier Heimsiege. Auf der anderen Seite ist der FSV das beste Auswärtsteam der 2. Bundesliga. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Buckley: Puh, ich bin zwar noch nicht so lange hier, aber ich denke, es liegt daran, dass Mainz zu Hause vor dem tollen Publikum immer versucht, zu gewinnen. Das reißt Löcher und Räume auf, und die Gegner können kontern. Deshalb spielen wir daheim immer unentschieden oder verlieren. Auswärts gilt aber dasselbe für den Gegner - wir können aus der kompakten Situation die sich bietenden Räume gut nutzen und fahren den Sieg ein.

bundesliga.de: Warum wird es am Ende zum Aufstieg reichen für den FSV?

Buckley: Weil wir eine sehr gute Mannschaft sind.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz