Ein halbes Jahr hat Martin Zeising (M.) Fans verschiedener Clubs begleitet. Entstanden ist ein spannender Dokumentarfilm - © © authentic fiction/traumaweb 2016
Ein halbes Jahr hat Martin Zeising (M.) Fans verschiedener Clubs begleitet. Entstanden ist ein spannender Dokumentarfilm - © © authentic fiction/traumaweb 2016
2. Bundesliga

Fanfilm "Ferne Liebe" feiert in Berlin Weltpremiere

Köln - Wie leiden und leben Fans, die eine Fernbeziehung mit ihrem Herzensclub führen? Dieser Frage ist der Filmemacher und Journalist Martin Zeising in der Hinrunde der laufenden Saison auf den Grund gegangen. Zeising lebt in Berlin und ist als Anhänger des 1. FC Nürnberg und Vorsitzender des Fanclubs "Clubberer 04 Berlin" bestens mit der Thematik vertraut. Möglich wurde das Projekt auch durch die finanzielle Unterstützung aus dem "Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur" (PFiFF) des Ligaverbandes.

"Es sind alle sozialen Schichten vertreten"

Zeising hat elf Berliner Fanclubs von verschiedenen Mannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga mit der Kamera begleitet. Beim Filmfestival "11mm" feiert der in unzähligen Drehstunden entstandene Dokumentarfilm "Ferne Liebe" seine Weltpremiere. Im Interview mit bundesliga.de spricht Zeising über sein Projekt und verrät, was für ihn die schönsten Momente während der Dreharbeiten waren.

bundesliga.de: Guten Tag, Herr Zeising. Ihr Film begleitet Fans im Exil. Was hat Sie zu diesem Projekt inspiriert?

Martin Zeising: Es hat alles mit dem Kickerturnier "Siege statt Hiebe" begonnen, das in diesem Januar zum zehnten Mal ausgetragen wurde . An diesem Turnier nehmen Fanclubs von vielen Bundesliga-Clubs teil. Die Spieler tragen die Trikots ihrer Mannschaft, es werden Fanlieder gesungen und auch die eine oder andere Frotzelei gehört dazu - aber trotzdem geht es sehr freundschaftlich zu. Diese friedliche Atmosphäre in einer Kneipe mit über 100 Fans verschiedener Clubs hat mich fasziniert.

bundesliga.de: Inwiefern?

Martin Zeising: Man hört und liest viel über Polizeieinsätze und die notwendige Trennung der Fanlager bei Bundesliga-Spielen. Fernab der Heimstätten der Clubs scheint es aber kein Problem zu sein. Selbst Düsseldorfer und Mönchengladbacher trinken zusammen ein Bier und spielen Kicker. Das finde ich faszinierend. Ich bezeichne mich selbst als Geschichtenerzähler - und diese Geschichte wollte ich unbedingt erzählen.

bundesliga.de: Wie haben sie ausgewählt, welche Fanclubs sie begleiten?

Martin Zeising: Die meisten Fanclubs kenne ich tatsächlich über das Kickerturnier. Ich habe die Gruppen angesprochen, die wie wir jedes Jahr dabei sind. Außerdem habe ich noch weitere Fanclubs in Berlin angeschrieben. Und mit denen, die richtig Lust auf das Projekt hatten, haben wir dann den Film gedreht.