Es waren widrige Umstände am 25. Januar 2006 im Stadion am Millerntor. Der Boden war hart gefroren, Schneefall setzte am Abend des Spiels ein.

Der FC St. Pauli ließ sich von den Witterungsbedingungen aber nicht aus der Ruhe bringen, im Gegensatz zu den Gästen aus Bremen. Dank einer couragierten Leistung kämpfte der Regionalligist aus Hamburg den Favoriten Werder nieder und zog durch ein 3:1 ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.

An der Weser kommt es jetzt zur Neuauflage (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker). Und alles andere als ein Bremer Sieg wäre wieder eine faustdicke Überraschung, zumal Werder Heimrecht genießt. Dennoch haben sich die Vorzeichen geändert - nicht nur was den Austragungsort angeht.

Denn der FC St. Pauli geht mit breiter Brust in die Partie der 2. Runde im DFB-Pokal. "Klar haben wir Respekt vor Werder, aber ganz sicher keine Angst", erklärte Trainer Holger Stanislawski.

Niederlage kein Beinbruch

Die 1:2-Pleite im Spitzenspiel der 2. Bundesliga am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern war für die Hamburger zwar ein kleiner Schock, aus der Bahn wirft sie diese erste Saisonniederlage aber nicht.

"Das wirft uns nicht zurück. Wir wissen um unsere Stärken und werden diese in der Zukunft auch wieder zeigen", prophezeite Spielmacher Charles Takyi gegenüber bundesliga.de. Und "Stani" analysierte kurz und knapp: "Diese Niederlage ist ideal zum Lernen."

"Ein Spiel zum Genießen"

Zumal der Kiezclub vor allem auswärts bislang zu überzeugen wusste. Drei Spiele, drei Siege, 12:2 Tore lautet die Bilanz in dieser Saison in der 2. Bundesliga. Kapitän Fabian Morena gibt deshalb auch die Marschroute deutlich vor: "Wir wollen gewinnen!"

Dabei kann sich der FC St. Pauli einer großen Anhänger-Schar gewiss sein. Bis zu 9000 Fans werden im Weserstadion erwartet. Stanislawski ist nicht nur deshalb auch schon voller Vorfreude.

"Das ist ein Spiel zum Genießen. Wir werden selbstbewusst und offensiv auftreten und wollen den positiven Trend der vergangenen drei Monate fortführen." Eins stellt "Stani" aber dann doch klar: "Der Druck liegt allein bei Werder."

Michael Reis