Augsburg - Nach einem kurzen Durchhänger im Herbst hat sich der FC Augsburg gesammelt und ist mit der Serie von neun ungeschlagenen Spielen an die Tabellenspitze marschiert.

Simon Jentzsch, Torhüter der Fuggerstädter und Dirigent der drittbesten Defensive der 2. Liga, spricht im Interview mit bundesliga.de über die Hinrunde der Schwaben, die Stärken des Kaders und den möglichen Aufstieg ins Oberhaus.

bundesliga.de: Sehr geehrter Herr Jentzsch, leider hat es mit dem Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Schalke 04 nicht geklappt. Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Simon Jentzsch: Wir haben Schalke das Leben sehr schwer gemacht und einen sehr guten Pokal-Fight geliefert. Leider haben wir unsere zwei, drei guten Möglichkeiten nicht genutzt, sonst hätten wir die Überraschung schaffen können. Schalke hat schließlich das glücklichere Ende für sich gehabt.

bundesliga.de: Wie fällt somit Ihr Fazit für die Hinrunde aus?

Jentzsch: Absolut positiv. Wir haben ein Tief im Herbst mit vier Niederlagen in Folge gut weggesteckt und sind als Team gestärkt daraus hervorgegangen. Dass wir auf Platz 1 überwintern, hätten wohl keiner nach der Negativserie gedacht.

bundesliga.de: Wäre noch mehr drin gewesen? Immerhin gab es im Herbst mal eine Schwächephase mit vier Niederlagen in Folge.

Jentzsch: Diese Frage stellt sich nicht. Wir können die Niederlagen nicht rückgängig machen. Aber eine bessere Ausgangsposition als wir uns erarbeitet haben, gibt es kaum.

bundesliga.de: Wie hat die Mannschaft es geschafft, sich aus dieser Situation wieder zu befreien?

Jentzsch: Wir haben uns nicht verrückt machen lassen und weiter an uns geglaubt. Wir haben täglich hart gearbeitet, um uns mit kleinen Erfolgserlebnissen zu stärken.

bundesliga.de: Wo sehen Sie die Stärken des Kaders?

Jentzsch: Wir haben viel individuelle Klasse im Kader. Es ist keine Phrase, wenn bei uns jeder Spieler in der Stammelf spielen könnte. Durch diese Qualität haben wir es auch geschafft, die vielen Verletzungen zu kompensieren.

bundesliga.de: Gibt es zusätzliche Sicherheit zu wissen, dass die Viererkette vor einem die drittbeste der Liga ist?

Jentzsch: Das ist ja nicht nur das Verdienst der Viererkette. Die ganze Mannschaft arbeitet defensiv sehr gut. Das ist besonders wichtig, da unsere Spielweise grundsätzlich ja sehr offensiv ausgelegt ist. Nicht umsonst haben wir die meisten Tore erzielt und sind die beste Auswärtsmannschaft.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison standen Sie mit dem FCA zur Winterpause auf Rang 4, fünf Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Diesmal gehen Sie als Herbstmeister in die Pause. Ein angenehmes Gefühl?

Jentzsch: Ja, die Ausgangslage ist etwas besser als im Vorjahr. Ausruhen können wir uns deswegen aber nicht.

bundesliga.de: Was erwarten Sie sich für die Rückrunde?

Jentzsch: Wir müssen in der Rückrunde da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Das bedeutet, dass wir uns in jedem Spiel die Erfolge neu erarbeiten müssen.

bundesliga.de: Denken Sie, dass es schwerer wird, als Spitzenreiter zu starten?

Jentzsch: Es spielt keine Rolle, ob wir Spitzenreiter oder Tabellenzweiter sind. In der Spitzengruppe geht es sehr eng zu und man darf sich keine Schwächephase mehr erlauben.

bundesliga.de: Wie wichtig wäre es, im Mai auf einem direkten Aufstiegsplatz zu stehen und das Risiko der Relegation zu vermeiden?

Jentzsch: Es wäre toll, wenn wir den Aufstieg auf dem direktem Weg schaffen würden. Sollten wir aber am Ende Dritter werden, spielen wir eben die zwei zusätzlichen Spiele und versuchen über die Relegation, den Sprung in die Bundeliga zu schaffen.

bundesliga.de: Warum sehen Sie den FCA für den Bundesliga-Aufstieg gut gerüstet?

Jentzsch: Weil wir ein starkes Team sind.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig