Der Kampf um einen der ersten drei Plätze konnte in der 2. Bundesliga in diesem Winter nur ganz kurz abkühlen.

Am Freitag startet mit Fortuna Düsseldorf schon die erste Mannschaft aus den Top 5 der Liga in die Rückrunde. Bei Mitaufsteiger SC Paderborn wollen die Fortunen gleich zeigen, dass auch in der Rückrunde mit ihnen zu rechnen ist. Aber auch andere Teams wollen im spannenden Aufstiegsrennen eine erste Duftmarke setzen.

bundesliga.de blickt auf die Vorbereitung der Zweitligisten und zeigt, welche Clubs zum Rückrundenstart schon in Top-Form sind.

1. FC Kaiserslautern

Der Herbstmeister macht ernst, das wurde den Konkurrenten des 1. FC Kaiserslautern schon zu Beginn der Vorbereitung klar. Der FCK verstärkte seinen in der Hinserie schon erstklassig aufspielenden Kader in der Winterpause auch noch mit den Leihgaben Pierre de Wit (Bayer 04 Leverkusen) und Markus Steinhöfer (Eintracht Frankfurt).

Und die Testspielauftritte der Pfälzer zeigten, dass auch in der Rückrunde viel von ihnen zu erwarten ist. Gegen 1899 Hoffenheim unterlagen die "Roten Teufel" nach guter Leistung nur knapp mit 1:2. Gegen Bundesligist 1. FSV Mainz 05 reichte es im Prestigeduell gar zu einem 2:2.

"Wir haben uns in den vergangenen Tagen gegen zwei gute Bundesligateams sehr ordentlich verkauft und bereiten uns nun intensiv auf das Spiel in Fürth vor", analysierte Trainer Marco Kurz.

FC St. Pauli

Neben dem FCK gibt sich auch der erste Verfolger aus Hamburg in der Winter-Vorbereitung keine Blöße. Ganz im Gegenteil: Wie der Herbstmeister hat auch der FC St. Pauli seinen Kader noch einmal verstärkt. Bastian Oczipka und Richard Sukuta-Pasu wurden von Bayer 04 Leverkusen ausgeliehen. Mit Deniz Naki komplettieren sie das Trio der U-19-Europameister von 2008.

Und mit Oczipka setzten die "Kiezkicker" im einzigen Testspiel gegen den FC Schalke 04 ein großes Ausrufezeichen. Mit 2:0 wurde der Bundesligazweite vom fast ausverkauften Millerntor-Stadion nach hause geschickt - und die Gastgeber hätten sogar noch höher gewinnen können.

"Wir haben gut gespielt und dann wird es für jede Mannschaft gegen uns schwer", sagte Rouwen Hennings, Torschütze zum Endstand.

FC Augsburg

Schon vor Beginn der Rückrunde liegt der FC Augsburg in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Nur zwei Zähler fehlen zum Relegationsplatz, fünf Punkte beträgt der Abstand zu Platz drei. Beim bislang einzigen Test der Vorbereitung machten das Team von Trainer Jos Luhukay zudem einen sehr ordentlichen Eindruck: Gegen den 1. FC Nürnberg siegten die Schwaben mit 2:1.

"Wir haben vor allem in der ersten Hälfte ein richtig gutes Spiel gemacht und viele Chancen erspielt", freute sich Luhukay. Kapitän Uwe Möhrle bestätigte: "Das Spiel war sehr wichtig, damit wir schnell wieder unseren Rhythmus finden, denn wir haben ein klares Ziel vor Augen."

Und um dieses Ziel zu erreichen, legte der FCA auch personell noch einmal nach. Mit Nando Rafael wurde die zweitstärkste Offensive der 2. Bundesliga mit einem bundesligaerfahrenen Stürmer verstärkt. Der Angriff auf die ersten drei Plätze kann beginnen.

Karlsruher SC

Nach dem Aufwärtstrend zu Ende der Hinrunde hat der Karlsruher SC wieder Lunte gerochen. Auf Platz 8 der Tabelle beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz nur sechs Punkte.

Und in der Rückrundenvorbereitung präsentierte sich der KSC in starker Frühform. Vor allem durch den 3:0-Erfolg gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt ließen die Badener aufhorchen. "Wir wollten das umsetzen, woran wir immer wieder arbeiten: gute Organisation, hohes Tempo bei Ballbesitz und zielstrebiges Spiel nach vorne", analysierte Trainer Markus Schupp erfreut den Auftritt seines Teams.

Gleiches würde er gerne auch am Freitag nach dem Auftakt gegen Alemannia Aachen sagen. Ein Sieg gegen eine Kontrahenten aus dem direkten Tabellenumfeld wäre schließlich ein erstes gutes Zeichen.

Energie Cottbus

Den vielleicht stärksten Eindruck aller Teams aus der 2. Bundesliga hinterließ in der Winterpause Energie Cottbus. Die Lausitzer setzten sich im Trainingslager sowohl gegen Borussia Mönchengladbach als auch gegen Borussia Dortmund mit 1:0 durch. Dazu kam noch ein lockeres 6:1 gegen UD Marbella.

"Die Trainingsleistungen und die Leistungen in den Spielen waren sehr gut", freute sich Trainer Claus-Dieter Wollitz schon vor der Partie gegen Dortmund. Der Sieg gegen den Tabellenfünften der Bundesliga dürfte diese Beurteilung kaum geändert haben. Zumal auch noch ein Lob von quasi höchster Stelle hinzu kam:

"Für die Mannschaft war es wichtig zu erkennen, dass 98 Prozent nicht reichen", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Bedeutet im Umkehrschluss: Auch ein Bundeslig-Spitzenclub kann nur mit einer hundertprozentigen Leistung gegen Energie gewinnen.

Alemannia Aachen

Die Alemannia steht vor dem 18. Spieltag am Scheideweg. Gelingt ihr gegen den KSC und in den Spielen danach ein guter Start, ist der Blick auf die oberen Tabellenplätze noch erlaubt. Da trifft es sich gut, dass die Aachener gerade jetzt rechtzeitig in Form kommen.

Nach einem noch etwas zähen 1:0 gegen Drittligist Wuppertaler SV überzeugten die Mannschaft von Michael Krüger gegen Roda Kerkrade. Mit 4:1 wurde der niederländische Ehrendivisionär nach hause geschickt.

Der Trainer sah es mit Genugtuung. "Wir haben nach dem Wuppertal-Spiel eine längere Analyse gemacht, weil wir da nicht so gespielt haben, wie wir uns das vorstellen. Heute haben wir besonders in der ersten Halbzeit hervorragend gespielt", sagte Krüger. Gute Voraussetzungen für den Blick nach oben.



Matthias Becker